Pack
Erscheinungsbild
- Pack m. (älter auch n.)
- ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’,
- mhd. nur als Deminutivum backel ‘Wolleballen’ (13. Jh., nach dem Vorbild von mlat. paculum?) bezeugt,
- ist seit dem 16. Jh. als Übernahme aus dem Nd. (mnd. pak n., packe f. ‘Packen, Bündel, Gepäck’) gebräuchlich.
- Zugrunde liegt mnl. pac ‘Packen, Bündel’ (12. Jh.; nl. pak),
- ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl.
- mengl. packe,
- engl. pack,
- anord. pakki,
- ital. pacco,
- mlat. paccus ‘Bündel, Ballen’ sowie
- frz. paquet(s. Paket).
- ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl.
- Die Herkunft des nl. Substantivs ist ungeklärt.
- Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei Bagage (s. d.) angeführten,
- gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe
- von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’,
- frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’
- gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe
- erwogen, zu der sich offenbar auch
- engl. bag ‘Beutel, Tasche, Ballen’,
- anord. baggi ‘Packen, Bündel’ stellen;
- andere Herleitungsversuche
- gehen von der Annahme eines Substratwortes (de Vries Nl. 501)
- oder einer Entlehnung aus dem Altaischen (FEW 16, 615) aus.
- Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei Bagage (s. d.) angeführten,
- Im Dt. ist Pack vor allem in der seit dem 17. Jh. belegten Paarformel
- mit Sack und Pack ‘mit aller Habe’ (entsprechend nl. met pak en zak) noch lebendig,
- tritt aber sonst hinter dem üblicheren, aus einer schwach flektierenden Variante frühnhd. Packe hervorgegangenen Packen m. (16. Jh.) zurück.
- Die ursprünglich nordd. Verkleinerungsform Päckchen n. (17. Jh.) kommt seit dem 18. Jh. in der (heute auch terminologischen) Verwendung ‘kleinere Postsendung’ vor. –
- ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’,
- Pack n.
- ‘Gesindel, Menschen von niedriger Gesinnung’,
- zunächst mit dem unter Pack m. behandelten Substantiv identisch,
- entwickelt seinen im Nhd. seit dem 16. Jh. (vereinzelt auch für das Kollektivum Gepack, s. Gepäck) nachzuweisenden neuen Sinn,
- den vorher schon mnd. pak n. (15. Jh.) zeigt,
- soldatensprachlich (in Übereinstimmung mit dem Bedeutungswandel von Bagage und Troß, s. d.)
- aus ‘Heeresgepäck’ über die Zwischenstufe ‘Troßmannschaft’,
- da die das Gepäck begleitende Mannschaft in früherer Zeit geringes Ansehen genießt.