Parallelen vom Evangelium der Essener zu den Schriften von Nag Hammadi
angelegt 14.05.2021
(Vortsetzung von: Qumran und die Verfälschung des Essener Evangeliums)
1945 wurden Manuskripte aus Felsenhöhlen von Nag Hammadi in Ägypten, datiert auf das 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. entdeckt.
Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass Johannes der Täufer sehr lange gelebt hat, und das wussten die damaligen Zeitgenossen. Insbesondere die Juden. Wichtig ist aber auch der Zeitpunkt der Verfälschung, der frühestens um das Jahr 70 n. Chr. anfing, also zu einer Zeit, als der Täufer Judäa längst verlassen hatte.
Die Lücke die der Täufer, der angeblich von Herodes enthauptet worden war, auf die gefälschte Geschichte der Vergangenheit hinterlassen hat, wurde mit dem Auftritt Jesu geschlossen. Und als der vermeintliche Jesus angeblich gekreuzigt wurde, musste die Lücke, die auch er hinterlassen hatte, mit einer anderen Figur geschlossen werden. Deshalb betrat Jakobus der Gerechte irgendwann die Bühne. Aber er war stellvertretend für Johannes der Täufer und der Verschwörer setzte auf den Umstand einer Verwechslung, um diese Ungereimtheit in Bezug auf die verschiedenen Figuren, die alle Prophetenallüren hatten, zu klären. Denn die Juden sagten, Johannes ist nicht gestorben, es hat nie einen Jesus gegeben, der gekreuzigt wurde. Demnach wurden alle anderen Personen in die Geschichte eingefügt, um die Lücke des angeblich enthaupteten Johannes zu schließen.
In allen oberen Texten ist der Fingerabdruck des Verfälschers des Neuen Testaments zu erkennen. Das zeigt, dass all diese Schriften, die wir mehreren Autoren zuschreiben, aus ein und derselben Quelle, zumindest aus demselben Bewusstsein entspringen.
Auch in diesen Texten gibt uns der Plagiator zu erkennen, dass die Person, die er durch seinen Zynismus im Visier hat, niemand anderes ist als Johannes der Täufer. Immer wieder handelt es sich um dasselbe Szenario: Nämlich um die verkappte Austreibung Satans aus dem Essener-Evangelium, wobei auch hier Jakobus für den Täufer steht. Diese folgenden Abschnitte sind sehr ähnlich und wurden drei verschiedenen Autoren zugeschrieben. Auch wurden sie so formuliert, dass der Doppelsinn nicht zu missverstehen ist.
„Haltet ein, der Gerechte betet um euretwillen!“ Und einer von ihnen, der ein Wäscher war, nahm die Keule, mit der er die Wäsche zum Walken Pflegte, und schlug damit dem Gerechten auf den Kopf ... So erlitt er das Martyrium [...] Und unmittelbar darauf begann Vespasian, zu belagern. [...] Ein Walker schlug ihm mit einer Keule den Schädel ein, nachdem man ihn kopfüber von der Zinne des Tempels gestoßen und hinabgestürzt hatte. Dann erhielt er mit einem Walkschlegel, einer Keule, wie Wäscher sie verwenden, um Gewänder zu walken, einen Schlag auf den Kopf und verschied.
Und er stand auf und ging weg, indem er so sprach. Und er ging wieder hinein am gleichen Tag und sprach einige Stunden. Ich aber war bei den Priestern und ließ nichts bekannt werden von der Verwandtschaft, weil alle einstimmig sagten: ,,Kommt, laßt uns den Gerechten steinigen!“
Und sie erhoben sich und sagten; ,,Ja, laßt uns diesen Mann töten, damit er aus unserer Mitte entfernt werde! Denn er wird uns in keiner Weise nützlich sein.“ Sie waren aber dort und fanden ihn, wie er bei der Zinne des Tempels stand, bei dem starken Eckstein. Und sie beschlossen, ihn hinabzuwerfen von der Höhe. Und sie warfen ihn hinab. Aber sie ergriffen ihn und verspotteten ihn, indem sie ihn über die Erde schleiften. Sie streckten ihn aus und legten einen Stein auf seinen Bauch. Sie traten ihn alle mit Füßen, indem sie sagten: ,,Du in die Irre Gegangener!“ 40
40 Die zweite Apokalypse des Jakobus das Martyrium des Jakobus aus Nag Hammadi NHC V, 4.
Die Mischung der allegorischen und reellen Begriffe:
- Tempel:
Steht für den Leib. - Steinigen den Gerechten (Satans):
Jakobus, der verkappte Täufer (Satan) steinigen. - Lass den töten, der aus unserer Mitte ist:
Aus der Mitte des Tempels. - schlug dem Gerechten (Satan) den Kopf:
Wieder die Zertrümmerung eines Kopfes. - Martyrium:
während der Austreibung, - Kopfüber aus dem Tempel geworfen
- und hinabgestürzt:
Wir begegnen in diesem Zusammenhang immer wieder den Begriffen „geworfen“. - Er bekam einen Schlag auf den Kopf und verschied:
Ebenso wie im Austreibung Szenario. - aus der Zinne des Tempels hinab werfen:
Erneut der Begriff: werfen. - Starken Eckstein:
Der Täufer benutzt zur Tötung Satans zwei spitze Steine, das Problem der Wiedergabe ist mit dem Eckstein genial gelöst. - Abwerfen aus der Höhe:
noch einmal „werfen“. - Und sie warfen ihn hinab:
dito - Sie ergriffen ihn:
der Begriff „ergreifen“ kommt in diesem Zusammenhang ebenso häufig vor. - Sie schleiften ihn über die Erde und traten ihn mit den Füssen:
Auch diese Formulierung ist eindeutig einzuordnen. Und zwar, es handelt sich, um den Wurm, der aus dem Mann herausgezogen wurde, und von den Jüngern zertreten und getötet wurde. - Sie legten ihm einen Stein auf den Bauch
Wieder kommt ein Stein vor.
In den Schriften aus der Felsenhöhle Nag Hammadis in Ägypten im Jahr 1945 können wir ebenfalls denselben Fingerabdruck des Plagiators des Neuen Testamentes erkennen.
In dem Philippus-Evangelium und dem Thomas-Evangelium befinden sich authentische Sprüche und Predigten, die den Lehren des Essener Täufers entsprechen. Zudem bekommen sie durch die Lehre des Esseners erst einen Sinn. Das Problem entsteht, wenn man die wahre Bedeutung der Begriffe, die im Neuen Testament gefälscht sind, wie, Tempel, Satan, Schlange, Tod, Engel, usw. nicht kennt. Dann ist es nicht möglich, den tiefen Sinn dieser Weisheit zu erkennen. Stellen wir aber die wahre Definition dieser Begriffe wieder her, dann erkennen wir darin die Botschaft des Essener Täufers wieder. Plötzlich stellen die Texte kein Mysterium dar, sondern sie bekommen einen Sinn und sind für alle klar verständlich.
Die Unterschlagung von bestimmten Begriffen und das Bestreben des Verfälschers, die Botschaft mit der des Neuen Testamentes zu vereinbaren, muss beim Überprüfen der Texte in Betracht gezogen werden.
Das Bestreben des Fälschers sind: der bedenkenlose Fleischkonsum, die Minderwertigkeit der Tiere, die Schuld der Juden, die untergeordnete Rolle der Frau, die Legitimität der Sklaverei usw.
Man sollte sich von der eigenen Vorstellung von Wahrheit für die Beurteilung meiner Arbeit nicht beeinflussen lassen. Hier geht es nicht darum, die Wahrhaftigkeit der Worte des Essener Täufers zu beweisen. Es geht darum zu beweisen, dass die Botschaft aus dem Essener Evangelium eine Botschaft ist, die im ersten Jahrhundert nach Christus von einem Propheten gepredigt und von den Römern verfälscht wurde. Unabhängig davon, ob es sich um die göttliche Wahrheit handelt oder nicht.
Silvanus oder Silas war ein vermeintlicher Begleiter des Paulus. Diese Schriften geben einen großen Teil der Lehre aus dem Buch I des Essener-Evangeliums wieder. Das Manuskript „Die Lehre des Silvanus“ wurde im Jahre 1945 in einem Felsspalt von Nag Hammadi entdeckt. Der Zeitpunkt seiner Entstehung wurde von Experten auf das Jahr 150 - 200 n. Chr. datiert. Szekely veröffentlichte das Buch I aus der Reihe: Das Evangelium der Essener im Jahr 1928 in Englisch, die anderen Bücher 2,3 und 4 später.
Nach sieben Jahren Recherchen wurde klar, dass der Essener Prophet der Prophet war, der von Moses angekündigt, um die Menschen, die in der Dunkelheit leben, über den Willen Gottes aufzuklären. Ebenso über ihre Beziehung zur Natur und die Notwendigkeit der Reinheit von Körper, Herz und Seele sollten sie aufgeklärt werden. Nicht zuletzt aber um über das Wesen des göttlichen, unsichtbaren Teils des Menschen zu berichten. Dieser hat viele Namen, etwa Christus, der Gesandte Gottes, der Heilige Geist, der Geist Gottes, das Reich Gottes, das Himmelreich, das Gesetz, Prinz des Friedens, der gute Hirte, usw.
Ein unsichtbarer Teil in einem Lebewesen ist das Leben und kommt durch die Harmonie der Elemente in einem Lebewesen, ob Menschen, Tiere oder Pflanzen zustande. An diesen Teil können die Menschen nicht glauben, weil sie ihn mit irdischen Augen nicht sehen können. Der Essener Täufer wollte in seinen Zuhörern den Glauben an das unsichtbare Göttliche wecken, damit sie mit ihren geistigen Augen Christus sehen mögen.
Dazu sagt der Prophet:
Keiner sieht das Licht des Lebens. Blinde Menschen führen blind auf die dunklen Pfade der Sünden, Krankheit und Leiden: und zuletzt fallen alle in die Grube. Ich bin vom Vater gesandt, damit ich das Licht des Lebens vor euch erscheinen lasse. Das Licht entzündet sich selbst und erleuchtet die Dunkelheit, aber die Dunkelheit kennt nur sich selbst und kennt das Licht nicht. Ich habe euch noch viele Dinge zu sagen, aber ihr könnt sie noch nicht ertragen. Denn eure Augen sind an die Dunkelheit gewöhnt, und das ganze Licht des Himmelsvaters würde euch erblinden lassen. Darum könnt ihr das noch nicht verstehen, was ich euch über den Himmelsvater, der mich zu euch sandte, sage.41
41 Evangelium der Essener S. 25
Er soll nicht die Macht des Satans durch Verzehr von Tierfleisch herbeirufen, denn wer tötet, tötet seinen Bruder, und wer das Fleisch der getöteten Tiere isst, isst vom Körper des Todes. Sagt ihm, er solle sein Essen mit dem Feuer des Lebens und nicht mit dem Feuer des Todes bereiten, denn die lebendigen Engel des lebendigen Gottes dienen nur lebendigen Menschen. Und mag er sie auch nicht sehen und nicht hören und nicht berühren, so ist er doch in jedem Augenblick von der Macht der Engel Gottes umgeben. Während die Augen und Ohren durch Unwissenheit des Gesetzes und der Gier nach den Freuden Satans verschlossen sind, wird er sie nicht, nicht hören, nicht berühren.42
42 Evangelium der Essener: Siebenfache Frieden S. 273
Im Namen des Silvanus oder des Silas, einem mutmaßlichen Begleiter und Schüler des Paulus, dessen Freundschaft mit Paulus durch dessen Briefe an Silvanus im Neuen Testament belegt ist, verfasste der Betrüger ein Schriftstück mit dem Namen „Die Lehren des Silvanus“ – eine Lehre, die er natürlich nur von seinem vermeintlichen Lehrer Paulus erfahren haben konnte.
Mit diesem Winkelzug schaffte es der Fälscher, Paulus als den Propheten zu präsentieren, der von Moses angekündigt war, um das wahre Evangelium zu offenbaren, auch wenn er, Paulus, diese Berufung niemals offen zum Ausdruck brachte. Diese Annahme erhärtet sich dadurch, dass der Fälscher des Essener Evangeliums im Neuen Testament viele Predigten des Essener Propheten, der nach eigenen Angaben der verheißene Prophet war, auf Paulus übertragen hat. Ein Beispiel ist „das Hohelied der Liebe“.
Das Schriftstück „Die Lehren Silvanus“ gibt Hinweise, dass der Autor selbst keine Weisheit besitzt, aber von einem Schriftstück, das die Lehre des Essener Propheten offenbart, abschreibt. Diese Lehre, die er als seine Eigene ausgibt, hat er halbwegs verstanden. Er versucht sie mit eigenen Worten wiederzugeben, wobei er dabei darauf achten muss, die Regeln der Verfälschung seines Vorgängers zu beachten, um mit der Lehre der Gnade aus dem Neuen Testament im Einklang zu bleiben.
Beispiele dafür sind, die wahre Bedeutung bestimmter Begriffe zu unterschlagen oder mit anderen, ähnlichen Begriffen auszutauschen.
Wie im Neuen Testament versucht der Verfasser des Schriftstücks seine Leser in eine Richtung zu kanalisieren. Dies tut er, indem er die Strategie der Verfasser des Neuen Testaments fortsetzt und wichtige Informationen aus dem Essener-Evangelium unterschlägt, um es im Einklang mit den Schriften des Neuen Testaments zu gestalten.
Erkennbar ist, dass im Gegensatz zum Essener-Propheten, dessen Erkenntnis fundiert ist und die er auf eine poetische Weise lehrt, der Verfasser der "Lehren des Silvanus" diese Weisheit dilettantisch ohne Grundlage und Konzept weitergibt. Er nimmt lediglich Begriffe aus dem Essener-Evangelium heraus und verwendet sie mit derselben Intention des Verfälschers des Neuen Testaments. Schlussendlich verschandelt er den wunderbaren Text laienhaft, plump und stümperhaft. In gleicher Weise durch den Versuch, die Überschriften des Essener-Evangeliums durch ähnliche Überschriften aus dem Neuen Testament zu ersetzen, z. B. die „Geheime Lehre der Essener“ durch das „Geheime Markus-Evangelium“, oder „die Essener Offenbarung“ durch die „Offenbarung des Johannes“. Gleichermaßen verfuhr der Verfälscher mit dem „Buch des Wahren Lehrers“ aus dem Essener Evangelium, das er durch die „Lehren des Silvanus“ ersetzte.
Dabei verwendet er viel Text aus dem Schriftstück „das Buch des wahren Lehrers“, das aber nicht ausschließlich.
Der Verfälscher des Essener Evangeliums war stets darauf bedacht, so viel Text aus den authentischen Evangelien wie nur möglich im Neuen Testament einfließen zu lassen, aber auf verdrehte Art und Weise.
Die übergeordnete Rolle der Natur, der Gesundheit des Menschen und der Mutter Erde sowie die Notwendigkeit kein Fleisch zu essen wurde gänzlich vom Verfasser des Neuen Testaments unterschlagen. Aus gutem Grund, denn mit der wahren Bedeutung dieser Begriffe konnte keine Religion der Gnade aufgebaut werden, in der der leibliche Körper des Menschen und seine Gesundheit keine Rolle spielen.
Die Lehre, die sich in dem Dokument, "'Die Lehren des Silvanus" widerspiegelt, ist eindeutig auf die Lehre des Essener Propheten zurückzuführen. Sie wird teils verzerrt, wie wir es aus dem Neuen Testament kennen wiedergegeben, teils wörtlich. Dazu wurde größtenteils das Buch I aus dem Essener Evangelium benutzt. Aber auch viel Text aus den anderen Büchern des Essener-Evangeliums kommt in den Lehren des Silvanus zum Ausdruck. Diese Sache ist von großer Bedeutung, denn das Buch I wurde 1928 zum ersten Mal veröffentlicht, die Schriften "Die Lehren des Silvanus" wurden 1945 in Nag Hammadi entdeckt. Szekely konnte nicht den Inhalt der Schriften aus Nag Hammadi kennen und abgeschrieben haben.
Das Dokument „Die Lehren des Silvanus“ beweist, dass dem Autor der Lehren des Silvanus unter anderem die Bücher 1,2,3 und 4 aus dem Essener Evangelium vorlagen, als er seine Verfälschung erarbeitete. Es gibt uns auch den Nachweis, dass die Bücher 2,3 und 4 aus dem gleichen Bestand stammen und eine unzertrennliche Einheit darstellen, aus der der Plagiator geschöpft hat, um dieses Schriftstück zu verfassen. Die Behauptung Edmond Szekely 's in Bezug auf die Zusammengehörigkeit dieser Schriften, also der Bücher 1,2,3,4, kann nun nicht mehr angezweifelt werden.
Aus diesem Grund wissen wir, dass die Angaben Szekely 's bezüglich der Texte aus dem Essener-Evangelium, die Parallelen zu den Qumranschriften aufweisen, stimmen.
Die Lehren des Silvanus beinhalten Themen aus dem Essener-Evangelium, die teilweise nirgendwo anders vorkommen als im Essener Evangelium. Partiell sind es sehr brisante Themen, die der Verfälscher des Neuen Testaments vermied zu thematisieren: Zum Beispiel die Reinheit des Leibes; die Erde, als Ursprung des Menschen; der metaphorische Sinn von „Tempel“; das Wesen des Christus usw.
Die Wiedergabe der Texte in dem Dokument „Die Lehren des Silvanus“ erfolgt im gleichen Stil wie die Verfälschung des Essener Evangeliums im Neuen Testaments und in anderen christlichen Schriften.
Die Lehren im Essener Evangelium sind sehr häufig in Gleichnissen verfasst, negative Aussagen kommen dort sehr selten vor, nur in Ausnahmefällen. Der Essener Prophet berichtet stets von der Belohnung des Paradieses und von den Dingen und der Entwicklung, die der Mensch zu erreichen vermag. Der Verfälscher übernimmt die positive Thematik und verändert sie, indem er sie ins Negative umwandelt. Er beschuldigt, ermahnt und stellt Fragen oder nutzt symbolische Synonyme, um nach Bedarf den Sinn beizubehalten. Aus diesem Grund wird die Quelle, aus der er schöpft, unkenntlich gemacht.
Ein Beispiel dazu: Der Essener Prophet erklärt anhand eines Gleichnisses, auf welche Weise die Krankheit, die er als „Satan“ bezeichnet, den Frieden eines Menschen raubt und wie die Krankheit während des Fastens den Körper verlässt. In unserem Fall handelt es sich um einen Bandwurm. Er vergleicht die Krankheit mit einem bösen Nachbarn, der wartet, bis der Herr des Hauses (Tempel) weg ist, um sein Mobiliar zu stehlen und zu zertrümmern. Der Essener Prophet richtet keine Drohung gegen seine Zuhörer. Sondern er erklärt ihnen was passiert, wenn ein Mensch erkrankt, und auf welche Weise die Krankheit den Körper verlässt, bevor der Frieden wieder einkehrt.
Dies bedeutet, dass der böse Nachbar (die Krankheit oder Satan) Einlass in den Körper (Tempel) finden konnte, weil der Schutz, bzw. der Herr des Hauses nicht mehr da war. Der Schutz, bzw. der Herr des Hauses sind die Elemente Sonne, Wasser, Luft und Erde, die in einem gesunden Körper in Harmonie gehalten werden und die vom Propheten als Engel bezeichnet werden. Diese Engel bieten Schutz gegen den Widersacher. Ihre Einheit ist das Leben auf Erden schlechthin.
Der Verfälscher greift diese Thematik auf und bestückt sie mit Synonymen und verändert den Satz ins Negative, um seinen Ursprung unkenntlich zu machen. Der Text ist eine Aufforderung an seine Anhänger, sich zu bessern und setzt damit ihre Schlechtigkeit gleich voraus.
Der folgende Text erläutert die Vorgehensweise des Verfälschers, die sich durch das ganze Manuskript zieht:
Mein Sohn, wirf jeden Räuber hinaus aus deinen Toren. Bewache 'alle deine Tore mit Feuerfackeln, welche die Worte sind, und du wirst dadurch ein ruhiges Leben erlangen. Aber der, der dieses nicht beachtet, wird werden wie eine Stadt, die verwüstet ist, da sie eingenommen wurde. Alle möglichen Tiere haben sie niedergetrampelt. Denn bösartige Tiere sind Gedanken, die nicht gut sind. Und deine Stadt wird voller Räuber sein, und du wirst nicht in der Lage sein, Frieden zu erlangen, sondern nur alle möglichen wilden Tiere. Der Böse, der ein Tyrann ist, ist ihr Herr. Während er dieses ansteuert, befindet er sich im großen Schlamm. Die ganze Stadt, welche deine Seele ist, wird zerstört werden.
Wie bereits erwähnt, erkennt man hier, dass der Verfälscher es vermeidet, die Terminologie des Esseners zu übernehmen:
Räuber:
> ist die Krankheit oder SatanAus deinen Toren hinauswerfen:
> ist das Fasten, das zur Heilung führt.Bewache deine Tore mit Feuerfackeln:
> stell die Engel als Schutz hin.Ruhiges Leben zu erlangen:
> um den Frieden wieder zu finden.Die Stadt ist verwüstet und eigenommen:
> der Tempel ist vom bösen Nachbarn eingenommen und verwüstet.Der Tyrann, der Herr geworden ist:
> ist Satan, der den Platz im Tempel eingenommen hat.
Wir haben gesehen, dass die, die im Nachhinein über die Verfälschung eingeweiht waren bis zu diesem Zeitpunkt, also um 200 n. Chr. gewartet haben, um den bisher unterschlagenen Inhalt des „Friedensevangeliums“, u. a. bestückt mit dem Inhalt des „Buches des Wahren Lehrers“ zu veröffentlichen. Schließlich fügte er den Inhalt seinem Lügenwerk „die Lehren des Silvanus“ bei. Es ist verständlich, dass der Verfälscher bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich die falsche christliche Lehre eingespielt und verfestigt hatte, gewartet hat. Denn mit der Auslegung des Evangeliums durch Paulus, in der nur der Glaube an das Opfer Jesu für das selige Heil von Bedeutung ist, wäre die Notwendigkeit seinen Körper rein zu halten, was hier Thema ist, nicht in Einklang zu bringen.
150-200 n. Chr. schien die Zeit reif zu sein für die Verwendung des letzten Textes aus dem Essener Evangelium. Dieser stellte eine Bedrohung für die Lehre der Gnade dar. Es ist außerdem die letzte Predigt aus dem Essener Evangelium, die der Verfälscher für sein Lügenwerk benutzt hat. In diesem Schreiben wagt er es tatsächlich, die Erde, die Notwendigkeit der Reinheit des Körpers usw. zu thematisieren.
Der Autor des Dokuments musste aber in die Strategie der Fälschung der authentischen Schriften eingeweiht worden sein. Denn es ist derselbe rote Faden wie im Neuen Testament erkennbar. Es ist anzunehmen, dass der Autor der „Lehren des Silvanus“ nicht derselbe Autor ist, der das Fälschen des Neuen Testaments unter seiner Obhut gehabt hat, obwohl dieses Schriftstück nach denselben Grundsätzen und Motiven wie im Neuen Testament gefälscht worden ist.
Ein massiver Unterschied ist zu erkennen. Nämlich, dass der geniale Geist fehlt. Es fehlen die zweideutigen Angriffe gegen den Essener Propheten auf einer makabren und zynischen Verständnisebene, die anscheinend nur der Verfasser des Neuen Testaments allein überragend beherrscht hat.
Diese „Lehren des Silvanus" sind das letzte und zugleich das brisanteste Plagiat des Essener-Evangeliums, das verwendet worden ist. Sie geben uns Anhaltspunkte über den Anfang und den Abschluss der Verfälschung des Essener Evangeliums, wenn die Expertise über das Entstehungsdatum des Dokuments „die Lehren des Silvanus“ zuverlässig ist.
Es war von Beginn an klar, dass „die Lehren des Silvanus“ niemals in das Neue Testament aufgenommen werden würden. Denn der Autor lässt meines Erachtens viel zu viele kompromittierende Elemente aus der Lehre des Essener-Propheten erkennen. Obwohl er bei dem Begriff „Tempel“ Zugeständnisse macht, ist erkennbar, dass dieser Begriff trotz Annäherung nicht den wahren Sinn wiedergibt. Anfänglich wird der Begriff „Tempel“ mit Stadt oder Lager ausgetauscht.
Gegen Ende lehnt sich der Autor der „Lehren des Silvanus" weit aus dem Fenster und beschließt, im Zusammenhang mit dem Begriff Tempel dennoch die Notwendigkeit seinen Körper rein zu halten zu thematisieren.
Die wahre Unzucht bezieht sich auf die Abhängigkeit der Seele vom Weltlichen und hat nicht nur mit sexuellen Ausschweifungen zu tun. Sie setzt sich zusammen aus den sogenannten drei Netzen Belials: die Suche nach Reichtümern, Völlerei und Trunkenheit sowie sexuelle Ausschweifungen. Das sind die Liebhaber, mit der die sündige Seele Unzucht treibt.
Der Autor des Schriftstücks übernimmt, gemäß Paulus, den Begriff Unzucht nur als sexuelle Ausschweifung, um die Lehre der Gnade zu bestätigen. Dadurch will der Verfälscher erreichen, dass die, die sexuelle Wünsche haben, erkennen, dass es fast unmöglich ist, diese Gedanken der Begehrlichkeit zu kontrollieren, ein Begehren, das nach den Worten Jesu nicht weniger ist, als Ehebruch. Daher fühlt sich der potentielle Christ mit der Lehre der Gnade bestätigt, dass es unmöglich sei, die göttlichen Gebote zu halten. Der Verfälscher hat aber von Anfang an verschwiegen, dass durch die körperliche Wiedergeburt und das Erlangen der ursprünglichen Reinheit, die absolute Kontrolle über seine Gedanken erreicht werden kann, und dass die wahre Liebe zu seinem Nächsten diese Begehrlichkeit verdrängt.
Es sieht so aus, als würde der Plagiator ebenfalls den Unterschied zwischen Grube und Grab kennen. Er benutzt es dennoch bewusst falsch. Er wirft viele Synonyme durcheinander (wie Heiliger Geist, Christus usw.) mit dem Ziel zu verwirren.
Mit der Bezeichnung „wilde Tiere“ tauscht der Plagiator den Begriff „Satan“ aus dem Essener-Evangelium aus. Dennoch ist da keine klare und konstante Linie zu erkennen, denn der Autor der "Lehren des Silvanus" hat sein Schriftstück mit eigenen Überlegungen bespickt (gespickt ?). Das Fehlen der Konstante ist auch ein weiteres Zeichen dafür, dass der Plagiator "der Lehren des Silvanus" nicht derselbe ist, wie der Verfälscher des Neuen Testaments.
Der Teil aus dem Friedensevangelium, den der Verschwörer bis dato unterschlagen hatte und bis zum Schluss aufbewahrte, nämlich die wahre Wesenhaftigkeit des Menschen, seine Beziehung zur Natur, das Wesen des unsichtbaren Christus, das Wesen Beelzebubs, das Wesen Satans, die Notwendigkeit der Vollkommenheit, usw., schaffte der Urheber der "Lehren des Silvanus" zum richtigen Zeitpunkt sogar noch preiszugeben. Dennoch verletzte er die Lehre der Gnade, durch die Lüge über den personifizierten Christus und den vergeistigten Teufel, nicht.
Die Elemente, Wasser, Sonne, Luft und Erde, die der Essener Prophet als Engel bezeichnet, die in einem gesunden Körper in Harmonie gehalten werden und einen Schutz bieten, hat der Plagiator mit den Begriffen Wache und Soldaten ausgetauscht. Das tat er, um die übergeordnete Rolle der Erde und ihrer Elemente zu unterschlagen.
Die Bezeichnung Engel aber stellt er bibelgemäß als menschliche, unsichtbare Wesen dar.
Sein Ziel erreicht der Autor – wie der Autor des Neuen Testaments – durch das konsequente Verschweigen der Begriffe Weisheit, die er durch Feuerfackel austauscht, Krankheit durch Tiere, die Tempelzerstörung durch „mit Tiere, die die Stadt zertrampeln“; „Räuber, die den Tempel verwüsten“, tauscht er aus mit „Tiere, die eine Stadt verwüsten“. „Die Herrschaft des Beelzebub, der die Menschen versklavt“, ersetzt er durch „der Herrschaft von Feinden, die eine Stadt eingenommen haben“; „den verunreinigten Tempel durch Satan und Beelzebub, der den inneren Frieden raubt“, hat der Verschwörer ausgetauscht durch „eine Stadt, die vom Feind belagert ist“ und durch „den Frieden nehmen“;
„Beelzebub, der Keim Satans, der bis zur vierten Generation weitervererbt wird, der Wurm, der niemals stirbt“, hat der Verfälscher durch „den Bösen, den Tyrannen, den Herren oder den, der zum Vater wird“, ausgetauscht. Das Heilige Gesetz, das alles beherrscht durch „Lehre“; die Mutter-Erde bekommt auch hier, wie im Neuen Testament einen negativen Unterton. Der Tyrann ist Beelzebub, der mächtigste aller Dämonen, der den Tempel des Leibes zerstört. Er ist der Keim Satans, der die Verwesung verursacht.
Die Szenarien der Zerstörung erinnern an den „Habakuk Kommentar“ und an die Kriegs-Rolle aus den Qumran-Rollen.
Es ist verwunderlich, dass der Autor bezüglich des Begriffs „Tempel“ Kompromisse gemacht hat. Denn der Frieden und die Heiligkeit können im Essener-Evangelium ausschließlich durch die Neugeburt des Körpers, wenn der böse Tyrann (Satan) ausgetrieben wird, erreicht werden. Das ist die Essener Taufe. Die Taufe im Neuen Testament ist aber nur symbolisch dargestellt. Ein Zugeständnis, das ein sehr großes Wagnis darstellt; denn im Gegensatz zu einer Stadt darf ein Tempel nicht verunreinigt werden, beziehungsweise er muss rein bleiben. Den Körper des Menschen als Tempel zu bezeichnen, würde auf die Dringlichkeit des Bestrebens nach Vollkommenheit hinweisen und die Vollkommenheit würde die Gnade zunichtemachen. Ich denke, dass der vermeintliche Silvanus nicht daran gedacht hat. Ein Fehler, der dem Plagiator des Neuen Testamentes nicht passiert wäre.
Interessant oder sogar beachtenswert ist, dass der Plagiator Themen aus dem Essener-Evangelium, die verfälscht im Neuen Testament zu erkennen sind, auf einer anderen Ebene richtig stellt. Dies tut er, ohne die Lehre der Gnade zu verletzen. Deshalb könnte man ihn sogar als jemanden bezeichnen, der „richtig stellt“. Am Schluss des Schreibens geht er aber noch weiter und berichtigt den wahren metaphorischen Sinn der Tempelzerstörung aus dem Neuen Testament, den sein Vorgänger als reales Szenario darstellt.
Den Frieden über das Reinhalten des Tempels, der die Gedanken beeinflusst und die Taten lenkt, hat der Verfälscher hier leicht thematisiert und mit den Begriffen „Wort“ und „Verstand“ ausgetauscht. Wer seinen Tempel rein hält, genießt die Präsenz der Wache (Engel) und er gewinnt gegen den Feind.
In den authentischen Texten des Essener Evangeliums sind sehr selten negative Sätze zu finden. Von Zeit zu Zeit spricht der Essener Prophet von den Konsequenzen eines Lebens ohne Einklang mit der Natur, wie ein Arzt zu seinen Patienten über die Krankheit spricht. Aber Drohworte, die Beunruhigung und Angst machen, kommen nicht vor. Der Autor der "Lehren des Silvanus" aber verfährt wie die Verfälscher des NTs, er setzt auf Angst und verwendet die authentischen Texte, um daraus Drohungen oder Vorwürfe gegen seine potentiellen Anhänger zu verfassen.
Teilweise gibt er die Worte des Essener-Propheten wörtlich wieder. Häufig umschreibt er diese Texte, die er mit vielen Synonymen und mit eigenen Worten ergänzt. Im Großen und im Ganzen aber, ist das Essener-Evangelium als Quelle für die "Lehren des Silvanus" eindeutig und zweifelsfrei zu erkennen.
Dass diese Verfälschung des Essener-Evangeliums mit der Verfälschung des Neuen Testamentes zusammenhängt, ist eine Tatsache, die bestätigt, dass der Verfälscher die Texte aus den authentischen Evangelien ein einziges Mal benutzt hat. Auch bestätigt das, dass die Predigten, die der Verfälscher für das Verfassen der Lehren des Silvanus benutzt hat, Texte sind, die der Verfälscher des Neuen Testaments nicht zuvor benutzt hat. Er hat sie gebraucht, um den Restbestand des „unbenutzten“ Essener Evangeliums darzustellen.
Der folgende Abschnitt ist der wichtigste Teil meiner Darbietung. Durch die Texte aus dem Manuskript „Die Lehren des Silvanus“, ist der Beweis erbracht, dass der vermeintliche Silvanus Kenntnis vom Evangelium der Essener hatte, beziehungsweise über den Inhalt des Buches I, das im Jahr 1928 veröffentlicht wurde. Die Lehren des Silvanus reflektieren außerdem das Kernstück des gesamten Essener Evangeliums, dass der Plagiator bis zum Schluss der Fälschung geheim gehalten hatte. Zusätzlich wollte er mit den „Lehren des Silvanus“ einen Ersatz für das Manuskript aus dem Essener-Evangelium „Das Buch des wahren Lehrers“ schaffen. Aus dem schöpft er auch tatsächlich, um die Lehren des Silvanus zu komponieren.
Das „Buch des wahren Lehrers“ ist das Buch III aus dem Essener-Evangelium. Dieser Fakt liefert uns den Beweis, dass die Essener-Texte, die sich auf die Qumran Schriften beziehen, ebenfalls authentisch sind.
Aber der Höhepunkt des Schriftstücks ist, dass der vermeintliche Silvanus das wichtigste Zitat des Christentums, das wir aus Jesaja 53 kennen, ebenfalls richtig stellt. Ein Zitat, das nach der Methode und den Motiven des Plagiators des Neuen Testaments verfälscht wurde.
Das Manuskript „Die Lehren des Silvanus“ ist ein 11-seitiges Werk. Der ganze Text ist zu mindestens 80 % auf das Essener-Evangelium zurückzuführen. Wie bereits erwähnt, hat der Verfälscher zum Teil die positiven Texte ins Negative verdreht. Oder er hat Synonyme oder Umschreibungen benutzt, um die Quelle, aus der er schöpft, zu verwischen. Ich habe nur wenige Sätze aus diesem Manuskript dem Essener Evangelium gegenübergestellt. Ich denke aber, dass sie ausreichen, um eine Affinität zwischen beiden Texten erkennen zu können.
"Die Lehren des Silvanus" geben außerdem zu erkennen, dass dem Fälscher nicht nur das Evangelium der Essener vorlag. Er hat auch andere Zitate, die sich durch meine Forschung als authentisch herausstellten, verwendet.
Über Christus: Denn der Baum des Lebens ist Christus. Er ist die Weisheit. Er ist nämlich die Weisheit. Er ist ebenso das Wort. Er ist das Leben, die Kraft und die Tür. Er ist das Licht, der Engel und der gute Hirte.
Erklärung:
Im Essener-Evangelium kommt der Begriff Christus überhaupt nicht vor. Das Evangelium schildert das Wesen des unsichtbaren Christus, der kein Mensch ist, sondern das Leben schlechthin, unter den folgenden Namen: Lebensbaum“, „Licht“, „Leben“, „das göttliche Gesetz“, Weisheit, „Prinz des Friedens“, „der gute Hirte, „die Harmonie der Elemente im Menschen“, „die Harmonie der Essener Engel der Erdenmutter und des Himmelsvaters“, „der Herr des Hauses“, „der Bräutigam“.
Aber es ist unmöglich, zu Christus zu sehen wie zu der Sonne. Gott sieht jeden; niemand sieht ihn. Christus empfängt und gibt ohne Neid. Er ist aber das Licht des Vaters, indem er Licht spendet ohne Neid.
Zitat aus dem Essener-Evangelium:
Schaut, o Söhne des Lichts, das kleine Gras. Seht darin sind alle Engel der Erdenmutter und des Himmelsvaters. Denn jetzt seid ihr in den Strom des Lebens eingetreten, und seine Wellen werden euch zur rechten Zeit dem ewigen Leben im Reich des Himmelsvaters entgegentragen. Denn in dem Gras sind alle Engel. Hier ist der Engel der Sonne, hier in dem Leuchten der grünen Farbe in den Halmen des Weizens. Denn niemand kann in die Sonne schauen, wenn sie hoch am Himmel steht, denn die Augen der Menschen sind geblendet von ihrem strahlenden Licht.43
43 Das Evangelium der Essener: Das Geschenk des Lebens in dem Bescheidenen Gras. S. 263
Erklärung:
Man kann hier deutlich erkennen, dass „Silvanus“ das Christus-Prinzip verstanden hat und seine Bedeutung wiederherstellt. Er hat den Zusammenhang zwischen dem Licht der Sonne und Christus erfasst und versucht mit seinen Worten zu schildern, dass Christus das Leben ist.
Denn wenn diese in dir sind, welches lebendige Ding wird in dich kommen können? Die lebendigen Engel werden dich verabscheuen.
Zitat aus dem Essener-Evangelium:
Sagt ihm, er solle sein Essen mit dem Feuer des Lebens und nicht mit dem Feuer des Todes bereiten, denn die lebendigen Engel des lebendigen Gottes dienen nur lebendigen Menschen.
Und das nächste Gebot lautet: Du sollst nicht töten. Wer daher tötet, tötet seinen Bruder und die Erdenmutter wird sich von ihm abwenden und wird ihm ihre belebenden Brüste entziehen. Und ihre Engel werden ihn meiden, und Satan wird in seinem Leibe Wohnung beziehen.44
44 Das Evangelium der Essener: Siebenfache Frieden: S. 273
Erklärung:
Der Essener ermahnt uns dazu, Tiere, welche er als die Brüder der Menschen bezeichnet, nicht zu töten. Er gibt klar zu erkennen, dass die, die Tiere töten, auch fähig sind Menschen zu töten und dass die Kriege auf das Töten der Tiere und den Verzehr ihres Fleisches zurückzuführen sind. Er sagt, dass die Menschen, die sich von ungekochter und lebendiger Nahrung ernähren, die Harmonie der lebendigen Engel, respektive der Elemente in ihrem Körper aufgebaut haben. Aber wenn der Mensch sich aus toter Nahrung ernährt, werden die Engel ihn meiden, hier benutzt der Verfälscher den Terminus: verabscheuen.
Du warst ein Tempel, aber du hast dich selbst zum Grab gemacht. Höre auf, ein Grab zu sein, und werde wieder ein Tempel, damit Rechtschaffenheit und Frömmigkeit in dir bleiben werden!
Zitat aus dem Essener-Evangelium:
Wahrlich, ich sage euch, der Geist Gottes wird nicht eher eintreten, bevor Satan und seine Versuchungen und Abscheulichkeiten und Abhängigkeit nicht aus eurem Tempel verbannt sind. Und von allen Versuchungen eures Körpers und Geistes, die von Satan kommen, zieht euch zurück unter den Schatten von Gottes Himmel. Darum martert euch Satan so qualvoll, denn er fühlt, dass das Ende gekommen ist. Aber lasst eure Herzen nicht zittern, denn bald werden die Engel Gottes erscheinen, um wieder ihre Wohnstätte zu belegen und sie wieder als Tempel Gottes zu weihen. Und ihr, sollt wahre Söhne Gottes sein, damit ihr auch an seiner Macht teilhaben könnt und an seinem Wissen und allen Geheimnissen. Denn Weisheit und Macht können nur aus der Liebe Gottes kommen. 45
45 Das Evangelium der Essener: S. 41
Denkt nicht, dass es ausreicht, wenn euch der Engel des Wassers nur äußerlich umarmt. Wahrlich, die inneren Unreinheiten sind um vieles größer als die äußerliche Unreinheit. Und derjenige, der sich äußerlich reinigt, aber innen unrein bleibt, ist wie die Grabstätten, die außen ansehnlich gestrichen sind, aber innen voller grauenerregender Unsauberkeiten und Abscheulichkeiten stecken. So sage ich euch wahrlich, lasst den Engel des Wassers euch auch innerlich taufen, damit ihr von den vergangenen Sünden frei werdet und dass ihr innen genauso rein werdet wie das Sprudeln des Flusses im Sonnenlicht.46
46 Das Evangelium der Essener: S. 20
Und er wird von ihren Engeln gemieden, und der Satan wird in seinem Körper einziehen. Und das Fleisch geschlachteter Tiere in seinem Körper wird sein eigenes Grab werden. Denn wahrlich ich sage euch, der der tötet, der tötet sich selbst, und wer vom Fleisch erschlagener Tiere isst, isst vom Körper des Todes.47
Erklärung:
Mit diesem Zitat stellt der Plagiator die metaphorische Bedeutung von Tempel wieder her. Diese hatte der Verfälscher im Neuen Testament sabotiert, indem er der Bedeutung einen reellen Sinn gab. Die Bezeichnung „Tempel“, die auf den Körper bezogen ist, können wir in den Evangelien des NT ein einziges Mal nachlesen. Wir lesen es als Jesus das Abreißen des Tempels auf seinen Körper bezieht, in Bezug auf seine Kreuzigung und Auferstehung. Hier stellt „Silvanus“ die Bedeutung des „Tempels“ auf den leiblichen Körper wieder her. Und er erwähnt sogar, dass der Tempel zu einem Grab werden kann. Da nun aber im Neuen Testament der Fleischverzehr erlaubt ist, versteht der Leser einen symbolischen Sinn hinter dieser Aussage. Durch diese Aussage gibt uns der Essener Täufer zu verstehen, dass die Verwesung nicht Teil des göttlichen Plans ist. Durch das Silvanus-Zitat wird eingestanden, dass durch die Reinheit des Leibes Rechtschaffenheit entsteht.
Es ist für sie unmöglich zu sündigen. Denn wo Christus ist, da ist die Sünde nichtig.
Lass allein Christus in deine Welt eindringen, und lass ihn alle Kräfte, die über dich gekommen sind, zunichtemachen. Lass ihn in den Tempel eintreten, der in dir ist, damit er alle Kaufleute hinauswerfe. Lass ihn wohnen in dem Tempel, der in dir ist, und werde du für ihn zum Priester und Leviten, indem du in Reinheit eintrittst.
Zitat aus dem Essener-Evangelium:
Sie finden sich nicht in Schlemmereien und Trunkenheit, noch in liederlichem Leben oder Lüsternheit, noch in der Suche nach Reichtümern, noch im Hass auf eure Feinde. Denn all diese Dinge kommen alle aus dem Reich der Dunkelheit und vom Herrn allen Übels. Und all diese Dinge tragt ihr in euch selbst; und so dringen das Wort und die Macht Gottes nicht in euch ein, weil alle möglichen Übel und Abscheulichkeiten ihre Wohnung in xeurem Körper und eurem Geist haben. Wenn ihr wollt, dass das lebendige Wort Gottes und seine Macht in euch eindringen kann, dann beschmutzt nicht euren Körper und euren Geist; denn der Körper ist der Tempel des Geistes, und der Geist der Tempel Gottes. Darum reinigt den Tempel, damit der Herr des Tempels darin wohnen und einen Platz einnehmen kann, der seiner wert ist.48
48 Das Evangelium der Essener: S. 18
Erklärung:
In der Predigt des Esseners erkennen wir die drei Hauptsünden, die drei Netze Belials. Diese sind die „Suche nach Reichtümern“, „Schlemmerei und Trunkenheit“ und „Lüsternheit, die zum Hass gegenüber anderen Menschen führt“. Die Elemente, deren Summe im Menschen das Leben ausmacht und zugleich Christus ist, sollen in der Tat in den Tempel eintreten. Weil vor dem Essener Evangelium niemand die wahre Bedeutung von „Tempel“ und „Christus“ kannte, konnte niemand vorher die richtige Bedeutung des Textes erkennen. „Silvanus“ gab halbwegs den Wortlaut des Essener Propheten wieder. Dies tat er in der Gewissheit, dass niemand seinen wahren Sinn je erfahren wird. Er geht sogar so weit die falsche Deutung der "Tempelreinigung" im Neuen Testament wiederherzustellen, ohne, dass er ein Aufdecken der Verfälschung zu befürchten hat.
Gesegnet bist du, du Seele, wenn du diesen in deinem Tempel findest. Gesegnet bist du noch viel mehr, wenn du ihm dienst.
Aber den, der den Tempel Gottes beflecken wird, diesen wird Gott zerstören. Denn du bist offenkundig, du Mensch, wenn du diesen hinauswirfst aus deinem Tempel. Denn wenn die Feinde nicht Christus in dir sehen, dann werden sie bewaffnet in dich eindringen, um dich zu überwältigen. Er ist es, der die eisernen Riegel der Hölle und die bronzenen Bolzen zerbrach. Er ist es, der alle hochnäsigen Tyrannen angriff und niederwarf.
Zitat aus dem Essener-Evangelium:
Darum martert euch Satan so qualvoll, denn er fühlt, dass das Ende gekommen ist. Aber lasst eure Herzen nicht zittern, denn bald werden die Engel Gottes erscheinen, um wieder ihre Wohnstätte zu belegen und sie wieder als Tempel Gottes zu weihen.
Und sie werden Satan packen und ihn aus eurem Körper hinauswerfen mit all seinen Krankheiten und all seinen Unreinheiten.49
49 Das Evangelium der Essener: S. 38
Erklärung:
Man erkennt an der Formulierung, dass „Silvanus“ bei der metaphorischen Deutung des Begriffes „Tempel“ den Paulusbezug auf sexuelle Ausschweifung übernimmt. Erneut stellt „Silvanus“ die wahre Bedeutung der Tempelreinigung wieder her: das Hinauswerfen Satans aus dem Tempel. Dabei sind die hochnäsigen Tyrannen die Unreinheiten.
Er ist es, der von sich die Fesseln löste, mit denen er gebunden war. Er brachte die Armen aus der Tiefe und die Trauernden aus der Unterwelt.
Er, der die hochnäsigen Kräfte erniedrigte; er, der die Hochmut durch Demut beschämte; er, der niedergeworfen hat den Starken und den Überheblichen durch Schwachheit;
Zitat aus dem Essener-Evangelium:
Ich trieb es heraus und tötete es, dass es dich nie wieder quält. Danke Gott, dass seine Engel dich befreit haben und sündige nicht mehr, wenn Satan nicht mehr in dich zurückkehren soll. Lass deinen Körper von nun an ein Tempel sein, der deinem Gott geweiht ist.
Und Jesus antwortete: Groß ist euer Glauben. Wenn es nach eurem Glauben geschieht, werdet ihr bald der furchtbaren Erscheinung des Satans gegenüberstehen und die Macht des Menschensohns erleben. Denn ich will den mächtigen Satan mit der Stärke eines unschuldigen Lammes Gottes austreiben, der schwächsten Kreatur des Herrn. Denn der Heilige Geist Gottes macht das Schwächste mächtiger als das Stärkste.50
50 Das Evangelium der Essener: S. 41
Erklärung:
Es ist klar zu erkennen, dass „Silvanus“ erneut den Text aus „Die Austreibung Satans“ aus dem Essener Evangelium und Texte aus Paulusbriefen genutzt hat, um seine Lehre zu verfassen.
...er, der in seiner Verachtung das verschmähte, was für Ehre erachtet wird, damit der Demütige um Gottes willen hoch erhoben werde; und er hat die Menschheit angezogen und ist doch Gott, das göttliche Wort, er, der allezeit den Menschen trägt. Und er wollte Demut in dem Hochmütigen hervorbringen. Er, der den Menschen erhöhte, wurde wie Gott, nicht damit er Gott zum Menschen herabbringe, sondern damit der Mensch Gott ähnlich werde.
Zitat aus dem Essener Evangelium:
Und der Menschensohn ist zu einer unendlichen Höhe emporgehoben und wandelt durch die Wunderwerke der Ebene, denn nur der Menschensohn trägt in seinem Körper die Wurzeln des Lebensbaumes; die gleichen Wurzeln, die am Busen der Erdenmutter saugen; und nur der Menschensohn trägt in seinem Geist die Zweige des Lebensbaumes, die gleichen Zweige, die sich dem Himmel entgegenstrecken, dem Reich des Himmelsvaters.
Die Engel deiner Erdenmutter begleiten dich bei Tage und die Engel deines Himmelsvaters in der Nacht, und in dir hast du das heilige Gesetz. Es ziemt nicht dem Sohn eines Königs, nach einem Narrenzepter in der Gosse zu gieren. Nimm denn deinen Platz an der Festtafel ein und mache deinem Erbe Ehre. Denn in Gott leben wir und gehen wir voran und haben in ihm unser Sein. Wahrlich, wir sind seine Söhne und er ist unser Vater.51
51 Das Evangelium der Essener: Engelkommunionen S. 251
Erklärung:
Der Begriff „erhöhen“ kommt im Neuen Testament im Zusammenhang mit der Kreuzigung Jesu vor. Auch hier stellt „Silvanus“ den Essener-Sinn wieder her, und zwar, dass der Mensch, wenn er wiedergeboren ist, zum Sohn Gottes erhoben wird. Der zweite Text aus dem „Buch des wahren Lehrers“ lehrt, dass das Ziel des Menschen das Sohn-Sein Gottes ist. Auch hier stellt „Silvanus“ den ursprünglichen Sinn wieder her.
Er allein wurde durch das Wohlgefallen des Vaters gezeugt. Denn er ist das unbegreifliche Wort, und er ist die Weisheit und das Leben. Er belebt und ernährt alle Lebewesen und Kräfte. Wie eine Seele allen Gliedern des Leibes Leben gibt, so herrscht er über alle mit Kraft und gibt ihnen Leben. Denn er ist der Anfang und das Ende; er schaut auf alles und umfängt alles.
Zitat aus dem Essener Evangelium:
Das Gesetz ist das lebendige Wort des lebendigen Gottes an lebendige Propheten für lebendige Menschen. In allem Lebendigen findet ihr das Gesetz. Ihr findet es im Gras, im Baum, im Fluss, im Berg, in den Vögeln des Himmels, in den Fischen des Meeres; doch sucht es hauptsächlich in euch selbst. Denn wahrlich, ich sage euch, alle lebendigen Dinge sind Gott näher als die Schrift, die ohne Leben ist. So machte Gott das Leben und alle lebendigen Dinge, dass sie durch das ewige Wort die Gesetze des wahren Gottes den Menschen lehren können.52
52 Das Evangelium der Essener: S. 17
Aber jetzt werde ich euch von geheimnisvollen Dingen berichten, denn wahrlich, ich sage euch, das bescheidene Gras ist mehr als Nahrung für den Menschen und das Tier. Es verbirgt seine Herrlichkeit unter einem niedrigen Aussehen, so wie es berichtet wird von einem Herrscher der Alten, der die Dörfer unter seiner Herrschaft als Bettler verkleidet besuchte und wusste, dass die Menschen einem solchen viele Dinge erzählen, aber vor dem König in Furcht niederfallen würden. So verbirgt das bescheidene Gras seine Herrlichkeit unter einem Gewand aus bescheidenem Grün, und die Söhne der Menschen laufen darauf, pflügen es, füttern es ihren Tieren, aber kennen nicht die Geheimnisse, die darin verborgen sind, noch jene Geheimnisse des ewigen Lebens im Himmlischen Reich. Aber die Söhne des Lichts werden wissen, was in dem Gras verborgen ist, denn es ist ihnen gegeben, die Söhne der Menschen zu trösten. 53
53 Das Evangelium der Essener: S. 261 EK
Du schickst das Wasser der Quelle in die Täler und lässt es an den Hügeln vorbeiziehen. Du gibst jedem Tier auf dem Feld zu trinken und lässt das Gras wachsen für das Vieh.
Du setzt die mächtigen Bäume an ihren Platz, sodass die Vögel des Himmels ein Heim finden und lieblich zwischen den Zweigen singen. Du lässt die Kräuter zum Dienst der Menschen wachsen, damit er Nahrung schaffe aus der Erde. In den Händen der Brüder tragen all Deine Geschenke Früchte, denn sie erbauen auf Erden das Himmlische Reich. Du eröffnest Deine Hand und jene sind mit Güte erfüllt. Du sendest deinen Geist, und jene sind erschaffen, und zusammen mit deinen Heiligen Engeln wirst Du das Antlitz der Erde erneuern. 54
54 Das Evangelium der Essener: S. 194 EK
Erklärung:
Auch dieser Text gibt Auskunft über das Wesen des Christus, das hier immer wieder zur Sprache kommt. Seine unsichtbare Wesenhaftigkeit ist stets zu erkennen: Es ist das Leben schlechthin, das alles beherrscht.
Hilf dir selbst, mein Sohn, indem du dich nicht mit nutzlosen Dingen abgibst! Mein Sohn, zuerst reinige dich in Bezug auf den äußeren Lebenswandel, damit du in der Lage sein wirst, das Innere zu reinigen!
Zitat aus dem Essener Evangelium:
Wahrlich, alles muss durch das Wasser und die Wahrheit wiedergeboren werden, denn euer Körper badet im Fluss des Erdenlebens, und euer Geist badet im Fluss des ewigen Lebens. Denn ihr erhaltet euer Blut von eurer Erdenmutter und die Wahrheit von eurem Himmlischen Vater. Denkt nicht, dass es ausreicht, wenn euch der Engel des Wassers nur äußerlich umarmt. Wahrlich, die inneren Unreinheiten sind um vieles größer als die äußerliche Unreinheit.55
55 Das Evangelium der Essener: S. 20
Erklärung:
Ohne es ganz zu verraten, stellt „Silvanus“ in diesem Fall die wahre Bedeutung der Essener Taufe wieder her. Anscheinend macht es ihm Spaß auf schmalem Grat zu wandern. „Silvanus“ ermahnt, sich äußerlich zu reinigen. Das ist die körperliche Reinigung, die die Essener Taufe ist und aus Fasten, Baden und Einläufen zusammengesetzt ist. „Silvanus“ hat verstanden, dass der Mensch sich selbst helfen sollte.
Er hat verstanden, dass die äußere Taufe, keine passive Sache ist, wie die symbolische Taufe aus dem Neuen Testament. Es ist eine aktive Taufe, die der inneren Taufe, der Feuertaufe, also der seelischen Reinheit, vorausgeht. Beziehungsweise hat er verstanden, dass die körperlich materielle Instanz nicht übersprungen werden darf. Er hat die Lehre des Esseners verstanden, der lehrt, dass das Himmlische nur über das Irdische erreicht werden kann. Aus diesem Grund hat schließlich der Mensch seinen Körper erhalten.
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