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Parole (Sprachwissenschaft)

aus AufEinWort, der freien Forschung

Parole lat.-frz.-deu. f. ‘Losung, Wahlspruch, Kennwort’.

  • Zufrühst wird mhd. parolle, parol ‘Wort, Rede’ (13. Jh.)
    • aus afrz. parole ‘Wort, Rede, Sprechweise, Spruch, Unterredung, Versprechen’ (frz. parole) entlehnt,
      • das über vlat. *paraula
        • auf kirchenlat. parabola ‘Gleichnis, lehrhafte Erzählung’ (s. Parabel) zurückgeht.
  • Im 17. Jh. erneut entlehntes Parole
    • (aus dem Frz., anfangs auch Parola, Parolla nach ital. parola gleicher Herkunft)
    • begegnet in der dem Frz. folgenden Bedeutung ‘Versprechen, gegebenes Wort, Ehrenwort’
    • sowie in der aus dem Ital. übernommenen terminologischen Verwendung ‘militärisches Losungswort, Kennwort’;
      • an letztere schließen sich später (18. Jh.) die Übertragung ‘Wahlspruch, Leitsatz, Motto’
      • und in jüngster Zeit der abschätzige Gebrauch ‘unwahre Meldung, Behauptung’ an.
  • Gemäß Die Langue stellt gewissermaßen das sprachliche Inventar einer Einzelsprache dar, Parole dessen Anwendung.

Parole

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Parole ist die französische Bezeichnung, die Ferdinand de Saussure für die Rede, die individuelle Sprachverwendung (performance im Sinne von Noam Chomsky), gewählt hat. Auch die Sprechakt-Theorie von John Langshaw Austin benutzt diesen Begriff.

Bei Saussure ist der Gegenbegriff die Langue, die Sprache – aufgefasst als System –, als Ausformung der langage, der menschlichen Sprechfähigkeit. Im de Saussureschen Strukturalismus steht die langue für das Soziale, die parole für das Individuelle[1].

  • Beispiel: Der Ausdruck hier und jetzt niedergeschrieben „Beispiel:“ ist eine parole, d. h. eine individuelle, konkrete, raum-zeitlich bestimmte, empirisch feststellbare und individuelle Äußerung (eines konkreten Wikipedia-Bearbeiters) bzw. deren konkretes Produkt und eine Realisierung des Systems der deutschen Sprache (d. h. der langue) (konkret die Verwendung des im deutschen Wortschatz befindlichen Lexems Beispiel in Verbindung mit „:“) in Ausübung menschlicher Sprachfähigkeit (langage).
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Wiktionary: Parole – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. ↑ Pelz, Linguistik (1996), S. 59