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Partikel (Wortart)

aus AufEinWort, der freien Forschung

Partikel

von lateinisch particula ‚Teilchen‘) bezeichnet in der Grammatik eine Klasse von Funktionswörtern. Man rechnet zu den Partikeln – im engeren Sinne – eine Restklasse von nicht flektierbaren Wortarten, also unflektierbare Wörter, die nicht den Wortarten Präposition, Adverb oder Konjunktion angehören. Partikeln kommen zwar im Inneren eines Satzes vor, bilden aber keine Satzglieder, ferner verlangen sie keine Ergänzungen oder haben sonst verknüpfende Funktion[2][3] und in der Regel haben sie keine morphologische innere Struktur. In vielen Darstellungen wird weniger eine allgemeine Definition von Partikeln, sondern hauptsächlich eine Liste von Untertypen gegeben, die heterogen sind und dadurch in die Nähe jeweils eigener Wortarten gerückt werden (WKP:Partikel (Grammatik))

Teilweise wird die Wortart Numeralia verneint und stattdessen als eigenständige Wortart die der Partikeln eingeführt. Diese dann wieder Zehn-Wortarten-Lehre entspricht allerdings nicht der klassischen Wortartlehre.

Bedeutungen:

[1] Linguistik: im weiten Sinne: Oberbegriff für alle nicht flektierbaren Wortarten
[2] Linguistik: im engen Sinne: nicht flektierbares, nicht satzgliedfähiges Wort, das die Bedeutung seiner Bezugseinheitenbeeinflusst
[3] katholische Religion: Teilchen der Hostie oder auch des Kreuzes

Herkunft:

vom lateinischen particula → la Teilchen, Stückchen, dem Diminutiv von pars → la Teil[1]

Synonyme:

[1] Redeteilchen

Oberbegriffe:

[1] Redeteil, Wortart

Unterbegriffe:

[1] Adverb, Interjektion Konjunktion, Präposition; Partikel (im engen Sinne)
[2] Abtönungspartikel, Antwortpartikel, Ausdruckspartikel, Fokuspartikel, Gesprächspartikel, Gliederungspartikel, Gradpartikel, Intensitätspartikel, Modalpartikel, Negationspartikel, Steigerungspartikel, Verbpartikel

Beispiele:

[1] Die Präposition „ab“ ist eine Partikel.
[1] „Über die Adverbien ist hier nichts besonderes zu sagen; dagegen seien die Partikeln (nicht flektierende Wörter) besonders erwähnt.“[2]
[1] „Man nennt sie darum Formwörter oder ganz neutral Partikeln (»Teilchen«).“[3]
[2] „Sehr“ in dem Satz: „Du kommst sehr spät“ ist eine Partikel, speziell eine „Gradpartikel“.
[2] „Zu den Funktionswörtern können auch die Partikeln gerechnet werden, deren Bedeutung durch ihren Anteil am Zustandekommen des kommunikativen Sinns eines Textes zu bestimmen ist.“[4]
[3] Mehrere Partikeln wurden von der heiligen Hostie abgebrochen, eine davon in den Kelch geworfen.

Wortbildungen:

Adjektive/Adverbien: partikulär
Substantive: Partikularinteressen, Partikelverb