Postprädikamente
post–Prädikamente Mz. —Nwf. z. Postprädikament 'Nachprädikamente, Nachkategorien'
Klaudios Nikostratos: Im Rahmen seiner Bemühungen, die Unzulänglichkeit und Fehlerhaftigkeit des aristotelischen Systems aufzuzeigen, trug Nikostratos eine Fülle verschiedenartiger Argumente zusammen. Dabei ging er systematisch vor und erörterte auch den zweiten Teil der Kategorien, die „Postprädikamente“, deren Echtheit der Peripatetiker Andronikos von Rhodos bestritten hatte. Gegen fast alle Lehraussagen in der Schrift des Aristoteles fand er Einwände. Unter anderem wies er auf einen Widerspruch zwischen den Kategorien und der Physik des Aristoteles hin: In der Physik werden Entstehen und Vergehen nicht zu den Bewegungen gezählt, in den Kategorien gelten sie als Bewegungen.[4] Der heterogene Charakter seiner Sammlung von Argumenten unterschiedlicher Qualität hat in der Forschung zur Vermutung Anlass gegeben, dass die Zusammenstellung möglicher, teils oberflächlicher Einwände gegen die Kategorien ursprünglich für Übungszwecke einer Schule gedacht war.[5]