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Prakriti

aus AufEinWort, der freien Forschung

Prakṛti,PrakrutiSYN.: Natur,Schöpfung

pra + kriti | skr. प्रकृति prakṛti f.) eigtl. wörtl. "(fortgeführte, beständige) Urschöpfung, Urtat, Urwerk", (Ur-)Natur, Urmaterie, Materie; wörtlich "प्र + कृ + -क्त „wie geschaffen/fertig“, folgend die „Natur, Schöpfung“;

Gegenwort zu Prakriti ist Sanskŕti "Kultur";prākŕtik प्राकृतिक “natürlich”, prākŕt प्राकृत (prākŕt, "ein Prakrit, Naturdasein”; gebildet aus प्र + कृ + -क्त), bedeutet wörtlich „wie geschaffen/erledigt“, daher die „Natur“)

Das Eigentum des Herrn an allem im Universum wird im Siebten Kapitel der Bhagavad-gītā (7.4-5) bestätigt, wo parā und aparā prakṛti besprochen werden. Die Elemente der Natur – Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, Intelligenz und Ego – gehören alle zur niederen, materiellen Energie (aparā prakṛti) des Herrn, während das Lebewesen, die organische Energie, seine überlegene Energie (parā prakṛti). Diese beiden Prakṛtis oder Energien sind Emanationen des Herrn, und letztendlich ist Er der Beherrscher von allem, was existiert. Es gibt nichts im Universum, das nicht entweder zu parā oder zu aparā prakṛti gehört; daher ist alles Eigentum des Höchsten Wesens (20220530 Isha Upanishad Swami Prabhupāda 1969)

Prakṛti (प्रकृति):—[=pra-kṛti] [von pra-kāra > pra-kṛ] a f. Siehe nächste S.
2) [=pra-kṛti] [von pra-kṛ] b f. „Herstellen oder Platzieren vor oder zuerst“, die ursprüngliche oder natürliche Form oder Bedingung von irgendetwas, ursprüngliche oder primäre Substanz (gegenüber vi-kṛti q.v. Vikriti "Wandliung, Veränderung"), [Prātiśākhya; Nirukta von Yāska; Jaimini; Mahabharata]

Aus skri. प्र pra „vorwärts, voran, vorweg“, bei Hptwbg. "Anfang, ur-" + krti "Tätigkeit, Herstellung, Herstellung, Aufführung; Schöpfung, das Erschaffene"

die sich aus der Urmaterie entfaltende Schöpfung; Konstitution, Zustand; Ursache, Ursprung, Vorraussetzung; Wesen, Temperament; Grundform, Norm, Muster, Schema; Minister; Untertan, Bürger; Sache, Geschichte; auch das Urbild des weiblichen Geschlechts, das mit Maya, der Illusion, identifiziert wird; die Shakti oder weibliche Energie jeder Gottheit.

Gemäß der Sankhya-Philosophie handelt es sich bei Prakriti um die Urmaterie, deren Struktur aus den drei Eigenschaften (Gunas: Tamas, Rajas, Sattva) entsteht. Die Prakriti ist ein ewiges Prinzip, aus dem durch ihre Nähe zum Purusha das gesamte Universum mit allen Schichten entsteht. 

Das Philosphiesystem der Advaita Vedanta geht von einem allumfassenden Urprinzip, dem Brahman, aus. Deshalb hat die Prakriti in diesem System keine eigene, getrennte Wirklichkeit. 

Zudem kann unter Prakriti auch ihre eigene Manifestation gemeint sein, wie z.B. die mit den Sinnenerfassbare Welt oder die Natur um uns herum (Namarupa), der Bereich der Namen und Formen, wodurch die Vielfalt der ganzen Schöpfung gemeint ist. In ihr drückt sich das Wunder Gottes aus. Gleichzeitg ist sie jedoch auch das Prinzip dahinter und gehört damit nur dem höchsten Selbst, dem Paramatman.