Prolog im Himmel. Abgewandelter Auszug Wikipedia
13.11.2021
Abgewandelter Auszug Wikipedia Prolog im Himmel und anderen Aussagen:
(von christlichen Ansichten befreite Kürzung, die Faust I schon als Werk der Blasphemie betrachten und dessen wert mißachten, da sie Gothe's Worte und Verse offenbar nicht verstehen.)

Der Prolog im Himmel beginnt mit dem tönenden Gesang der Belobigung der Werke des Herrn (Gottes) durch drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Mephistopheles, der dagegen auf Erden alles „herzlich schlecht“ findet, bietet dem Herrn die Wette (siehe Hiob im Alten Testament ), um dessen „getreuen Knecht“ Faust an, um zu beweisen, wie leicht selbst dieser vom rechten Weg abzubringen sei.
Darauf folgend schließen Mephisto und der Herr eine Wette ab, die an die Hiobswette im Alten Testament angelehnt ist. Der Herr bringt die Sprache auf Doktor Faust, seinen Knecht, der ihm bisher nur verworren diene. Mephisto wettet, er könne Faust verführen, vom rechten Weg abzuweichen. Der Herr lässt Mephisto gewähren (Nun gut, es sei dir überlassen!), sagt aber voraus, dass Mephisto verlieren werde: Und steh beschämt, wenn du bekennen musst: / Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange / ist sich des rechten Weges wohl bewusst.
Gottgefällig ist der „Schalk“, der die Menschen mit Verneinen herausfordert, am wenigsten zuwider, geht der Herr darauf ein: „Solang‘ er auf der Erde lebt, solange sei dir‘s nicht verboten“ - nur um den Teufel letztendlich zu beschämen, denn zwar „irrt der Mensch, solang er strebt“, doch „Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewußt.“
Mephisto sagt, es werde ihm gelingen, den Doktor Heinrich Faust vom rechten Wege abzubringen. Nach einer folgenden Abmachung mit Faust selbst wäre dies alsdann gelungen, wenn Faust einen Augenblick so schön findet, dass er ihn auf Dauer festhalten möchte.
Goethes Mephisto verkörpert das Prinzip der Negation, ohne Seelenheil, Höllenfurcht etc. So lässt Goethe Mephisto von sich selbst sagen: „Ich bin der Geist der stets verneint! / Und das mit Recht; denn alles was entsteht / Ist werth daß es zu Grunde geht; / Drum besser wär’s daß nichts entstünde. / So ist denn alles was ihr Sünde, / Zerstörung, kurz das Böse nennt, / Mein eigentliches Element.“ (V. 1338–1344)
Bereits im Prolog gibt sich Mephistopheles selbst als Element der Welt zu erkennen und somit auch als eine „Schöpfung“ des Herrn. Als eine solche Schöpfung ist er eingebunden in den göttlichen Plan. Dieser besteht im ewigen Wandel, der sowohl die Schöpfung als auch die Zerstörung beinhaltet. Mephisto, als das Prinzip der Negation, ist deshalb für das Funktionieren der Welt zwingend notwendig und daher auch im Himmel geschätzt. Er bezeichnet sich selbst in Goethes Tragödie als „Ein Teil von jener Kraft, / Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ (Studierzimmer. (1))
Anmerkung: In der Dichtung: Mephistopheles in Goethes Faust I nennt im Prolog die Schlange, die Adam und Eva versuchte: „meine Muhme, die berühmte Schlange“, und sagt einem Studenten, dem er das Bibelzitat Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum "Du wirst wie Gott sein und Gut und Böse kennen" (Studierzimmer. (2)) ins Stammbuch geschrieben hat, nach: „Folg’ nur dem alten Spruch und meiner Muhme der Schlange, / Dir wird gewiß einmal bey deiner Gottähnlichkeit bange!“.
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| Aussagenvermittler | Gedicht | Eigenheitdeutung entsprechend der Begriffworte und ermittelter Hintergedanken |
| Der Herr. Die himmlischen Heerscharen. 'Nachher Mephistopheles. 'Die drei Erzengel treten vor. |
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| RAPHAEL. |
Die Sonne tönt nach alter Weise In Brudersphären Wettgesang, Und ihrevorgeschriebne Reise Vollendet sie mit Donnergang. |
Raphael ist der christliche Erzengel für Heilung. Die antike Vorstellung, inzwischen nachgewiesen, dass Himmelskörper schwingen und Töne und Klänge erzeugen nd dies daher die Musik der Himmelskörper als göttliches Himmelsorchester. Die Vorherbestimmtheit allen Daseins und Werden der Menschen auf ihrem Heilweg bis zum Tag des jüngsten Gericht. |
| Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke, Wenn keiner sie ergründen mag; Die unbegreiflich hohen Werke Sind herrlich wie am ersten Tag. |
Der Annahme nach wurde am ersten Tag die Sonne erschaffen und Herrlichkeit und zugleich unergründbar in dessen Entstehung und Herkunft der Schöpfung, die bei hohem Bewusstsein einem nicht anders als herrlich erscheinen kann und man die Schöpfung an sich nur bewundern kann. | |
| GABRIEL. |
Und schnell und unbegreiflich schnelle Dreht sich umher der Erde Pracht; Es wechselt Paradieseshelle Mit tiefer, schauervoller Nacht; |
Naturgewalten |
| Es schäumt das Meer in breiten Flüssen Am tiefen Grund der Felsen auf, Und Fels und Meer wird fortgerissen In ewig schnellem Sphärenlauf. |
Goethe mehr Naturforscher als Dichter und ein früher Vertreter der damalig neuen Ansicht, dass die heutigen hohen Berge einst der tiefe Meeresgrund waren. | |
| MICHAEL. | Und Stürme brausen um die Wette, Vom Meer aufs Land, vom Land aufs Meer, Und bilden wütend eine Kette Der tiefsten Wirkung rings umher. |
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| Da flammt ein blitzendes Verheeren Dem Pfade vor des Donnerschlags; Doch deine Boten, Herr, verehren Das sanfte Wandeln deines Tags. |
Im Grunde "auf Erden ist die Hölle los", während der Herr davon unbeeindruckt erscheint. | |
| ZU DREI. | Der Anblick gibt den Engeln Stärke, Da keiner dich ergründen mag, Und alle deine hohen Werke Sind herrlich wie amersten Tag. |
Die Unbegreiffbarkeit Gottes und dessen Schöpfung |
| MEPHISTOPHELES | Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst Und fragst, wie alles sich bei uns befinde, Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst, So siehst du mich auch unter dem Gesinde. |
Der Teufel als Diener Gottes, unter der Dienerschaft und Knechtschaft Gottes und zugleich heruntergekommenen Menschenvolk |
| Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen, Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt; Mein Pathos brächte dich gewiß zum Lachen, Hättst du dir nicht das Lachen abgewöhnt. |
Mitgefühl des Teufels für die Menschen, würde den Herrn zum Lachen bringen, der den Freuden versagt. | |
| Von Sonn' und Welten weiß ich nichts zu sagen, Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen. Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag, Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag. |
Der Mensch als Gottes Ebenbild, käme Gott sehr ähnlich dessen Phantasie entsprungen. Im Grunde "so wie der Herr, so's Gescherr" und befremdlich. | |
| Ein wenig besser würd' er leben, Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; Er nennt's Vernunft und braucht's allein, Nur tierischer als jedes Tier zu sein. |
der Mensch ist ein Tier und ist tierischer als ein gewöhnliches Tier, da er übertragbar vergleichbar alle tierischen Verhaltensweisen und Lebensweisen kann. | |
| Er scheint mir, mit Verlaub von Euer Gnaden, Wie eine der langbeinigen Zikaden, Die immer fliegt und fliegend springt Und gleich im Gras ihr altes Liedchen singt; |
Die Unbeholfenheit, Unselbstständigkeit des Menschen zu Ausdruck bringend | |
| Und läg' er nur noch immer in dem Grase! In jeden Quark begräbt er seine Nase. |
der Mensch sich allgemein, eher um andere, als die eigenen Angelegenheit schert | |
| DER HERR. | Hast du mir weiter nichts zu sagen? Kommst du nur immer anzuklagen? |
Mephisopheles hat Gott zurecht auf die Anklagebank gesetzt und dieser beschwert sich über die Klage, die Folge seines Karma ist |
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| Ist auf der Erde ewig dir nichts recht? | immer wieder unzufrieden? | |
| MEPHISTOPHELES. | Nein, Herr! ich find' es dort, wie immer, herzlich schlecht. | "herzlich schlecht" Bedarf an Mitgefühl und Liebe |
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| Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen, Ich mag sogar die armen selbst nicht plagen. |
Gottes Tun infragestellend erscheint Mephisto nun als der Menschen Fürsprecher | |
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| DER HERR. | Kennst du den Faust? | |
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| MEPHISTOPHELES. | Den Doktor? | |
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| DER HERR. | Meinen Knecht. | Faust wird als unfreier Diener von Gott betrachtet |
| MEPHISTOPHELES. | Fürwahr! er dient Euch auf besondre Weise. Nicht irdisch ist des Toren Trank noch Speise. |
Faust sucht Erfüllung im Wissen, Denken und im Seelenheil, wodurch er wohl dem Herrn dient. |
| Ihn treibt die Gärung in die Ferne, Er ist sich seiner Tollheit halb bewußt; |
Faust sei sauer und sich der Aussichtslosigkeit seines Vorhabens bewusst, im Denken, gegenüber allen anderen verrückt | |
| Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne Und von der Erde jede höchste Lust, |
Faust strebt nach dem Besten | |
| Und alle Näh' und alle Ferne Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust. |
Das was einem angeboten wird, beantwortet keine hohen Fragen | |
| DER HERR. | Wenn er mir jetzt auch nur verworren dient, So werd' ich ihn bald in die Klarheit führen. Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt, Daß Blüt' und Frucht die künft'gen Jahre zieren. |
Gott treibt ein Spiel mit Faust um ihn dann abernten zu können. |
| MEPHISTOPHELES. | Was wettet Ihr? den sollt Ihr noch verlieren, Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt, Ihn meine Straße sacht zu führen! |
Mephisto bietet eine Wette an, und den für Gott offenbar wertvollen Knecht gut zu behandeln |
| DER HERR. | Solang' er auf der Erde lebt, Solange sei dir's nicht verboten. |
Der Herr und Memphisto haben ein Spiel und treiben ihr Spiel mit Faust. |
| Es irrt der Mensch, solang' er strebt. |
dem ist so und dies wissend mit der neuen Logik überwindet dies | |
| MEPHISTOPHELES. | Da dank' ich Euch; denn mit den Toten | |
| Hab' ich mich niemals gern befangen. Am meisten lieb' ich mir die vollen, frischen Wangen. |
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| Für einen Leichnam bin ich nicht zu Haus, Mir geht es wie der Katze mit der Maus. |
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| DER HERR. | Nun gut, es sei dir überlassen! Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab, Und führ' ihn, kannst du ihn erfassen, Auf deinem Wege mit herab, |
der freie Wille des Menschen bestimmt sein Schicksal durch sein Karma |
| Und steh beschämt, wenn du bekennen mußt: Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange Ist sich des rechten Weges wohl bewußt. |
dem ist so - ein Mensch muss vor einer Tat diese rechtfertigen und infolge selbst täuschen m sie begehen zu können. | |
| MEPHISTOPHELES. | Schon gut! nur dauert es nicht lange. | |
| Mir ist für meine Wette gar nicht bange. | ||
| Wenn ich zu meinem Zweck gelange, | ||
| Erlaubt Ihr mir Triumph aus voller Brust. Staub soll er fressen, und mit Lust, |
Der Fall des Menschen | |
| Wie meine Muhme, die berühmte Schlange. | Keine Gottesfurcht | |
| DER HERR. |
Du darfst auch da nur frei erscheinen; Ich habe deinesgleichen nie gehaßt. Von allen Geistern, die verneinen, Ist mir der Schalk am wenigsten zur Last. |
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| Des Menschen Tätigkeit kann allzuleicht erschlaffen, Er liebt sich bald die unbedingte Ruh; Drum geb' ich gern ihm den Gesellen zu, Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen. – |
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| Doch ihr, die echten Göttersöhne, Erfreut euch der lebendig reichen Schöne! |
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| Das Werdende, das ewig wirkt und lebt, Umfass' euch mit der Liebe holden Schranken, []Und was in schwankender Erscheinung schwebt, Befestiget mit dauernden Gedanken. |
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| Der Himmel schließt, die Erzengel verteilen sich. |
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| MEPHISTOPHELES allein. | Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern, Und hüte mich, mit ihm zu brechen. Es ist gar hübsch von einem großen Herrn, So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen. |
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