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INHALT:
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- Der Mensch Pythagoras
Die Lehre Der Priester Der Philosoph
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Der Politiker Der Naturwissenschaftler Der Heilkundige Der pythagoräische Orden
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Dieser Textinhalt entstammt der Zeitschrift TAU, Jahrgang 11/88. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors Alfried Lehner.
Lesen Sie dazu auch: [http://tetraktys.de/downloads/Esoterik-Pyth.pdf
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Von Pythagoras selbst wissen wir nur sehr wenig, das liegt daran, dass er uns keinerlei Schriften hinterlassen hat.
Was wir über ihn mit Sicherheit wissen, geht – abgesehen von wenigen Fragmenten einiger Vorsokratiker – auf vereinzelte Nachrichten bei Herodot (ca. 490 – 420 v. Chr.) und Platon (427 – 347 v. Chr) zurück.
Dazu kommen noch einige stark wahrscheinliche Überlieferungen bei Aristoteles (384 v. Chr) und seinen Schülern Eudemos und Aristoxenos hinzu, die den letzten Augenzeugen des Pythagoras, Philolaos noch kannten.
Bronzekopf des Pythagoras, Nationalmuseum Neapel, wahrscheinlich Ende des 4. Jhts v. Chr.
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Die ausführlichste antike Schrift über Pythagoras und seine Schule kann als historische Quelle nur mit Vorbehalt herangezogen werden, wurde sie doch erst achthundert Jahre später von dem Neuplatoniker Iamblichos (ca. 250 – 330 n. Chr.) geschrieben.
Sie hatte weniger die Lebensgeschichte des Pythagoras zum Ziel als eine Darstellung der pythagoräischen Lebensform. Deshalb können der folgende Überblick über die Stationen seines Lebensweges sowie zahlreiche ihm zugeschriebene Aussagen nicht als historisch gesichert gelten.
Der Inhalt der uns überlieferten pythagoräischen Lehre lässt jedoch Rückschlüsse auf die Persönlichkeit jenes großen Menschen wie auch auf die Grundstruktur seines Denkens zu.
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Der Mensch Pythagoras
' 'Herkunft
Pythagoras wurde um 570 v. Chr. wahrscheinlich auf der jonischen Insel Samos geboren. Sein Vater war der dort ansässige Goldschmied und Kaufherr Mnesarchos. Bereits um die Geburt des Kindes ranken sich üppige Legenden.
Iamblichos berichtet: "Ein Dichter aus Samos nennt ihn mit folgenden Worten den Sohn des Apollon: Den Pythagoras schenkt dem zeusgeliebten Apollon Pythais, aller Fraun schönste im Samiervolk. Wieso diese Rede sich verbreiten konnte, lohnt sich näher anzuführen. Als Mnemarchos – der genannte Mann aus Samos – zusammen mit seiner Frau, deren Schwangerschaft noch unbemerkt war, auf einer Handelsreise nach Delphi gekommen war befragte er das Orakel wegen der bevorstehenden Seefahrt nach Syrien.
Die Pythia weissagte, die Reise werde ganz und gar nach Wunsch verlaufen und Gewinn bringen; Mnemarchs Frau aber sei schon schwanger und werde einen Sohn gebären, der alle, die je gelebt, an Schönheit und Weisheit übertreffen und dem Menschen-
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geschlecht in allen Lebensbereichen ein großer Helfer sein werde. Mnemarchos kam zu dem Schluss, der Gott hätte ihm wohl nicht ungefragt etwas über sein Kind prophezeit, wenn nicht wirklich eine ausnehmende, wahrhaft gottgeschenkten Überlegenheit dem Knaben eigen sein würde.
So benannte er den gleich damals seine Frau Parhenis in >>Pythais<< um – nach dem Sohn und der Prophetin. Als er dann niedergekommen war, gab er dem neugeborenen Sohn den Namen Pythagoras, weil Apollon Pythios ihn ihm angekündigt hatte.
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Abzuweisen ist hier nämlich der Verdacht des Epimenides, des Eudoxos und des Xenokrates, Apollon habe damals der Parthenis beigewohnt, sie selbst erst schwanger gemacht und es dann durch die Prophetin verkündigen lassen. Dies darf man keineswegs zugeben.
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Die Reste der alten Orakelstätte von Delphi Tholos im Heiligtum der Athena Pronaia
Oben rechts: Themis in der Rolle der Pythia (attischer Kylix aus Vulci, etwa 440/430 v. Chr.)
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Kindheit und Jugend
Wir hören nun, dass Mnemarchos seinem Sohn eine vorzügliche Ausbildung zukommen lies – die besten Lehrer waren gerade recht – und als sein Vater gestorben war, nahm er zu in hohem Ernst und besonnenem Wesen, und trotz seiner Jugend begegneten Ihm auch die Ältesten nur mit ehrerbietiger Scheu. Ließ er sich sehen oder sprach er, so zog er alle Augen auf sich; wen immer sein Blick getroffen hatte, den erfüllte Pythagoras mit Staunen, so dass die Menge mit Recht versicherte, er sei Gottes Sohn. Solcher Ruhm stärkte ihn ebenso wie die Erziehung, die er von klein auf genoss, und die Gottähnlichkeit, die seiner Gestalt und Natur eigen war; so spannte er seine Kräfte noch mehr an und zeigte sich erst recht seiner Vorzüge würdig, die er besaß. Er ordnete sein Wesen durch Gottesdienste, Wissenschaften und auserwählte Lebensformen, Beständigkeit der Seele und körperliche Zurückhaltung, innere Heiterkeit in Wort und Tat und eine unnachahmliche Seelenruhe: nie viel er in Zorn, nie sonst einer Wallung oder Voreiligkeit zum Opfer – so glich er einem guten Deimon, der in Samos Wohnung genommen hatte.
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Diese uns übertrieben erscheinende Persönlichtkeitsbeschreibung lässt den Zweck von Iamblichos Schrift deutlich erkennen. Hier werden die Ziele der pythagoräischen Lebensform dargestellt. Das vom jungen Pythagoras gezeichnete Bild stellt ja bereits einen vollendeten Menschen dar. Wir sind jedoch gezwungen, vorwiegend aus dieser Schrift das Leben des Philosophen nachzuzeichnen.
Danach begab sich Pythagoras mit achtzehn Jahren zu seinem Onkel auf die Insel Lesbos, um dort die Unterweisung des Philosophen Pherekydes von Syros zu genießen.
Das Pythagoras ein persönlicher Schüler von Pherekydes war, ist auf Grund alter Texte wahrscheinlich. Pherekydes lehrte, die menschliche Seele sei unsterblich und kehre immer wieder auf die Erde zurück, um sich erneut zu verkörpern. Dieser Seelenglaube ist über die Orphik in Hellas eingedrungen und übte auf Pythagroas einen starken Einfluss aus.
Zwei Jahre später soll Pythagroas den Philosophen Thales von Milet besucht haben, den ersten Naturforscher und ersten griechischen Philosophen.
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Auf Empfehlung von Thales reiste er wahrscheinlich nach Sidon in Phönikien weiter und lies sich in die Mysterien einweihen, die in Syrien begangen wurden.
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Thales von Milet (um 624 v. Chr. in Milet, Kleinasien; † um 546 v. Chr.)
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Spätere Stationen seines Lebens
Nach seiner Begegnung mit Thales von Milet soll er dann nach Ägypten gezogen sein, wo er angeblich zweiundzwanzig Jahre in engstem Umgang mit der ägyptischen Priesterschaft in Theben verbrachte und Stufe für Stufe in die Priesterweisheit eingeweiht wurde.
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in der Weise nachgekommen, dass er "seine Unterweisung auf symbolischem Wege" vollzog, "ganz wie er selbst in Ägypten erzogen worden war". Die Samier reizte diese Methode freilich wenig, und sie schlossen sich dem Pythagoras nicht mit dem gebührendem Ernst an. "So verließ der unbequeme Lehrer seine Vaterstadt um 510 v. Chr. Anderen Berichten zufolge, wie dem Ciceros, geschah dies um 530, also noch unter dem Tyrannen Polykrates. Der älteste Berichterstatter, Aristoxenos, verlegt diese Auswanderung aus Samos in die 60. Olympiade (540-537 v. Chr.) und begründet sie mit dem unerträglichen Druck der Tyrannis unter Polykrates. Pythagoras ließ sich in der griechischen Stadt Kroton in Unteritalien nieder und gewann sogleich viele Anhänger. Bei seiner ersten Rede in Italien sollen sich ihm spontan über zweitausend Menschen angeschlossen haben. Hier in Kroton begründete er nun seinen berühmten religiös-ethischen Orden. Die Aktivität der Pythagoräer ließ den Orden rasch über die Grenzen der Gründungsstadt hinauswachsen. Je mehr er erblühte, desto argwöhnischer wurde er von Außenstehenden beobachtet. Die aristokratische Grundströmung des Bundes rief die politischen Gegner auf den Plan. Einmal soll eine aufgebrachte Menge das Gebäude, in dem die Pythagoräer gerade versammelt waren, in Brand gesteckt haben.
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Alle Anwesenden, bis auf zwei fanden den Flammentod. Pythagoras war, wie Iamblichos berichtet, bei jener Versammlung nicht zugegen und entging so dem Anschlag.
Die Pythagoräer zerstreuten sich nun über ganz Hellas und versuchten die Grundsätze des Ordens zu verwirklichen. Verleumdungen wie die angebliche Anstiftung der Jugend zur Tyrannei und Verschwörung gegen die Massen leiteten aber bald eine allgemeine Verfolgung ein. Deshalb zog Pythagoras nach Metapontion am tarentinischen Meerbusen, wo er gestorben und auch begraben sein soll. Die Angaben über sein Alter schwanken zwischen 75 und 117 Jahren.
Wie es auch immer um die historische Zuverlässigkeit des hier aufgezeigten Lebensweges bestellt sein mag, sicher war Pythagoras ein außergewöhnlicher Mensch. Wo er hinkam scharte man sich um ihn, ließ sich von seinen Reden und Lehren hinreißen und vergötterte ihn.
Immer wieder wird seine persönliche Selbstbeherrschung hervorgehoben, die sein Ziel, Veredlung des Menschen in seiner Ganzheit von Körper, Geist und Seele verrät. Dies wird in allem, was wir über seine Lehre wissen deutlich.
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Theben Rekonstruktion
Im Jahre 526 soll Pythagoras im Zuge der Eroberung Ägyptens durch den Perserkönig Kambyses zusammen mit der geistigen Elite des Pharaonenreiches in babylonische Gefangenschaft geraten sein, wo er rasch das Vertrauen der Priesterschaft gewann und in alle Mysterien und Geheimkulte eingeweiht wurde. In jener Zeit soll er sogar mit dem persischen Religionsstifter Zarathustra zusammengetroffen sein, wie der Pythagoräer und Aristotelesschüler Aristoxenos zweihundet Jahre später berichtet.
Möglicherweise erwarb Pythagoras in Ägypten und Babylon seine intimen Kenntnisse in den späteren vier typischen Wissenschaften der Pythagoräer, nämlich Astronomie, Geometrie, Zahlenlehre und Musik. Nach seiner Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft (der Zeitpunkt ist ungewiss); Iamblichos spricht von "zwölf Lehrjahren" in Babylon) hielt es den Philosophen in seiner Heimat Samos nicht lange. Nach Iamblichos floh er vor den politischen Geschäften, die man ihm aufdrängen wollte, und er entschuldigte sich mit der Gleich- gültigkeit der Bewohner von Samos gegenüber der Geistesbildung. Er war nämlich der öffentlichen Bitte seiner Vaterstadt, seine Einsichten mitzuteilen,
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- Der Mensch Pythagoras
Die Lehre Der Priester Der Philosoph
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Der Politiker Der Naturwissenschaftler Der Heilkundige Der pythagoräische Orden
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