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Quaestiones disputatae de rerum principio

aus AufEinWort, der freien Forschung

Werk:Quaestiones disputatae de rerum principio

fälschlich Duns Scotus zugeschrieben. In: Quaestiones disputatae De rerum principio, tractatus De primo rerum omnium principio novis curis edidit Marianus Fernandez Garcia. Quaracchi, 1910, S. 1–624.

eine Duns Scotus zugeschriebene Schrift, die heute oft dem Vitalis de Furno zugeordnet wird, aber im 19. Jahrhundert als scotisches Fundament galt).


Werners Angabe „Duns Scot., de rerum principio, qu. 1, art. 4“ verweist nicht auf den Tractatus de primo rerum omnium principio, sondern auf das gesonderte Werk De rerum principio / Quaestiones disputatae de rerum principio.

Der Grund ist bibliographisch ziemlich klar:

In der Wadding-Tradition stehen beide Titel nebeneinander, aber als verschiedene Schriften. Die Übersicht zur Wadding-Ausgabe nennt in Band III getrennt:

Tractatus de rerum principio Tractatus de primo principio

also nicht ein und dasselbe Werk. (Internet Archive) Auch die Ausgabe von Mariano Fernández García von 1910 trägt gerade den Doppeltitel:

Quaestiones disputatae De rerum principio, Tractatus De primo rerum omnium principio

Das zeigt ebenfalls: De rerum principio und De primo rerum omnium principio sind in dieser Ausgabe zusammen gedruckt, aber unterschieden. (Internet Archive)

Für Werners Zitat ist außerdem die Angabe qu. 1, art. 4 entscheidend. Diese Form passt zu Quaestiones disputatae de rerum principio — also zu einer Schrift mit quaestiones und articuli. Der Tractatus de primo principio / De primo rerum omnium principio ist dagegen kein solcher Verweis nach quaestio und articulus.

Wichtig für unsere Arbeit: De rerum principio gilt heute nicht als echtes Werk des Duns Scotus, sondern als unecht bzw. pseudepigraphisch; es wurde früher Scotus zugeschrieben. Die Übersicht bei Lucepedia nennt De Rerum Principio ausdrücklich „an inauthentic work once attributed to Scotus“, und das Logic Museum ordnet die Quaestiones disputatae de rerum principio in der Wadding-Ausgabe als unecht ein, mit Zuschreibung an Vital du Four. (lucepedia.nl)

Für Werner bedeutet das:

Werner zitiert hier im Horizont der älteren Scotus-Zuschreibung. Sachlich müssen wir die Stelle als scotistisch überlieferte bzw. Scotus zugeschriebene Lehre behandeln, nicht ohne weiteres als authentische Lehre des Johannes Duns Scotus.

Kurzform für dein Wiki:

Werners „de rerum principio, qu. 1, art. 4“ entspricht nicht dem „De primo rerum omnium principio“, sondern den „Quaestiones disputatae / Tractatus de rerum principio“. Die Schrift steht in der Wadding-Tradition neben dem „Tractatus de primo principio“, gilt heute jedoch als unecht bzw. pseudepigraphisch und wurde früher Duns Scotus zugeschrieben.