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Reis

aus AufEinWort, der freien Forschung

Reis2 | rei + -s | n. ‘junger Trieb, dünner Zweig, Schößling’, auch Kurzform für Pfropfres, Setzreis, Senkreis. Ahd. hrīs, rīs (8. Jh.), mhd. mnd. rīs, asächs. aengl. hrīs, mnl. nl. rijs, afries. rīs ‘Reis, Zweig’, anord. hrīs ‘Gesträuch, Gestrüpp, Wald’, norw. schwed. ris (ger.*hreisa-) ist verwandt mit asächs. hrissian ‘zittern, beben’, aengl. hrisian ‘schütteln, bewegen, erschüttert werden, klirren’, got. afhrisjan, ushrisjan ‘abschütteln’ und bedeutet demnach etwa ‘was sich schüttelnd, schwingend, vibrierend bewegt’, so daß man darin zunächst den ‘schwingenden, sich biegenden Zweig’ zu sehen hat.

Reis gehört mit Rispe und lat. crīnis (aus *crisnis) ‘(Haupt)haar’, crista ‘Kamm am Tierkopf, Helmbusch’ (deren ursprüngliche Bedeutung etwa ‘sich Schüttelndes, Zitterndes, Wallendes’), apreuß. craysi ‘Halm’, crays Plur. ‘Heu’, mir. cressaim ‘schüttle, schwinge’ zu uig. *(s)kreis-, besonders ‘in vibrierender Bewegung sein, (sich) schütteln’, einer s-Erweiterung von uig. *(s)krei-, seinerseits Erweiterung der Wurzel uig.*(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (wozu mit anderen Erweiterungen schräg, Schrank, Schranke, Ring, Runge, schreiten, Rücken, s. d.; s. auch Reisig).

Reis1 m. Der Name der aus Südostasien stammenden, in tropischen und subtropischen Gebieten angebauten alten Kulturpflanze mhd. rīs m. n. ist, vielleicht vermittelt durch gleichbed. mlat. risus, risum (auch risia, risa, risi, rizi), aus dem Roman.übernommen, vgl. aprov. afrz. ris (mfrz. frz. riz) und diesen vorausgehendes ital. riso, wahrscheinlich beruhend auf einer (im Ital. als Plur. empfundenen) Form mgriech. rhýzi, rhízi (ῥύζι, ῥίζι), die durch Verlust des grie.-lat. Anlautvokals gekennzeichnet ist.

Zugrunde liegt lat. oryza, oriza (spätlat. auch orissa), griech. óryza, óryzon (ὄρυζα,ὄρυζον), das als Entlehnung aus dem Iran. angesehen wird, vgl. afghan. wrižē. Letzte Quelle ist wohl eine ind. Sprache, vgl. aind. vrīhíḥ ‘Reis’.