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Reprobation

aus AufEinWort, der freien Forschung

In der Theologie bezeichnet Reprobation (von lateinisch reprobatio = Verwerfung, Missbilligung) das theologische Konzept der göttlichen Verwerfung. Es ist das Gegenstück zur Erwählung (Prädestination) und besagt, dass Gott bestimmte Menschen von Ewigkeit her vom Heil ausschließt oder zum Gericht bestimmt.

Hier sind die wichtigsten Aspekte zu diesem Konzept im Überblick:

1. Einordnung in die Erwählungslehre

Die Reprobation ist untrennbar mit der Prädestinationslehre verbunden. In der reformierten Theologie (besonders geprägt durch Johannes Calvin und die Synode von Dordrecht) spricht man von der sogenannten doppelten Prädestination (gemina praedestinatio):

  • Erwählung (Elektíon): Gott rettet aus Gnaden eine bestimmte Zahl von Menschen.
  • Verwerfung (Reprobation): Gott überlässt die Übrigen ihrem gerechten Schicksal, der ewigen Verdammnis. [1, 2, 3, 4, 5]

2. Verschiedene theologische Sichtweisen

Nicht alle christlichen Konfessionen befürworten die Reprobation in gleicher Weise. Sie ist Gegenstand intensiver Debatten: [1]

  • Reformierte Theologie: Hier wird oft eine strikte, „doppelte“ Vorherbestimmung gelehrt. Umstritten ist, ob Gott die Menschen aktiv zur Sünde verdammt (aktive Reprobation) oder sie einfach nur „übergeht“ und ihre Verdammnis zulässt (passive Reprobation). [1, 2, 3]
  • Katholische Theologie: Die römisch-katholische Kirche lehrt die Vorherbestimmung zum Heil. Eine Reprobation (d.h. eine göttliche Vorherbestimmung zur Hölle) wird von der offiziellen Dogmatik in der Regel abgelehnt, da Gott allen Menschen die Möglichkeit zur Erlösung geben will.
  • Lutherische Theologie: Auch hier gilt, dass Gott den Menschen erwählt, der Verlust des Heils aber auf das menschliche Versagen und die Ablehnung des Glaubens zurückgeführt wird.

3. Moderner Wandel (Barthsche Theologie)

Viele moderne Theologen (wie der Schweizer Reformierte Karl Barth) haben das Konzept völlig neu interpretiert. Bei Barth ist Jesus Christus der einzige, der von Gott verworfen wurde (am Kreuz), damit alle Menschen Gnade erfahren. Eine Reprobation als ewige Verwerfung bestimmter Menschen wird in diesem Ansatz aufgehoben