Runge
- ‘über der Radachse eines Wagens aufzusteckende Stange zur Stütze der Wagenleitern oder Seitenbretter’,
- ahd. hrunga, runga (Hs. 13. Jh.),
- mhd. mnd. runge ‘Stange, Stemmleiste am Wagen’,
- mnl. ronghe, runghe,
- nl. rong,
- aengl. hrung,
- engl. rung,
- got. hrugga ‘Stab’.
- Herkunft ungewiß.
- Vielleicht stellt sich ger. *hrungōn mit einer Ausgangsbedeutung ‘Rundholz, -stab’
- ablautend zu der unter Ring (s. d.) angegebenen nasalierten Erweiterung uig. *(s)krengh-
- der Wurzel uig. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’.
RUNGE[1], f. bolz, pfosten, stange, mhd. mnd. runge, mnld. ronghe Kilian, neunld. rong, ahd. runga zeitschr. f. deutsches alterthum 6,322, 61, ags. hrung, engl. rung, goth. hrugga, griech. ράβδος übersetzend, lett. runga knüppel.
1) in allgemeinerer anwendung, von starken bolzen, groszen holz- oder eisennägeln. Jacobsson 3, 471a. brem. wb. 3, 558. ten DoornkaatKoolman 3, 71b. oberdeutsch knüttel, runge fustis. Dief. 191c. 2
2) besonders zur bezeichnung der vier stangen oder pfosten, welche in das gestell eines arbeitswagens, zwei auf jeder seite, schräge eingestecktwerden, und die leitern oder bretter halten, oberd. kipf, kipfe (s. oben theil 5 sp. 780). bisweilen bezeichnet runge auch den rungschemel (s. dieses). Dief. 191c unter drotheca, 253a unter furcale. runge, f. am wagen. Schottel 1389;
er fuorte einen schaftgrôʒ alsam ein runge. Herbort liet von Troye 1385.
sprichwörtlich: faul wie eine runge, s. unten rungenfaul. die runge wird leicht herausgezogen und dient als waffe, prügel: doch sagen die altenbauren an dem orte, das er vom pferde gekomen, und im polnischen lager irre gegangen und von einem furman mit einer rungen erschlagen sei worden. Henneberger erklerung der landtafel (1595) 447;
also solt man auch diesem thorn,
der hin kreucht, wo er nichts verlorn,
und etwa wil vom braten naschn,
sein leckermaul mit rungen waschn.
B. Ringwaldt die lautere warheit 79.
- ↑ „RUNGE, f.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/23, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=R09673>, abgerufen am 06.02.2024.