Sandhi
saṃdhi,
san + dha | snkr. सन्धि saṃdhi, sandhi m.) wörtlich "Beitritt, Vereinigung, Fügung, Gefüge", räumlich "eine Konjunktion oder einen Übergang von einem zum anderen enthalten usw.", wirkursächlich "Gefüge", begrifflich "Verbindung verschiedener Silben, wie auch Wörter", "Wortgefügelehre"; von snkr. संधा saṃdhā, von सम्- (sam-, “zusammen” + धा dhā, " setzen, stellen, legen, einfügen, einbringen, halten, festhalten, hintun, geben, ertragen, annehmen, haben".
Erweiternde Bedeutungen "Verbindung, Vereinigung; Übereinstimmung, Übereinkunft; Friede, Bündnis; Zwischenraum, Zwischenzeit; Fuge, Gelenk; Horizont; Übergangszeit zwischen Tag und Nacht, Dämmerung".
s. 20220501 Sandhi indische Wortfügungslehre
Sandhi ist in der Sanskrit-Grammatik die Wohllautregeln. Sandhi, die Regeln, wie sich zwei Worte miteinander verbinden. Sandhi heißt Verbindung. Besonders wichtig sind die so genannten Sandhi-Regeln. Sandhi heißt, wenn zwei Worte aufeinanderfolgen, dann werden die Worte auf eine best
Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Sandhi
Sandhi ist in der Sanskrit-Grammatik die Wohllautregeln.
Sandhi, die Regeln, wie sich zwei Worte miteinander verbinden.
Sandhi heißt Verbindung.
Besonders wichtig sind die so genannten Sandhi-Regeln.
Sandhi heißt, wenn zwei Worte aufeinanderfolgen, dann werden die Worte auf eine bestimmte Weise verbunden.
Nehmen wir ein Beispiel: Namah heißt „Ehrerbietung an“.
Wenn du jetzt sagst, Ehrerbietung an Vishnu, dann sagst du Om, Namah und Narayanaya.
Wenn aber ein Wort auf „ah“ aufhört, wie Namah, und das nächste Wort mit „n“ anfängt, dann wird aus „ah“ „o“.
Dann sagst du nicht, Om Namah Narayanaya, das klingt auch irgendwie komisch, sondern du sagst, Om Namo Narayanaya.
Also, das sind die Wohllautregeln, es klingt irgendwo besser und letztlich vertieft es die Wirkung der Sanskrit-Worte.
Daher sagt man nicht "Om Namah [[|Narayana|Narayanaya]]", sondern wenn ein Wort mit „ah“ aufhört uns das nächste mit „n“ anfängt wird es zu Namo, Om Namo Narayanaya.
Oder auch, es gibt Jagad, und Jagad heißt Welt, dann gibt es Mohini – Bezauberin, diejenige, die die Welt verzaubert.
Du sagst dann nicht, Jagad Mohini, sondern Jagan Mohini.
Wenn ein Wort mit „d“ aufhört und das nächst mit „m“ anfängt, dann wird aus „d“ „n“, Jagan Mohini.
Oder wenn ein Wort mit „a“ aufhört und das nächste mit einem kurzen „a“ anfängt, dann wird das zusammen ein langes „a“.
Man sagt auch Shiva und Ananda – das nächste ist ein langes „a“.
Es heißt also nicht Shiva Ananda, sondern es heißt Shivanānda.
Und dann, wenn ein Wort mit einem langen „a“ aufhört und das nächste mit einem kurzen „a“, wird in manchen Fällen auch ein „o“ daraus.
Ich werde jetzt nicht alle Sandhi-Regeln aufzählen, aber vielleicht hast du ein kleines Verständnis bekommen, dass Sanskrit eine Sprache ist, die durch den Klang wirkt.
Da ist es auch wichtig, dass es den Menschen tief berührt.
Ein Grund, weshalb Sanskrit so eine machtvolle Sprache ist sind eben die Sandhi-Regeln, die dazu führen, dass Worte, auf harmonische Weise miteinander verbunden werden, so dass dabei auch eine spirituelle Kraft entsteht.
Sandhi heißt also Verbinden, Sandhi heißt auch die Wohllautregeln im Sanskrit, diejenigen, die bestimmen, wie zwei Worte miteinander verbunden werden.