Zum Inhalt springen

Schelle

aus AufEinWort, der freien Forschung

Schelle1 | schelle | wl. ‘Glöckchen, Klingel’, ahd. skella (11. Jh.), mhd. mnd. schelle, mnl. scelle, nl. schel (ger. *skellō wl.) steht als Tätigkeitshauptwort zu dem im 17. Jh. untergegangenen starken Tw. ahd. skellan ‘tönen, lärmen, schallen, klingen’ (um 1000; vgl. irskellan ‘ertönen, erklingen’, 9. Jh.), mhd. mnd. frühnhd. schellen, mnl. scellen, anord. skjalla (ger. *skellan).

Daneben begegnet ein (im Nhd. ebenfalls untergegangenes) Veranlaßwort ahd. skellen (um 1000), mhd. frühnhd. schellen ‘erklingen lassen’, aengl. scillan, anord. skella (ger. *skaljan).

Das starke und das schwache Tw. sind im Dt. jedoch bewahrt in der Vorsilbenbildung zerschellen. Nächstverwandt ist Schall. Außergerm. läßt sich vielleicht russ. (mundartlich) skólit’ ‘winseln, heulen’ (von Hund und Wolf) heranziehen. Es handelt sich offensichtlich um schallnachahmende Bildungen, die an uig. *skel- (wozu auch schelten), eine mit s- anlautende Variante der Ww. uig. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. hell), angeschlossen werden können.

Schelle2 | Schelle | wl. ‘Schlag ins Gesicht, Ohrfeige’ (18. Jh.), gekürzt aus älterem gleichbed. Maulschelle.

Schelle3 | Schelle | wl. ‘ringförmige (Metall)fessel’ (Anfang 17. Jh.); kurbez. für Handschelle (o. Ähnliches).