Sprosse
Sproß + -e | f. ‘Trittleiste einer Leiter’, ahd. sproʒʒo m. (um 1000; stigilsproʒʒo, 9. Jh.), mhd. sproʒʒe m. f. ‘Leitersprosse, Stufe’, frühnhd .sprosse m., daneben auch spross m. ‘Leitersprosse’ (15. bis 17. Jh.) und ‘Trieb, Schößling’ (s. unten), mnd. sprōte, sprāte f., auch ‘Schößling’, mnl. (mit r-Lautwandel) sporte,
nl. sport ‘Leitersprosse’, aengl. sprota m. ‘Keim, Schößling, Pflock’, engl. sprout ‘Sproß, Schößling’, anord. sproti m. ‘Zweig, Stab’, schwed. spröt ‘Sprosse, Stab, dünne Stange’, (mundartlich) språte sowie mnd. sprūte ‘Schößling, Sproß’ stehen ablautend zu dem unter sprießen1 behandelten Tätigkeitswort.
Möglicherweise liegt der Bedeutung ‘Leitersprosse’ die Ursprungsform der Leiter ‘Baumstamm mit Aststümpfen’ zugrunde. Dazu in gleicher Weise gebildetes Sproß.