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Stamm/Whk.

aus AufEinWort, der freien Forschung

senkrecht gewachsener Teil eines Baumes, von dem die Äste abgehen, übertragen ‘Geschlecht, durch gesellschaftliche, sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten verbundene Menschengruppe, Sippenverband’,

  • ahd. stam
    • (um 800; vgl. auch liutstam ‘Volksstamm, Leute’, 8. Jh.),
  • mhd. stam (Genitiv stammes) ‘(Baum)stamm, Geschlecht, Abstammung’,
  • mnd. stam(me),
  • mnl. nl. stam
  • führen
    • auf germ. *stamna-
      • (vgl. dazu das unter Steven, s. d., behandelte Substantiv),
  • während
    • aengl. stemn, stefn,
    • engl. stem
    • germ. *stemni- voraussetzt.
  • Dies
    • läßt sich wie
      • griech. stámnos (στάμνος) ‘großer Krug’,
        • eigentlich ‘stehendes Gefäß’,
      • air. tamun ‘Baumstamm’,
      • toch. A ṣtām ‘Baum’ mit m-Formans
    • von der unter stehen (s. d.) genannten Wurzel uig. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ herleiten.
  • Als Ausgangsbedeutung ist ‘Ständer’ anzunehmen.
    • Die übertragene Bedeutung ‘Teil eines Volkes, Volksstamm, Geschlecht, Familie’
      • (vgl. oben ahd. liutstam)
    • folgt dem Bild des sich nach allen Seiten ausbreitenden Baumes, dessen Äste aus einem gemeinsamen Stamm wachsen.
  • Von einer ähnlichen Vorstellung ausgehend
    • (in der Sprachwissenschaft)
      • ‘einer Ableitung, einer Wortfamilie zugrundeliegendes Wort’ (17. Jh.),
      • dann ‘bedeutungstragender Teil eines Wortes’ ohne wort- und formbildende Elemente,
    • (in der Wirtschaft)
      • ‘Grundstock, Kapital’ im Unterschied zu den Zinsen (18. Jh.),
      • ‘fester Bestand an Personen, Mitarbeitern, Kunden, Mitgliedern’ (19. Jh.).