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Stanze

aus AufEinWort, der freien Forschung

Stanze1 | stanz + e | f. ‘Strophe’, in der deutschen Verslehre insbesondere die achtzeilige Strophe der italienischen Ependichtung, die Oktave (ital. ottava rima) bezeichnend, ist entlehnt (18. Jh.) aus ital. stanza ‘Strophe, (gedanklich zusammengehöriger, in sich geschlossener) Abschnitt eines Gedichts, Haltepunkt’, auch ‘Zimmer, Wohnung, Aufenthaltsort’, einer Substantivbildung, die auf dem Part. Präs. lat. stāns von lat. stāre ‘stehen, emporstehen, stillstehen, verharren, sich aufhalten’ (mlat. ital. stare auch ‘wohnen’) beruht; vgl. mlat. stantia ‘Zimmer, Wohnung’. Der Ausdruck ist volkstümlich geworden in bair.-öst. Gstanzl n. ‘Lied, Couplet’.

Stanze2 f. ‘Prägestempel, Ausschneidewerkzeug, -maschine’ (18. Jh.), wohl gebildet zu mundartlichem (südd.) stanzen ‘wegstoßen’, mit Umlaut (südd. md. nd.) stenzen ‘stoßen, schlagen, forttreiben, -jagen’; weitere Herkunft unbekannt. Vielleicht aus *stangezen, zu ahd. (8. Jh.), mhd. stungen ‘stechen, stoßen, antreiben’ (s. Stange)? Vom technischen Begriff Stanzeerfolgt die Ableitung stanzen