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TDPC/Efg/n. 13

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷n. 13 Bernhard greift ad vocem »vita« (n. 12,16) einen Johannesvers auf. Der Kardinal bestimmt »Leben« als Wahrheit und Lebendigkeit. Diese Zusammenstellung begegnet bei Cusanus häufig. Sie zeichnet die veritas als eine Macht aus. Zu beachten ist das Anhaltende in dem »formentur« (4), dem das »cessante« (7) entspricht. Die entitas potentiae et actus (n. 12,5) ist in n. 13 durch »vita« ausgelegt. Der unausgelegte Gedanke wäre der, daß Gott, die Seinsheit, allem Verschiedenen und qualitativ mehr oder weniger Sein Habenden als dasselbe Sein zugrundeliegt. Hier wäre das Sein etwas Fixes, Bestimmtes, von dem man mehr oder weniger haben kann. Der Gedankengang des Kardinals verläuft jedoch so, daß er die entitas zunächst als forma omnibus (n. 12,20) »verflüssigt« und schließlich (n. 13) auslegt als Leben. Und hier scheint auf, daß wir »Leben« gerade dem Verschiedenen nicht mehr oder weniger zuschreiben; »Leben« ist keine Qualität von Seiendem, son- dern liegt auf der Ebene von Mächtigkeit, Können: in ihm kommt zusammen das Lebenspendende und das Belebte. Deshalb kann man von Gott sagen, daß in ihm alles Leben ist, das er gibt, und alles Lebendige, dem er das Leben gibt. So nimmt der Begriff der vita alles Quantitierende und Qualitätsbestimmte heraus aus dem Gedankengang. – Johannes bringt in Z. 9ff. neu hinzu, daß in »omnia« die Gegensätze eingeschlossen sind.