TDPC/Efg/n. 64
▷n. 64 Jetzt wird theologizando geredetvon der ab- soluten Form, die alles, was ist, aus sich heraussetzt. Sie ist die existierende Form schlechthin, welche der Materiedie possibilitas essendi gibt, der Form die actualitas, und durch die Verknüpfung von beidem erhält etwas Dasein (7--11). Das Nebeneinander der drei Begriffe: Möglichkeit – Wirklichkeit – Dasein zeichnet den Cusaner als spekulativen Positivisten aus. – Nehmen wir auch diesen Abschnitt schon als Antwort auf die Frage des Johannes (sie hat vorbereitenden Charakter, die eigentliche Antwort folgt in n. 66,4ff.), so sehen wir, daß der Kardinal den alten Weg der mystischen Suche der Vollkommenheiten in Gott via negativa umkehrt und die entgegengesetzte Bewegung vollzieht, erscheint doch die vollkommene Form im Ganzen der Wirklichkeit. Vollkommenheit ist Freisein von indigentia (14). Aber diese perfectio ist eine solche, die alle anderen perfectiones einschließt (17f.), eine perfectio mitteilende perfectio, eine Verbindung von Gott und Mensch auf dem Wege der Schöpfung (18f.). Die reine Form ist immer schon bestimmt als forma formarum (n. 65,4).