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TDPC/Efg/n. 73–75

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷n. 73–75 Das Interessanteste in dieser abschließenden Zusammenfassung ist der Begriff der Finsternis, tenebra bzw. caligo. Cusanus beschreibt die Offenbarung des deus absconditus als visio in tenebra (n. 74,20f.). Dabei bedient er sich des Begriffs »Dunkelheit« in doppelter Bedeutung. Tenebra ist einmal das Dunkel des Nichtwissens für ratio und intellectus, die Dunkelheit des sich entziehenden Gottes. Tenebra ist andererseits die Dunkelheit, die Gott ofenbart, nämlich als den verborgenen Gott, und dieser Dunkelheit ist ein Schauen verheißen (n. 75,9–11; vgl. Jes. 45). Es ist die aenigmatische tenebra, die ihre Auflösung hat in der Schau der Endzeit. In dieser t e n e r a ist Gott und damit in der auf sie gerichteten visio. Beides, occultari (n. 74,20f.) und se manifestare (n. 75,1) geschieht »in tenebra«. Die tenebra von n. 75,1, die vertrieben werden muß, soll es zur visio kommen, ist die erstgenannte (vgl. auch n. 15,9f.). Ein Vertreiben dieser Finsternis für ratio und intelligentia ist ein Zeigen der Finsternis für die visio. Wie kommt es zur visio in tenebra? Sie ist als Möglichkeit eröffnet denjenigen, die Gott in Glaube, Hoffnung und Liebe, auf dem Weg, den uns Christus, der selbst der lebendige Weg ist, lehrte. Er, der nichts außer ihm selbst mitteilt, zeigt Gott in der Dunkelheit, in der er sich offenbart. Diese Dunkelheit wird sich im Eschaton lichten. Der offenbare Gott ist dunkel auf dem Hintergrund seiner letzten Offenbarung. So sehen wir den Kardinal Rom. 1,20 auslegen durch 1 Cor. 13,12.