Temperament
Erscheinungsbild
- das sich aus der Tugendhaltung auf Grund von Anregung ergebende weitestgehend unbewußte unkontrollierte Denken und Verhalten;
- das, was einen erwärmt, erhitzt, erregt, bestimmt das Denken und Handeln; entsprechend der Veränderlichkeit der Temperatur sich zeigendes agieren oder reagieren;
von
- lat. temperāmentum ‘das richtige Verhältnis gemischter Dinge, die gehörige Mischung, das rechte Maß, Mäßigung’,
- gebildet zu lat. temperāre ‘das rechte Maß beobachten, mäßig sein, in das gehörige Maß, Verhältnis bringen, mischen’,
- wird zunächst (1. Hälfte 16. Jh.) im Sinne von ‘richtiges Mischungsverhältnis’ (von Kräutern), ‘ausgleichendes Heilmittel’ in die Sprache der Pharmazie entlehnt,
- danach auf das ‘Mischungsverhältnis der menschlichen Körpersäfte’ (im Sinne der antiken Temperamentenlehre) übertragen (2. Hälfte 16. Jh.).
- gebildet zu lat. temperāre ‘das rechte Maß beobachten, mäßig sein, in das gehörige Maß, Verhältnis bringen, mischen’,
- Daraus entwickelt sich (etwa 18. Jh.) die heutige Bedeutung.; individuelle Veranlagung des Menschen, die sich in der Art seines Verhaltens, seines Reagierens auf Reize äußert, auch ‘Gemütsart’ und vielfach ‘Lebhaftigkeit, Schwung’; für ein Individuum spezifische, relativ konstante Weise des Fühlens, Erlebens, Handelns und Reagierens; lebhafte, leicht erregbare Wesensart;
- uig. *temp- “dehnen, strengen”; verwandt mit templum “Schrein” und tempora; ursprünglich bedeutete das Wort wohl "was gestreckt wird, gestreckt" → "strecken (der Zeit)" → "Zeit, Anlass";
- oder von *temh₂- “trennen”.