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Tier

aus AufEinWort, der freien Forschung

tier | ursprünglich "atmendes Wesen", somit der deutsche Wortbegriff unmittelbar zu grie. psyche, lat. anima, und sanskr. atman; ‘Geist, Hauch, Atem, Seele, Leben’;

Sich bewegendes und von organischen Stoffen ernährendes Lebewesen, ahd. tior (8. Jh.), mhd. tier, asächs. dior,

Bezeichnet dann lange Zeit (in Volkssprache und Mundart noch heute) das sich schreitend (auf vier Beinen) fortbewegende Lebewesen, besonders das wilde (jagdbare, nicht gezähmte) Tier (zum alten Einteilungsschema der Tierwelt nach der Art der Fortbewegung in Tier (schreitend), Wurm (kriechend), Vogel (fliegend), Fisch (schwimmend)).

ahd. tior (8. Jh.), mhd. tier, asächs. dior, mnd. dēr, dērt,mnl. nl. dier, aengl. dēor, engl. deer (‘Rotwild’), anord. dȳr, schwed. djur, got. dius, ger. *deuza- vergleicht sich mit lit. dvė̄sti ‘den Geist aushauchen, (von Tieren) verenden’, dvasià ‘Geist, Atem’, lett. dvēsele ‘Atem, Seele, Lebewesen’, dvaša ‘Hauch, Atem, Lebewesen’, aslaw. duša ‘Seele, Geist, Leben’, duchъ ‘Geist, Hauch, Wind, Atem’, duchati ‘hauchen, blasen, wehen, atmen’, russ. dušá (душа) ‘Seele’, duch (дух) ‘Geist, Hauch, Atem’, (landschaftlich) dvóchat’, dvošít’ (двохaть, двошить) ‘keuchen, schwer atmen’. Damit ist Anschluß an uig.*dheus-, *dhū̌s-, *dhu̯ē̌s- ‘stieben, stäuben, wirbeln’, auch ‘blasen, wehen, keuchen, atmen’ möglich (s. dösig, Dusel), eine s-Erweiterung der etwa gleichbedeutende Wurzel uig. *dheu-, *dheu̯ə- (s. Daune, Duft, Düne, Dunst). Tier ist daher eigentlich das lebende, atmende Wesen (vgl. lat. animal ‘Geschöpf, Lebewesen, Tier’, zu lat. anima ‘Lufthauch, Atem, Seele, Leben’),