Zum Inhalt springen

Trümmersprache

aus AufEinWort, der freien Forschung

Trümmer-Sprache

Als Korpussprachen und Trümmersprachen bezeichnet man ausgestorbene Sprachen, die durch Textkorpora dokumentiert sind. Der Unterschied zwischen beiden Begriffen besteht hierbei im Umfang der Textüberlieferung.

Trümmersprachen

[✐ | ✎]

Sprachen, die nur durch wenige Inschriften oder Worte und Eigennamen in anderssprachigen Texten überliefert sind, verfügen über einen nur sehr eingeschränkt bekannten Wortschatz und entsprechend meist nur unvollständig bekannte Morphologie. Diese Sprachen werden Trümmersprachen genannt und es lassen sich oft nur Verbformen der dritten Person und einige Kasusformen bestimmen. In einzelnen Fällen lassen sich auch die Verwandtschaftsverhältnisse zu anderen bekannten Sprachen nicht oder nur unvollständig abklären, sodass man von totalen Trümmersprachen spricht. Beispiele für Trümmersprachen sind Etruskisch, Iberisch, Festlandkeltischoder Illyrisch. Der Begriff lässt sich auch auf andere Sprachstufen einer bestimmten Sprache anwenden, beispielsweise die Ogham-Inschriften des ansonsten gut überlieferten Altirischen.

Der teilweise synonym gebrauchte Begriff Restsprache sollte laut Jürgen Untermann nur dann verwendet werden, wenn die Überlieferung der jeweiligen Sprache als Trümmersprache dem Umstand geschuldet ist, dass die Sprache schon zur Zeit der Überlieferung nur noch eine untergeordnete gesellschaftliche Rolle innehatte, weil sie bereits damals beispielsweise vom Lateinischen verdrängt worden war.[1]