Zum Inhalt springen

Untergliederung der Soziologie

aus AufEinWort, der freien Forschung

Gliederung nach den untersuchten Einheiten

[✐ | ✎]

Eine häufig vorzufindende Unterteilung der Soziologie unterscheidet zwischen

Unzufrieden mit dieser wissenschaftstheoretisch strengen Alternative sind Vertreter eines als „Mesosoziologie“ bezeichneten Blicks auf intermediäre Ebenen (Betonung des „Hin und Her“) und eines neuerdings als „Makro-Mikro-Soziologie“ bezeichneten Ansatzes, der prozessanalytisch Einseitigkeiten ausschließlicher Makro- und Mikro-Betrachtung zu überwinden beansprucht (Betonung des „Weder-noch“).

Makrosoziologie (Gesellschaft, Kollektiv, Struktur, System, Diskurs)

[✐ | ✎]

<figure class="mw-default-size">[1]<figcaption>Eine Visualisierung eines sozialen Netzwerks</figcaption></figure>

Mikrosoziologie (Akteur, Individuum, Handeln)

[✐ | ✎]

Mesosoziologie (Gruppe, Figuration, Organisation, Institution, Situation, Ritual, Subsystem u. a.)

[✐ | ✎]

Diese Theorie mittlerer Reichweite (vgl. Robert K. Merton) umschreibt z. B. die Soziologie der Institutionen, Ritualeund Organisationen, Soziale Gruppen bzw. die Verbindung zwischen Mikro- und Makrosoziologie.

Makro-Mikro-Soziologie

[✐ | ✎]

Hier wird für den Ansatz von Norbert Elias, die Figurationssoziologie (auch Prozesssoziologie), eine über die Akteuranalyse hinausgehende strömungsstrukturelle (figurative) Grundlegung beansprucht, die jedoch makrosoziologische Reifizierungen der Gesamtgesellschaft ablehnt. Ein zweiter Ansatz ist die Sozialisationstheorie von Klaus Hurrelmann, die Persönlichkeitsentwicklung als einen permanenten produktiven Prozess der Verarbeitung von innerer Realität (Körper, Psyche) und äußerer Realität (soziale und physische Umwelt) konzipiert.

Gliederung nach der Reichweite der Theoreme

[✐ | ✎]

Ferner lassen sich Themenbereiche der Soziologie auch danach unterscheiden, ob sie der „allgemeinen“ Soziologie zuzurechnen sind, also generelle Gültigkeit beanspruchen, oder ob es sich dabei um Themen einer „speziellen“ Soziologie handelt. Theoretisch gehören die soziologischen „Methoden“ zur allgemeinen Theorie, in der Hochschulpraxis werden sie aber oft gesondert betrieben.

Allgemeine Soziologie

[✐ | ✎]

Zur „Allgemeinen Soziologie“ zählen die Kategorien und Hypothesen, mit denen soziales Verhalten in den verschiedenen Lebensbereichen erklärt wird.[1] Dazu gehören Sachgebiete wie das Verhältnis von Akteur und Gesellschaft oder Person und sozialem System, sowie die Struktur und der Wandel von Gesellschaften bzw. sozialen Systemen. Auch die Methoden der empirischen Forschung lassen sich hier einordnen.

Hauptthemen der Allgemeinen Soziologie sind beispielsweise: Devianz, Eliten, Funktionale Differenzierung, Gruppen, Herrschaft, Kommunikation, Macht, Sozialisation, Soziales Handeln, soziale Interaktion, Klassen, soziale Mobilität, soziale Rollen, sozialer Tausch, soziale Ungleichheit, sozialer Wandel, Sozialstruktur, Technik.

Spezielle Soziologien

[✐ | ✎]

„Spezielle Soziologien“ – informell auch „Bindestrichsoziologien“ genannt – befassen sich mit den Strukturen und Prozessen gesellschaftlicher Teilsysteme oder institutioneller Bereiche der Gesellschaft.

Zu den speziellen Soziologien gehören beispielsweise Arbeitssoziologie, Wirtschaftssoziologie, Techniksoziologie, Familiensoziologie und Politiksoziologie. Durch die zunehmende Differenzierung auch der Soziologie selbst bilden sich laufend weitere spezielle Soziologien.

Empirische Sozialforschung

[✐ | ✎]

Um eine der Soziologie angemessene Methodik der empirischen Erforschung sozialer Tatbestände wurde seit den Anfängen der Disziplin im sogenannten Methodenstreitgerungen.

Das umfangreiche methodische Instrumentarium der empirischen Soziologie lässt sich wie folgt untergliedern:

Weiterhin existieren Kombinationen der verschiedenen Ansätze, die mixed methods genannt werden. Die sogenannte Objektive Hermeneutik beansprucht dagegen, eine umfassende Forschungsmethodologie der Sozialwissenschaften zu formulieren, die gleichermaßen für quantifizierende Daten wie für natürlich protokollierte Ausdrucksgestalten der konkreten Lebenspraxis (wobei Protokolle per se schon „historisch“ sind) Anwendung findet. Die oben genannte Methodenunterscheidung wird von dieser Methodologie kritisiert und abgelehnt.

  1. ↑ Werner Fuchs-Heinritz, Rüdiger Lautmann, Otthein Rammstedt, Hanns Wienold (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie, Lemma Soziologie, allgemeine, 4. Aufl., VS-Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesbaden 2007, S. 635.