Vinzenz von Aggsbach
Erscheinungsbild
Vinzenz von Aggsbach war ein scharfer Gegner des Konzepts der „belehrten Unwissenheit“. Er wendete sich gegen den Benediktiner Bernhard von Waging, einen Anhänger von Nikolaus von Kues, der 1451/52 ein Laudatorium doctae ignorantiae „Lob der ‚belehrten Unwissenheit’“ geschrieben hatte. Seine Auffassung erläuterte Vinzenz 1454 in einem Brief, der später als Impugnatorium laudatorii doctae ignorantiae „Angriff auf das Lob der ‚belehrten Unwissenheit’“ bekannt wurde. Darin bestritt er, dass die von Nikolaus empfohlenen Bemühungen ein gangbarer Weg zur Gotteserkenntnis sein können. Bernhard reagierte 1459 mit einem Defensorium laudatorii doctae ignorantiae („Verteidigung des Lobes der ‚belehrten Unwissenheit’“).[1]
- ↑ Siehe zu dem Konflikt James Hogg u. a. (Hrsg.): Autour de la docte ignorance: une controverse sur la théologie mystique au XVe siècle, Salzburg 1992 (enthält Nachdruck der gleichnamigen Untersuchung von Edmond Vansteenberghe, Münster 1915, mit Edition von Quellentexten zur Kontroverse); Stephan Meier-Oeser: Die Präsenz des Vergessenen. Zur Rezeption der Philosophie des Nicolaus Cusanus vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, Münster 1989, S. 26–31; Wilhelm Baum: Nikolaus Cusanus in Tirol. Das Wirken des Philosophen und Reformators als Fürstbischof von Brixen, Bozen 1983, S. 63–79, 129 f.; Kurt Flasch: Nikolaus von Kues. Geschichte einer Entwicklung, 3. Auflage, Frankfurt am Main 2008, S. 181–194.