Welle
welle | well + e | f. Mrz. Wellen, ‘Wasserwoge, zylindrischer Körper, Locke, (Reisig)bündel’, ahd. wella ‘hochgehende Meereswoge, stürmische Welle’ (um 1000), mhd. mnd. welle ‘Woge, Walze, Strohbündel, Reisigbündel, Tuchballen, Leinwandballen’ und wohl anord. vella ‘das Sieden, brodelnde Masse’ gehören wie das unter wallen1 angegebene starke Verb ahd. wellan ‘wälzen, rollen, drehen’ zu der dort genannten Wurzel uig. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’.
Zunächst (ahd.) bezeichnet Welle die ‘Wasserwoge’, anfangs nur obd., im 15. Jh. nach Norden vordringend; danach (mhd.) ‘Walze, (sich drehender) zylindrischer Körper’ und ‘Bündel’ (Holz, Reisig, Stroh, Tuch), besonders westobd., schließlich (im Vergleich mit der ringförmig sich ausbreitenden Bewegung des Wassers) ‘Locke’ (17. Jh.) und in der Physik die sich fortpflanzenden Schwingungen von Schall, Licht, Elektrizität u. dgl. (18. Jh.).
Seit dem 18. Jh. auch bildlich für wellenartige Bewegung und Formung (z. B. von der Landschaft, vom Haar).