Werg
Werg n. ‘Abdichtungs- und Polstermaterial aus kurzen Fasern, die beim Hecheln von Hanf und Flachs abfallen’.
Ahd. āwirki n. ‘grober Flachs oder Hanf, Abfall beim Schwingen des Flachses’ (um 800), āwirke f. (9. Jh.), āwirc n. (Hs. 12. Jh.), āwurki n. (10. Jh.), āwurka f. (Hs. 12. Jh.), āwerc n. (Hs. 13. Jh.), mhd. āwürke, āwerc n., nhd. (schwäb. alem.) Abwerk, Abwerg schließen sich als Bildungen mit dem Präfix ahd. ā- ‘von … weg, fort’ an das unter Werk (s. d.) behandelte Substantiv im Sinne von ‘Ergebnis einer Tätigkeit’ an.
Der Stammsilbenvokal folgt im Ahd. dabei teils ahd. wirken und wurken (s. wirken), teils ahd. werc n. Daneben steht ebenfalls mit der speziellen Bedeutung ‘Flachs, Hanf, Abfall beim Flachsschwingen’ ahd. werc (9. Jh.), mhd. werc(h), nhd. Werg, mnd. wer(c)k, mnl. werc, nl. werk. Schreibung mit auslautendem -g tritt im Md. des 15. Jhs. auf, beginnt aber erst im 18. Jh. sich allmählich durchzusetzen (voll ausgeprägt im 20. Jh.). Als Abdichtungs- und Polstermittel ist Werg seit dem 16. Jh. bezeugt.