Werk:AI mit Arnie/Der Zinseszins - Was du mit Börse erwarten kannst
In diesem Video sprechen wir über exponentielles Wachstum, den Zinseszins-Effekt und was du an der Börse eigentlich so erwarten kannst. Denn das Ganze wird wirklich, wirklich unterschätzt.
Der Zinseszins ist das achte Weltwunder, und exponentielles Wachstum lässt sich einfach nicht greifen. Exponentielles Wachstum ist wirklich unglaublich.
Lasst uns einfach mal einen kleinen Blick auf eine Tabelle werfen, und danach sehen wir uns ein paar solche Rechner an. Das heißt, mit diesen Rechnern kann man sich ausrechnen, wie sich das Kapital entwickelt, wenn man bei einer gewissen Verzinsung anlegen würde. Natürlich kann niemand ganz genau in die Zukunft blicken, aber von der Vergangenheit kann man viel lernen.
Dementsprechend diese zwei Rechner: Die versuchen, in die Zukunft zu blicken. Danach starten wir aber einen, der in der Vergangenheit anfängt, damit man weiß, was man vielleicht erwarten kann.
Erst mal ganz kurz diese kleine Grafik: Das da ist exponentielles Wachstum. Exponentielles Wachstum lässt sich nicht greifen. Wenn man das vergleicht mit linearem Wachstum – hier habe ich das übrigens einfach nur gegoogelt – dann sieht man, was hier tatsächlich passiert. Das heißt, das lineare Wachstum steigt einfach nur ganz, ganz langsam stetig so an. Aber das exponentielle, das steigt so an, das geht immer steiler, und je mehr man hat, umso mehr kommt hier dazu.
Ich will einfach mal den kleinen Taschenrechner auspacken und dir das Ganze so erklären, so zeigen, wie es einfach am schnellsten geht. Das heißt, wir haben hier einen Taschenrechner, und wir gehen jetzt einfach mal von Verdopplungen aus. Es geht nicht wirklich darum, wann sich dein Kapital wirklich verdoppelt, aber sagen wir, du startest mit eins. Das kann ein Euro sein, das können zehn Euro sein, hunderttausend oder sonst was.
Aber erst mal verdoppelt sich dein Kapital von eins auf zwei. Und das Ding ist jetzt, wenn es sich noch mal verdoppelt, dann wird natürlich nicht eins noch mal dazu gerechnet, sondern zwei, weil du das Ding schon dabei hast. Das ist also der Zinseszins, wenn du dein Geld immer investiert lässt.
Das heißt, wir verdoppeln die zwei jetzt noch mal, und wir haben vier. Danach machen wir das Ganze noch mal mal zwei und haben dann acht, sechzehn, zweiunddreißig, vierundsechzig, einhundertachtundzwanzig. Ich klicke das einfach ein paar Mal durch, und du siehst, wie exorbitant hoch die Zahlen hier mit der Zeit werden, weil es sich einfach immer wieder und wieder verdoppelt. Und irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem die Zahlen so riesig groß werden, dass man sie tatsächlich nicht mehr lesen kann. Ich denke, ich kann damit jetzt aufhören, du weißt, worum es geht. Das soll hier einfach nur exponentielles Wachstum zeigen.
Genauso funktioniert das Ganze auch mit deinem Geld. Dein Geld steigt nicht linear an, wenn du es tatsächlich wertvoll anlegst, sondern es steigt exponentiell an.
Wichtig dabei ist, dass du dein Geld auch arbeiten lässt. Das heißt, wenn du meinetwegen aus 1.000 Euro 1.100 machst, dann musst du die Rendite auch investiert lassen. Also, wenn du z. B. eine Aktie hast, die Dividenden auszahlt, dann macht das einen riesengroßen Unterschied, da, wenn die Dividende nicht reinvestiert wird, der Zinseszins nicht greifen kann. Aber das hast du natürlich mittlerweile verstanden durch die Rechnung am Taschenrechner.
Lasst uns jetzt mal ansehen, wie das Ganze in der Vergangenheit funktioniert hätte.
Das hier ist vom TraderFox ein richtig praktischer Rechner. Hier können wir angeben, womit wir einfach rechnen wollen. Sagen wir, das da oben ist einfach das Startkapital. Das heißt, wir starten mit 10.000 Euro in diesem Beispiel.
Zusätzlich ist das – das ist z. B. einfach unser Kapital, das wir haben. Das werden wir anlegen. Zusätzlich schaffen wir es noch, jeden Monat 100 Euro zusätzlich dazu zu bringen. Und das haben wir gemacht. Wir sehen uns jetzt die Vergangenheit an. Danach versuchen wir, in die Zukunft zu blicken. Aber das haben wir gemacht seit dem 21.03.2004. Das heißt, wir sind schon lange an der Börse, wir legen unser Geld schon lange an.
Wir haben unser Geld hier z. B. in den DAX investiert. Das muss jetzt nicht der DAX sein, das ist jetzt einfach nur ein Beispiel. Und was ist hier passiert? Du siehst das Ganze hier unten relativ genau. Du hast ein Endvermögen von 100.000 Euro, sogar mehr als 100.000 Euro. Und wie viel hast du eingezahlt? Du hast 34.000 Euro eingezahlt. Du hattest eine durchschnittliche Rendite von knapp 8 % pro Jahr. Und wegen dem Zinseszins wurde das Ganze so riesig groß auf 100.000 Euro.
Sieh dir mal Folgendes an: Wir können diese Sparrate sogar erst mal auf null machen. Wir versuchen hier aber noch ein klein wenig weiter in die Vergangenheit zu gehen. Wir gehen zurück bis zum Jahr 2000. Ich klicke jetzt noch mal auf „Aktualisieren“, und du siehst, dass wir hier jetzt tatsächlich erst mal einen großen Unterschied haben, weil natürlich die Sparrate nicht mehr dabei ist. Das heißt, 10.000 Euro wurden fast 27.000 Euro.
Natürlich macht es einen riesengroßen Unterschied, wie viel du tatsächlich wann einbezahlt hast. Die Jahresperformance ist hier im Übrigen jetzt nur noch 4,17 %. Ich sehe gerade, wir haben hier tatsächlich einen ungünstigen Zeitpunkt ausgewählt, denn das war kurz vor dem Platzen der Dotcom-Bubble.
Versuchen wir das Ganze noch mal mit 2004 zu machen, dann bekommen wir natürlich auch wieder die besseren Renditen. Und von unseren 10.000 Euro werden 45.000 Euro. Das Coole ist: 10.000 werden 45.000.
Zieh dir noch mal den Zinseszins an. Was passiert, wenn wir anstatt 10.000 Euro 11.000 investieren? Das werden logischerweise nicht 46.000, sondern viel, viel mehr, weil der Zinseszins-Effekt greift. Das heißt, 1.000 Euro mehr investiert hier am Anfang wird am Ende viel, viel mehr. Das sind jetzt nicht 46.000, sondern 49.000 Euro. Ich hoffe, du siehst, wie mächtig der Zinseszins ist. Und ich hoffe, du siehst, wie mächtig auch Aktien sind.
Startest du mit 11.000 und investierst jedes Jahr meinetwegen bzw. jeden Monat noch 200 Euro dazu, klickst auf „Aktualisieren“, dann wirst du sehen, welche Renditen hierbei rauskommen. Du hast am Ende 160.000 Euro, obwohl du nur 60.000 investiert hast. Und das Ganze lässt sich natürlich noch viel, viel weiter steigern.
Was wäre jedoch passiert, wenn du das Ganze anders gemacht hättest? Was wäre passiert, wenn du im Jahr 2004 einen Sparplan auf Nvidia gemacht hättest?
Insgesamt hast du hier einbezahlt 41.000 Euro, und du hättest 7 Millionen Euro mittlerweile. Also aus 41.000 Euro wurden mittlerweile 7 Millionen Euro. Ja, Nvidia ist ein krasses Beispiel. Ja, Nvidia ist komplett durch die Decke gegangen.
Ich will dir einfach nur mal zeigen, dass tatsächlich hier solche Werte dabei sind und wie mächtig der Zinseszins ist. Hier hättest du eine Jahresrendite von 60 % gehabt, jedoch auch Drawdowns von 60 %. Das heißt, dein Kapital hätte sich immer wieder mal mehr als halbiert.
Die verlängste Verlustperiode wäre 18 Monate gewesen. Das heißt, du hättest über ein Jahr lang tatsächlich in den Miesen stehen können mit etwas Problemen. Aber durch ein solches Dollar-Cost-Averaging – das nennt sich das Ding, wenn man es immer wieder einzahlt – würde sich das natürlich auch mit der Zeit wieder ausgleichen.
Wie gesagt, komplett verrücktes Beispiel. Natürlich, Nvidia ist im Übrigen eine Aktie, über die ich schon in meinen ersten Kursen gesprochen habe, gerade auch in meinen KI-Kursen, da Nvidia einfach so wahnsinnig stark platziert ist. Damals stand Nvidia noch irgendwo da unten, sofern ich mich noch richtig erinnere.
Aber wie gesagt, wärst du bis 2004 zurück und hättest da in Nvidia investiert, dann hätte man den Zinseszins so richtig ausnutzen können. Und ja, mir ist bewusst, dass es nicht so einfach ist, diese Aktien zu finden und früh zu investieren. Aber ich will dir einfach nur zeigen, dass der Zinseszins mächtig ist.
Wir haben uns jetzt angesehen, was in der Vergangenheit passiert ist. Lass uns mal versuchen, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Denn JustETF ist ein tolles Unternehmen, und die lassen uns hier auch in die Zukunft blicken.
Und du siehst auch hier: Einzahlung gegen Wertzuwachs. Das heißt, der Wertzuwachs wird immer steiler und steiler. Das Ding steigt exponentiell an. Die Einzahlungen, die sind schön linear, und die Auszahlungen bzw. der Wert steigt exponentiell. Das heißt, du könntest hier tatsächlich eingeben, wie viel Geld du anlegen würdest.
Sagen wir, du legst für die nächsten Jahre 250 Euro als Sparrate an, jedes einzelne Monat. Die Anlagedauer in Jahren sind 30 Jahre. Die Gebühr pro Sparrate – tatsächlich haben wir viele, viele Broker, die keine Gebühren mehr verlangen – dementsprechend werden wir diese Gebühren einfach mal nullen. Gebühren pro Sparrate,Fixbetrag können wir auch nullen. Die Fondskosten pro Jahr – darüber müssen wir später noch sprechen – aber die werden wir auf alle Fälle hier beilassen. Das ist schon ein vernünftiger Wert hier.
Und was ist die Marktrendite pro Jahr? 4,5 % sind tatsächlich sehr, sehr bescheiden. Die meisten gehen mit einer Rendite von 6 bis 8 % aus, einige sogar von einer Rendite von 10 %. Also natürlich, das kommt darauf an, wie man sich hier genauer die Dinge ansieht.
Du hast ja hier gesehen: Wählt man z. B. den DAX, das heißt, wenn du dir tatsächlich die vergangene Rendite ansiehst, beim DAX sind wir hier vom Jahr 2000 weg in etwa bei 8 Prozenten – wie gesagt, zwischen 6 und 10 %, je nach Timeframe. Das sind so die Gebiete, wo sich der Aktienmarkt meistens zumindest aufhält.
Dementsprechend gehen wir hier einfach mal von 6 % Rendite aus. Ich denke, das kommt schon so in etwa hin. Und wir klicken „Berechnen“. Dann sehen wir uns an, was hier passiert wäre. Das heißt, Einzahlungen wären 90.000 Euro, wenn du 30 Jahre lang sparst und zwar 250 Euro im Monat. Der Wertzuwachs sind 162.000 Euro.
Und die Kosten auf ETFs – eben natürlich hast du auch Kosten, auch wenn die relativ gering sind – waren 5.000 Euro. Jedoch hast du insgesamt ein Endvermögen von fast einer Viertelmillion, wenn du einfach nur 250 Euro jeden Monat eingezahlt hättest und das komplett ohne Startkapital.
Das heißt, du hättest mit null gestartet. Und das Ding ist halt: Das verändert sich natürlich sehr stark. Sagen wir, du hast 8 % Rendite gemacht, dann verändert sich das natürlich wahnsinnig. Auf einmal hast du 366.000 Euro. Gehen wir mal von einem Optimalfall von 10 % Rendite aus, und du hast über eine halbe Million gemacht. Und das da meine ich mit exponentiellem Wachstum. Das Zeug kann wahnsinnig, wahnsinnig ansteigen.
Dementsprechend, du siehst: Das könnte sich, sollte sich auch so in die Zukunft nach vorne rechnen lassen. Denn man geht davon aus, dass die Wirtschaft einfach jedes Jahr ein klein wenig wächst. Wir sehen uns natürlich noch die Notenbanken und Wirtschaftszyklen genauer an, aber das ist ganz einfach das Konzept vom Aktienmarkt. Das Konzept von der Welt. Die Welt, die Wirtschaft, die will wachsen. Und wenn sie wächst, dann kann man als Anleger davon mit profitieren. Und auf lange Sicht zahlt sich das Ganze eben richtig, richtig stark aus.
Übrigens, dieser ETF-Rechner ist auch relativ nice. Der ist von iShares, und der zeigt uns natürlich auch all diese Dinge.
Also die Einmal-Einzahlung: Sagen wir, du startest mit 5.000 Euro, noch dazu jedes Monat 150 Euro. Das machst du über 10 Jahre. Du nimmst hier den MSCI World – das ist eine Empfehlung, die richtig, richtig gut funktioniert. Und tatsächlich hast du hier eine durchschnittliche Rendite, also das wird erwartet, von etwa 8,65 %.
Natürlich musst du hier sagen, dass das nicht immer alles perfekt ist. Das heißt, der MSCI World ist hier bei 8,65 %, beim S&P ist man bei etwas über 10 %, der DAX steht hier auch recht gut da mit 8,97 %.
Das heißt, … das heißt ich sagte vorhin ja, zwischen 6 und 10 %. Davon kann man eigentlich ausgehen. Nehmen wir den Durchschnitt: Der MSCI World ist das Ding, das eigentlich sehr, sehr viele empfehlen. Dann siehst du hier die Rendite: 16.000 Euro eingezahlt, nur 23, und am Ende hast du 39.
Wenn du hier natürlich die Jahre dazuzählst, dann siehst du, wie stark das exponentielle Wachstum tatsächlich für dich arbeiten kann.
Wenn du dein Geld anlegst für 50 ganze Jahre, dann wird aus 100.000 Euro hier 1,6 Millionen. Also, niemand will natürlich warten, bis er 105 Jahre alt ist. Ja, ich bin jetzt etwas überspitzt hier. Aber du siehst: Der Zinseszins-Effekt macht es einfach aus.
Und was würde passieren, wenn du dir dein Geld ausbezahlen lässt? Wenn du die Rendite immer wieder und wieder rausnimmst, dann passiert das Ganze natürlich nicht. Ich muss hier keinen Rechner mehr bringen. Das können wir im Kopf rechnen: Du zahlst 1.000 Euro ein. Nach einem Jahr hast du 10 % bekommen, also 1.100. Du nimmst die 100 Euro wieder raus. Im nächsten Jahr bekommst du wieder 10 %, also wieder 100, und du nimmst das wieder raus, wieder raus, wieder raus. Du hast jedes Jahr nur 100, und der Zinseszins-Effekt kann nicht greifen.
Der Zinseszins-Effekt ist das achte Weltwunder, und den solltest du wirken lassen.
In diesem Video hast du also gelernt, was der Zinseszins-Effekt ist, wie mächtig exponentielles Wachstum ist und dass du das nicht unterbrechen solltest. Dementsprechend: Fang so früh an wie möglich zu investieren. Investiere dein Kapital vernünftig, natürlich so, wie du es später lernen willst. Schieße ruhig jeden Monat etwas nach, wenn du Geld übrig hast, und lass den Zinseszins für dich arbeiten. Reinvestiere Dividenden. Lass die Dinge ganz einfach so laufen, wie sie sind. Denn das, was man gerne haben würde, ist exponentielles Wachstum, und das bekommst du nur, wenn du hier nicht dazwischenfunkst.
So sollte Börse im Optimalfall funktionieren. Das heißt, langfristig kann man sein Geld sicher und gut anlegen. Auch wenn es mal kurzfristig nach unten dippt, langfristig, für gewöhnlich, erholt sich das Ganze wieder. Außer man glaubt daran, dass es mit der Welt von jetzt an nur noch abwärts geht. Aber dann sind die Geldsorgen die kleinsten Sorgen, die wir haben.
Wenn man wirklich daran glaubt, dass man in 10, 15, 20 Jahren alles noch viel Schlechtere auf der Welt hat, dann kann man mit dem Geld machen, was man will. Denn dann lohnt sich das alles nicht mehr. Wir sind Optimisten. Wir legen unser Geld an. Wir profitieren vom Zinseszins.