Werk:AI mit Arnie/Die Großwetterlage - Daily vs Weekly
Du erkennst mittlerweile Trends, und mir ist es wirklich wichtig, dass du verstehst, dass Trends viel, viel länger anhalten können, als du dir das vielleicht im ersten Moment denkst. Es gibt hier auch ein paar übergeordnete Begriffe, die du kennen solltest. Es gibt die Großwetterlage – einige nennen es auch den Großwettertrend; zumindest habe ich das ab und zu gehört. Was meine ich damit? Damit meine ich die Zeiteinheit. Du hast ja schon gesehen, dass man verschiedene Zeiteinheiten verwenden kann. Wenn wir noch mal kurz auf TradingView gehen, dann siehst du hier die Zeiteinheiten.
Du kannst die Charts tatsächlich einteilen in eine Sekunde, fünf Sekunden, zehn Sekunden, eine Minute, 45 Minuten. Danach haben wir den Stundenchart, den Vier-Stunden-Chart, ein Tag, eine Woche, Monate und sogar zwölf Monate. Das heißt, hier haben wir sehr, sehr viele verschiedene Dinge. Wenn du jetzt auf eine Sekunde klickst – oder lass uns eine Minute machen, eine Sekunde ist wirklich komplett schwachsinnig – aber wenn du hier auf eine Minute gehst, dann siehst du: Jeder dieser Charts, die bewegen sich in Echtzeit. Das heißt, jede kleine Kerze ist hier einfach eine Minute von diesem Kurs.
Jetzt musst du wissen, dass es, je nachdem, wie du investierst, natürlich unterschiedliche Sachen gibt. Da es hier in diesem Kurs ums langfristige Investieren geht, will ich dir tatsächlich sagen, dass du dich vor allem an zwei Charts orientieren solltest: an den Ein-Tages-Chart und im Ein-Tages-Chart. Da sieht man eigentlich schon relativ viel. Im Ein-Tages-Chart ist jede Kerze natürlich ein Tag, und du solltest auch den Ein-Wochen-Chart hier verwenden. Hier ist natürlich jetzt jede Woche eine Kerze. Dementsprechend wäre hier tatsächlich der Ein-Wochen-Chart die Großwetterlage, und der Daily Chart, also der Tageschart, wo eine Kerze ein Tag ist, das ist danach der sogenannte Sekundärtrend.
Es gibt auch noch Terziertrends und so weiter, und du musst immer wissen, dass die Großwetterlage wichtiger ist. Wenn es z. B. in der Großwetterlage einen Aufwärtstrend gibt, dann kann es natürlich auch passieren, dass im Sekundärtrend, also im Daily Chart, meinetwegen ein kleiner Abwärtstrend einleitet. Aber mächtiger ist immer der übergeordnete Trend. Lass uns einfach ein, zwei Beispiele machen, damit du das sofort erkennst.
Das da ist die Apple-Aktie. Und hier bei der Apple-Aktie, da siehst du Folgendes: Wir haben hier oben natürlich erst mal ein Hoch, danach haben wir hier unten ein schönes Tief – wir könnten das auch alles als ein Tief zählen. Danach haben wir ein Hoch, und dieses Hoch ist natürlich tiefer als dieses Hoch. Danach bekommen wir ein Tief. Dieses Tief ist jetzt mindestens gleich tief – ich würde sogar sagen, etwas tiefer als dieses Tief. Falls das für dich immer noch kein Abwärtstrend ist, dann haben wir hier ein Hoch, das wieder tiefer ist, und danach spätestens hier unten, wo mein Volumenprofil tatsächlich all das verdeckt, hier haben wir danach das nächste Tief.
Wir haben natürlich jetzt wieder ein Hoch bekommen, das potenziell wieder natürlich ein tieferes Hoch ist. Und hier haben wir jetzt schon wieder ein Tief, das eventuell hier ausbricht und das vielleicht noch tiefer werden könnte. Dementsprechend könnte man sagen, bei der Apple-Aktie sind wir hier im Daily Chart erst mal in einem schönen Abwärtstrend, und das würde natürlich für fallende Kurse sprechen. Wenn wir jetzt aber den Daily Chart ausblenden und auf den wöchentlichen Chart gehen, dann sieht das Ganze tatsächlich ein klein wenig anders aus.
Ich lösche mal eben die Zeichnungen, um das etwas besser aufzuzeigen, und wir zoomen ein klein wenig raus. Hier im wöchentlichen Chart ist es nämlich immer noch nicht so wirklich klar, ob man tatsächlich in einem schönen Abwärtstrend ist oder nicht. Ich hoffe, du siehst das Ganze. Wir könnten z. B. mal hier starten. Hier hatten wir ein Tief, danach ein Hoch, ein höheres Tief hier oben, danach das höhere Hoch. Das da wäre jetzt z. B. wieder ein höheres Tief wie hier unten. Danach haben wir hier ein Hoch, dieses Hoch ist jetzt jedoch nicht mehr wirklich höher als dieses Hoch, und wir haben jetzt aktuell – wir sind jetzt gerade dabei, ein Tief auszubilden. Dieses Tief ist immer noch nicht tiefer als dieses Tief.
Dementsprechend wäre Apple für mich im wöchentlichen Chart eher in einem Seitwärtstrend, denn das Ding könnte hier z. B. bouncen. Man weiß es einfach nicht ganz genau. Also, im wöchentlichen Chart wäre man tatsächlich immer noch dabei, hier eher Long-Einstiege zu suchen bzw. Apple sogar eher zu kaufen, anstatt zu verkaufen oder ewig zu warten. Wenn man jetzt natürlich sicher gehen will, dass sich dieser Trend fortsetzt, dann würde man hier warten auf z. B. ein höheres Tief, meinetwegen irgendwo hier.
Und wenn man hier wirklich auf Bestätigung warten wollen würde, dann wartet man tatsächlich, bis dieses Hoch rausgenommen wird. Das heißt, sowas hier, und man würde danach erst hier irgendwo einsteigen. Mir ist nur wichtig, dass du erkennst, dass die sogenannte Großwetterlage hier einfach viel, viel wichtiger ist als der kleine Chart. Lass uns mal ansehen, ob wir nicht ein noch praktischeres Beispiel finden.
Wir sind hier im Tageschart von Bindu Dur, und hier will ich das einfach auch mal aufzeigen. Hier würde man z. B. Folgendes sehen: Wir haben hier drüben erst mal ein Hoch, danach ein Tief. Hier haben wir natürlich erst mal potenziell ein höheres Hoch, ein höheres Tief, höheres Hoch und so weiter. Jedoch fängt ab hier tatsächlich ein kleiner Abwärtstrend an. Das heißt, wir haben hier ein tieferes Tief, ein tieferes Hoch. Hier ganz unten bekommen wir ein tieferes Tief, ein tieferes Hoch, wieder ein tieferes Tief.
Jetzt hatten wir hier tatsächlich eine kleine Ausnahme, denn wir hatten einen kleinen Sprung nach oben, aber eine sehr, sehr bärische Kerze – eine riesen riesengroße rote Kerze. Und dieses Hoch, man kann es wirklich nicht anrechnen, denn dieses Hoch wurde nur ganz, ganz kurz hier erreicht, und man ist schon wieder auf dem Weg, neue Tiefs zu machen. Dementsprechend würde man hier bei Bindu Dur tatsächlich sehen, dass wir eher in einem Abwärtstrend sind.
Was passiert jedoch, wenn wir diese Zeichnungen löschen und mal kurz in den Wochenchart gehen? Der Wochenchart macht hier ein komplett anderes Bild. Denn im Wochenchart sind wir hier bei Bindu Du schon länger in einem soliden Aufwärtstrend, wenn man sich das Ganze ansieht. Wir haben hier unten ein schönes Tief, ein Hoch, höheres Tief, höheres Hoch, ein höheres Tief bzw. mindestens ein gleiches Tief. Wir bekommen wieder ein schönes Hoch, höheres Tief, und so geht das Ganze tatsächlich weiter.
Wir haben hier unser Hoch, und wir haben immer noch ein höheres Tief hier gebildet, als wir hier drüben irgendwo hatten. Dementsprechend ist dieser Trend bei Bindu Dur natürlich viel, viel mächtiger. Und jetzt würde man einfach darauf warten – je nachdem, wie sicher man sein will – entweder, bis wir die ersten Hochs wieder reißen, dass man irgendwo hier, meinetwegen, einsteigen kann. Oder man könnte sogar, einige machen auch das, „Buy the Dip“. Das heißt, man könnte auch hier irgendwo einen solchen kleinen Dip hier kaufen.
Dementsprechend: Die Großwetterlage ist ganz einfach immer viel, viel mächtiger als die kleinen Trends. Und noch brutaler wird das Ganze natürlich, wenn du auf die allerkleinsten Zeiteinheiten gehst. Sagen wir, du gehst auf den Ein-Stunden-Zeitraum. Im Ein-Stunden-Zeitraum hast du natürlich jedes Mal ein komplett anderes Bild als auf den größeren Zeiteinheiten. Das heißt, der Ein-Stunden-Chart, der kann ein komplett anderes Bild vermitteln als der Tageschart. Und der Tageschart kann schon wieder ein anderes Bild verwenden bzw. ein anderes Bild zeichnen als der Wochenchart.
Es ist also unglaublich wichtig, dass du verstehst, dass die Zeiteinheiten hier wichtig sind. Und je größer die Zeiteinheit, umso größer die Wichtigkeit. Gerade für langfristige Investoren ist es natürlich sehr, sehr wichtig, nachzusehen, was der Trend über Wochen macht und nicht über Stunden. Ja, du kannst z. B. im Großwetterchart bzw. in der Großwetterlage im Ein-Wochen-Chart erst mal Ausschau halten, ob du etwas findest mit einem guten Trend. Und danach kannst du in die kleinere Zeiteinheit, meinetwegen in den Daily Chart, gehen, um zu sehen, wann du perfekt einsteigst.
Wie gesagt, das muss ich hier unbedingt anmerken, denn die Zeiteinheiten sind sehr, sehr wichtig. Merk dir einfach: Das Ziel von einem Investor ist es natürlich, die Aktien über Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre zu halten. Und da sind einfach größere Zeiteinheiten viel, viel wichtiger als kleine.
Ja, es gibt das sogenannte Scalping, das nennt man ganz einfach Traden auf ganz, ganz kleinen Zeiteinheiten. Da tradet man wirklich im Minutentakt. Da werden sogar Charts interessant, die sich auf Minuten hier tatsächlich einpendeln. Das ist für uns hier komplett irrelevant. Stütz dich hauptsächlich auf den Wochenchart und auf den Tageschart. Und geh ganz einfach davon aus, dass der Wochenchart die höhere Gewichtung hat.
In dem Sinne: Lass dich nicht verwirren, verwende die zwei Zeiteinheiten. Ich denke, den Rest brauchst du tatsächlich überhaupt nicht, und halte dich an die großen Zeiteinheiten.