Ein Beispiel mit Tipps
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25. Oktober 2024 n. Chr. hrsg.
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6. Dezember 2024 n. Chr. erst.
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📽️ 1 Tipps an einem Beispiel (16:44)
Mittlerweile hast du alle Grundprinzipien an die Hand bekommen, und ich denke, du kannst jetzt schon genauso lesen wie ich les. Alles, was du dafür brauchst, ist natürlich ein Haufen Übung. Das lernst du nicht in ein paar Minuten. Ich würde dir deshalb empfehlen, dir jeden Tag mal eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und versuchen, genauso zu lesen. Nimm einfach mal ein Buch in die Hand und versuche, das Buch zu filtern.
Ich will dir jetzt noch ein paar Tipps und Tricks an die Hand geben, wie das besser funktioniert. Wie ich schon gesagt habe: Versuch, das Buch anders zu sehen. Der Autor gibt nicht vor, was du wann liest. Deine Aufgabe ist es, dir das Buch anzusehen. Du fragst dich ständig: Was will mir der Typ sagen? Was will mir der Typ sagen? Was ist das Hauptargument des Buches? Was ist die Idee des Buches? Was will dir der Autor vermitteln?
Filtere das Buch: Was ist Fluff? Was ist das Hauptargument? Und was sind die Nebenargumente, die auch noch wichtig sind, damit der Baumstamm nicht so nackt da ist? Natürlich kannst du dir auch ganz, ganz kurz ansehen, was die Blätter außenrum machen. Diese würde ich wirklich nur screenen – fahre nur ganz kurz mit den Augen darüber.
Ich mache jetzt ein kurzes Beispiel an einem Text, damit du siehst, wie ich das zum Beispiel oft screenen würde. Wenn du zu einer Textpassage kommst, bei der du denkst, dass sie wahrscheinlich Fluff ist, dass hier nicht mehr viel Nützliches steht, dann mache ich es so, dass ich nur die Dinge in der Mitte lese. Ich lese also wirklich nur solche Dinge in der Mitte, und ich lese auch da nicht alle Wörter. Das Gehirn wird sich die Sätze selbst bilden.
Das ist wirklich, wirklich interessant: Wenn du zum Beispiel mit der gesamten Hand mitten im Buch runterscrollst und einfach mit den Augen folgst, dann wirst du bemerken, dass du vom Text die Hauptprinzipien verstehst. Du liest einfach nur mitten ein paar Wörter, und du wirst zumindest unterbewusst verstehen, worum es in diesen Texten geht. Das musst du etwas versuchen, und das machst du auch nur, um zu screenen. Sobald du etwas Wichtiges findest, solltest du natürlich wieder ganze Sätze lesen. So kannst du aber wirklich gesamte Bücher sehr, sehr schnell screenen.
Das kannst du so weit hochspinnen, dass du irgendwann nur noch ein, zwei Wörter in der Mitte liest. Du screenst also mit einem Affenzahn durch diese ganzen Dinge. Ich mache das mal eben hier, und ich bin der Meinung, dass ich sogar während dem Reden einfach hier sagen kann, alleine wie sich die Wörter anordnen, dass es im gesamten Text nur darum geht, dass die Technologie unser Leben stark verändert hat.
Und ich bin mir sogar relativ sicher, und ich weiß jetzt schon, dass das theoretisch alles nur Fluff ist, den man auch überspringen kann. Ich muss gestehen, den Text habe ich mir mit ChatGPT erstellen lassen. Ich habe den Text noch gar nicht gelesen. Ich weiß nicht, worum es genau geht. Ich habe ChatGPT einfach nur gesagt, er soll einen Text erstellen.
Jetzt lasse ich mir den Text zusammenfassen, und ich bin gespannt, ob es im Text wirklich darum geht, dass Technologie ganz einfach nur unser Leben verändern wird. Deshalb kopiere ich den Text und werfe ihn in den ChatGPT. Ich habe den gesamten Text reingeworfen und gesagt, er soll ihn zusammenfassen. Die Zusammenfassung war mir immer zu lang. Aber hier unten haben wir eine kurze Zusammenfassung: Moderne Technologie hat unsere Kommunikation, Arbeit, Bildung und so weiter tiefgehend verändert.
Das war eigentlich schon die Zusammenfassung, und ich hab eigentlich relativ schnell verstanden, allein durch das Screening, dass es in diesem Absatz ganz einfach nur darum geht, dass Technologie unser Leben verändert hat. Wir haben also von diesem ganzen Text nichts Tiefgründiges entschlüsseln können. Das war also sozusagen Fluff.
Diesen Fluff screenen wir nur. Es geht andauernd darum rauszufinden, was das Hauptargument ist. Du darfst nur das im Sinn haben. Wenn du dein Buch nimmst, wenn du das Buch in die Hand nimmst, siee dir an, am Titel, wie ich dir schon gesagt habe, worum geht es? Sieh dir hinten an, worum geht es? Danach öffnest du das Buch, siehst dir die ersten Seiten an, und du fragst dich andauernd: Was ist das Hauptargument des Autors?
Screene unglaublich schnell den ersten Text. Ganz einfach: Immer durch, wo du denkst, hier steht nichts Wichtiges. Dann denke ich mir, dass dein Unterbewusstsein immer noch viel, viel mehr Dinge aufschnappen kann, als du das wirklich wahrnehmen kannst. Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, dann wirst du unterbewusst so gut screenen können, dass du danach auch automatisch an den richtigen Stellen langsamer liest.
Ein cooler Trick ist auch noch, dass oft in Büchern Tabellen sind. Einige Autoren machen Tabellen mit coolen Beispielen, und da sind meistens die Hauptargumente untermauert mit Subargumenten, und das ist wirklich, wirklich mächtig. Also, wenn du Tabellen siehst, sieh dir auf alle Fälle die Tabellen an.
Wie gesagt: Finde den Baumstamm. Sobald du den Baumstamm hast – was ist das wirklich das Hauptargument des Buches? – dann versuche, Nebenargumente zu finden. Versuche, herauszufinden, warum der Baumstamm so dargestellt wird. Er hat die Nebenargumente, die den Baumstamm wirklich unterstützen. Danach findest du also diese Nebenargumente, und all das Unnütze Zeug, das lässt du weg. Das versuchst du so schnell wie möglich zu screenen und dem nicht große Aufmerksamkeit zu schenken.
Unser Gehirn ist darauf programmiert, sich nur wenige Dinge zu merken. Wenn du andauernd solche Geschichten liest – 1960 wurde dies und das von jenem hier mit einem roten Pulli gemacht – dann wirst du dir am Ende des Tages überhaupt nichts mehr merken können. Fluff ist gefährlich. „cut the fluff!“ Du darfst den Fluff nicht lesen, sonst wirst du tatsächlich den Baumstamm, das Hauptargument, nicht mehr so gut verstehen.
Wenn du andauernd mit deinem Leserfokus im Kopf hast: Was ist das Hauptargument? Worum geht es im Buch? Ich muss diese Seite nicht lesen, ich kann auch die nächste lesen. Ich bestimme, was ich wann lese. Ich will nur die Informationen, die für mich wichtig sind. Da kannst du aus einem Buch tatsächlich viel schneller die besseren Informationen entlocken.
Lies bitte nicht, welche Kleidung getragen wurde und zu welcher Jahreszahl dieses Beispiel gemacht wurde. Diese Beispiele, wenn du mehr Bücher liest, die wiederholen sich auch immer wieder. Immer wieder werden Geschichten aufgebracht, wie zum Beispiel die Gründung von Apple. Das ist wirklich eine Geschichte, die in so vielen Büchern drinnen ist. Wenn du Business-Bücher liest, dann wirst du immer wieder von der Gründung von Apple und von Steve Jobs lesen, und die bringen immer und immer wieder dieselben Beispiele. Lass die einfach weg. Die haben hier nichts zu suchen.
Such das Hauptargument. Such die Nebenargumente, nur die wichtigsten. Und danach verstehst du das Topic, danach verstehst du das Thema. Und dann siehst du dir das nächste Buch an. So bekommst du einen wirklich, wirklich breiten Überblick über Themen.
Wenn du Freude daran hast, diese Geschichten auch ein klein wenig mitzulesen, dann kannst du das natürlich immer noch machen. Aber merk dir ganz einfach: Der Baumstamm ist niemals eine Geschichte. Der Baumstamm kann keine Geschichte sein. Der Baumstamm ist ein Argument, eine Wahrheit, ein Statement – und keine Geschichte. Diese ganzen Geschichten sind Blätter. Die Blätter sind nicht wirklich nötig, um das Buch zu verstehen.
Du kannst dir ab und zu ein Blatt, eine Geschichte, durchlesen, damit du einfach auch mal verstehst, wie der Autor genauer argumentiert, wie er diese Geschichten zusammenbaut. Aber es ist nicht wirklich nötig, um sein Key Insight zu verstehen.
Kommen wir noch mal zurück zum Buch „Extreme Ownership“. Das Buch „Extreme Ownership“ kann man wirklich so, so schnell zusammenfassen. Das konnte ich wirklich unglaublich schnell lesen. Wenn du dir das Buch von außen ansiehst, dann merkst du schon, worum es geht: Es geht darum, dass du verantwortlich bist dafür, daß passiert. Und wenn du dich dafür verantwortlich machst, dann wird das besser funktionieren.
So liest man zumindest schon den Titel, und dann habe ich relativ schnell die Sätze gefunden. Sobald ich angefangen habe, keinen anderen mehr die Schuld zu geben, sondern alles auf mich zu nehmen – sobald ich angefangen habe, Responsibility für mich selbst zu haben –, wurde alles besser. Ich wurde ein besserer Leiter, ich hatte mehr Erfolg, und so weiter. Also geht es dem Autor ganz einfach darum, dass man selbst für seinen Erfolg und für seine Dinge verantwortlich ist, dass man ganz einfach „Ownership“ haben soll.
Er untermauert das immer wieder mit Geschichten aus der Armee. Das liest du auch schon alleine am Titel ab, und das bringt er natürlich auch immer wieder im Buch. Er bringt Geschichten aus Afghanistan, sofern ich das noch richtig im Kopf habe. Aber er untermauert halt immer wieder, dass du nur etwas erreichen kannst, wenn du die Antwortung auf dich nimmst und auch daß andere dir nicht die Schuld sofort zuweisen, wenn du zum Beispiel in einem Unternehmen arbeitest und du übernimmst Verantwortung, dann wird der Chef dich nicht sofort feuern, wenn etwas schiefgeht und du sagst: „Hey, dafür war ich verantwortlich.“ Sondern er sieht dich tatsächlich mit besseren Augen, weil er sieht: „Ja, der Typ macht sich tatsächlich verantwortlich für das, was er getan hat.“ Das kommt generell sehr, sehr gut an in unserer Gesellschaft, und das macht erfolgreiche Leute erfolgreicher.
Das ist eigentlich schon die gesamte Zusammenfassung von diesem Buch, untermauert mit tausenden Blättern, die du nicht alle wissen musst. Relativ schnell, wenn man danach weiter screent, kommt man zu einem Kapitel, wo es heißt: „Deshalb geht nichts in der Welt voran“, oder so ähnlich. Und er sagte hier ganz einfach: Die Schuld anderen zuzuweisen, das ist das Nummer-eins-Ding, was Produktivität killt.
Wenn jeder dem anderen die Schuld gibt, dann läuft gar nichts weiter. Öffentliche Unternehmen sind hier oft tatsächlich ein gutes Beispiel. Wenn du irgendwo anrufst, wo 20 Leute für dich zuständig sind, dann hat immer der die Schuld, der gerade nicht da ist. Wenn an dieser Stelle irgendjemand sitzen würde, der die Verantwortung übernimmt, dann würde alles effizient laufen.
Und darum geht es im Buch: Gib nicht anderen die Schuld, übernimm die Verantwortung selbst. Das ist die gesamte Zusammenfassung vom Buch. Und diese Zusammenfassung kannst du extrahieren in einer Stunde, vielleicht sogar in einer halben Stunde, wenn du gut bist.
Und du kannst sogar im Hinterkopf, durch dieses schnelle Durchscreenen, wie ich es dir gezeigt habe, auch die kleinen Anekdoten miterleben. Ja, du hast sie nicht komplett gelesen, aber du verstehst, worum es geht. Also: Das Hauptargument, der Baumstamm: Übernimm Verantwortung.
Nebenargument: Leute werden dich mehr respektieren, wenn du Verantwortung übernimmst. Ein weiteres Nebenargument: Leute werden dich nicht respektieren, wenn du die Verantwortung ständig weiterschiebst. Denk einfach daran: Du rufst irgendwo an: „Ah, dafür bin ich nicht zuständig, der Kollege ist nicht da.“ Du verlierst so den Respekt für das Unternehmen.
Also, es geht darum, Verantwortung zu übernehmen. Leute respektieren dich, wenn du Verantwortung übernimmst, auch wenn es mal schiefgeht. Leute respektieren dich nicht, wenn du ständig anderen die Schuld zuweist. Und er veranschaulicht das oft mit recht extremen Situationen von den US Navy SEALs. Und so hast du tatsächlich in einer Stunde das Buch verstanden.
Du hast den Baumstamm verstanden, du hast die Hauptargumente verstanden: Übernimm Verantwortung, andere respektieren dich mehr, wenn du das machst. Es ist besser für deine Karriere, es ist besser, wenn du was in die Gänge leiten willst, und andere werden dich weniger respektieren, wenn du die Verantwortung abschiebst.
Also, alles nur Vorteile im Leben, und du hast das sehr, sehr schnell verstanden. Hast du die ganzen kleinen Details verstanden? Nein. Du hast natürlich nicht verstanden, was dieser Soldat im Irak irgendwie mit welchen Klamotten zu welcher Jahreszahl gemacht hat, damit er zum Entschluss gekommen ist, dass er endlich Verantwortung übernehmen muss. Aber musst du das verstehen? Das musst du natürlich nicht verstehen.
Du verstehst durch das Screening, dass der Baumstamm, das Hauptargument, ist: Übernimm Verantwortung, andere werden dich respektieren, und alles läuft einfach besser dadurch. Und du verstehst auch durch das Screenen, dass der Autor eine Geschichte aus einem Krieg verwendet, um das zu illustrieren. Das reicht vollkommen aus.
Wenn du dich auf die kleine Geschichte konzentrierst, die der Autor nur zur Illustration nimmt, um seine Argumente zu untermauern, dann wirst du den Baumstamm nicht mehr finden. Du verlierst dich in den Blättern, du verlierst dich in diesen kleinen Geschichten. Du wirst dir merken, dass dieser Soldat grüne Stiefel anhatte, dass er irgendwas gemacht hat, dass er irgendeine Frau retten musste, dass seine Kollegen keinen Respekt hatten – ich erfinde die Geschichte, weil ich die Geschichte nicht kenne –, dass er danach die Verantwortung abgeschoben hat, die Kollegen mochten ihn nicht mehr. Später musste er dasselbe noch mal machen, diesmal machte er es aber richtig, und er sagte: „Ich bin dafür verantwortlich.“ Und alle haben ihn respektiert.
Diese Geschichten, die musst du wirklich nicht kennen. Du verstehst doch sofort durch das Screening, weil du den Baumstamm schon gefunden hast, dass er einfach nur eine Geschichte hernimmt aus seinem Leben, um zu illustrieren, dass seine Argumentation tatsächlich wahr ist. Das kannst du dir auch selbst zusammenreimen. So sparst du unglaublich viel Zeit.
Also, in diesem Video noch mal ganz kurz zusammengefasst: hast du gelernt, dass du die Bücher screenen sollst. Versuche, so schnell wie möglich zum Baumstamm zu kommen. Mach alles, was dafür nötig ist. Sieh dir das Cover an, sieh dir ganz kurz die Rückseite an, die Einleitung vielleicht – warum schreibt er das Buch? Und danach screene so schnell wie möglich. Fahr meinetwegen mit der Hand durch die Mitte runter, lies nur ein paar Wörter und bleib nur dort stehen, wo es sich auch lohnt, stehen zu bleiben.
Du wirst auch von diesen kleinen Geschichten, indem du einzelne Wörter liest, viel mehr verstehen, als du das am Anfang denkst. Dein Gehirn ist viel, viel schlauer, als du es ihm zutraust. Dein Gehirn wird sich selbst, alleine weil es den Baumstamm schon gefunden hat, die Geschichten selbst wahrscheinlich zu Ende denken – aber unterbewusst. Du verstehst das Buch auf einem völlig neuen Level, wenn du so liest. Das ist mächtig. Bitte probiere es aus.