Werk:AI mit Arnie/Gleitende Durchschnitte (Moving Average)
Widerstand und Unterstützung ist gecheckt, und du hast auch gelernt, dass diese Trendlinien und Trendkanäle im Groben eigentlich dasselbe sind, nur halt eben nicht horizontal, sondern in Richtung des Trends. In diesem Video will ich etwas zeigen, und zwar den ersten Indikator, den wir uns ansehen. Und ich muss dazu sagen, ich werde insgesamt nur zwei Indikatoren zeigen, denn ich bin der Meinung, mehr als diese zwei Indikatoren braucht man tatsächlich nicht. Gerade wenn man ein langfristiger Investor ist, braucht man überhaupt nicht mehrere Indikatoren einblenden. Das ist für Trader. Dieser Kurs ist nicht wirklich für Trader, sondern es geht ums Investieren.
Was will ich hier jetzt sagen? Ich will von dem Moving Average sprechen, abgekürzt MA, auf Deutsch „gleitender Durchschnitt“. Was ist der gleitende Durchschnitt? Sagen wir, wir haben einen Aktienpreis. Der Aktienpreis ist heute ist er meinetwegen 100, und jetzt nehmen wir hier 50 Tage lang. Das heißt, 50 Tage lang haben wir jeden Tag einen verschiedenen Preis. Einmal ist der 100, einmal ist der 101, danach ist der Preis mal wieder 106, meinetwegen, danach 110, danach ist der 120 irgendwann mal. Das heißt, wir haben hier 50 verschiedene Tage. Und nach diesen 50 Tagen können wir natürlich etwas ausrechnen, und zwar den Durchschnittspreis. Das heißt, wir haben hier 50 verschiedene Kerzen, und die Schlusskurse von diese Kerzen … von diesen Kerzen haben natürlich immer einen Preis. Und wenn man den Durchschnitt von diesem Schlusskurs nimmt, dann haben wir den 50-Day Moving Average.
Das ganze Konzept funktioniert nicht nur bei 50 Tagen. Wir haben Moving Averages von 9 Tagen, von 20 Tagen, von – wie schon gesagt – 50 Tagen, von 100 Tagen und von 200 Tagen. Das sind hier die generellen Konzepte, die Sinn machen. Die Dinge, die ich mag, sind der 20er, der 50er, und für langfristige Investoren ist hauptsächlich der 200er entscheidend. Das heißt, kurz zusammengefasst: Der 50-Tage-Gleitende Durchschnitt ist der durchschnittliche Preis einer Aktie, den sie hat, und zwar innerhalb von 50 Tagen. Und man kann damit sehr, sehr viel machen. Mit dem 50-Tage-Gleitenden Durchschnitt sieht man sehr schnell, ob eine Aktie im Aufwärtstrend oder im Abwärtstrend ist. Mit dem 200-Tage-Durchschnitt sieht man das Gleiche. Und hier spricht man sogar vom Wechsel zwischen Bullen- und Bärenmarkt.
Lass uns das Ganze am besten in TradingView ansehen, damit du das besser verinnerlichen kannst. Das hier ist die Nvidia-Aktie. Ja, die Nvidia-Aktie ist wahnsinnig gut gelaufen. Die ist gestiegen, gestiegen und gestiegen. Und ich habe die Nvidia-Aktie schon sehr, sehr oft in meinen KI-Kursen vorgestellt, und das ist schon lange her. Aber hier soll es jetzt nicht wirklich um KI-Kurse gehen. Nvidia ist ein tolles Unternehmen. Aber wir wollen uns mal kurz den Chart ansehen. Und ja, der Chart geht hier steil. Sowas bringt natürlich mittlerweile auch Risiko mit sich, denn so ein steiler Anstieg – für gewöhnlich kommt hier auch irgendwann mal eine Korrektur.
Hier geht es jetzt aber um die gleitenden Durchschnitte, und du hast schon gelernt, dass das ein Indikator ist. Und wenn du hier oben auf „Indikatoren“ draufklickst, dann siehst du auch sofort, dass es wahnsinnig viele Indikatoren gibt. Sobald du auf „technische Analyse“ klickst, siehst du, es gibt unglaublich viele. Ich muss dazu sagen, du brauchst die allerallermeisten tatsächlich nicht. Was du jedoch verwenden solltest, ist der gleitende Durchschnitt. Also der gleitende Durchschnitt. Wir können hier ruhig auch Deutsch sprechen. Du kannst auch auf Englisch reinschreiben „Moving Average“, aber der gleitende Durchschnitt ist perfekt.
Es gibt natürlich den exponentiellen, den gewichteten – das gewichtet verschiedene Tage stärker und schwächer –, jedoch ist der einfache gleitende Durchschnitt der Durchschnitt, der oft sehr gut funktioniert. Das heißt, wir klicken auf das Ding, und danach ist das Ding automatisch aktiviert. Du siehst, du hast jetzt diese blaue Linie eingezeichnet bei Nvidia, und diese blaue Linie trackt Nvidia sehr, sehr stark, sehr, sehr genau. Damit kannst du, ehrlich zu sein, nicht viel anfangen, denn du siehst das Ganze hier schon. Hier siehst du „SMA“. Das steht für „Simple Moving Average“. Und hier eine „9“, das steht für die Tage. Und „Close“ – das heißt, der Durchschnittspreis der neun letzten Handelstage am Schlusskurs wird dir hier ausgerechnet. Wenn du hier draufklickst, dann kannst du das Ganze natürlich umändern. Und zwar, du kannst erstmal meinetwegen auf den Stil gehen, und du kannst das Ganze hier ein klein wenig anpassen, wenn du willst.
Du kannst auf Sichtbarkeit gehen. Und was ganz, ganz wichtig ist: Ich meine, man sieht die Linie schon. Gehen wir lieber auf die Eingaben, und wir stellen die Länge ein. Denn du weißt, mit dem Neun-Tage-Durchschnitt, mit dem kann man nicht ganz viel anfangen. Aber der 20er ist ein Ding, das ich recht gerne mag.
Das heißt, wir klicken auf den 20er, und jetzt haben wir hier den Durchschnittspreis der letzten 20 Tage. Und du hättest das auch hier schon immer wieder gesehen. Sobald wir hier tatsächlich einen Rücksetzer auf diese Linie bekommen, hätten wir meistens einen recht guten Einstieg bekommen. Du siehst das: Hier wäre ein guter Einstieg gewesen, hier und hier. Danach auch hier oben wieder. Sobald man unter diesen Linien ist, ist der Einstieg für gewöhnlich etwas risikoreicher, besonders wenn es abwärts geht. Aber du verstehst natürlich das Konzept.
Jetzt habe ich schon gesagt, dass nicht mal der 20-Tage-Durchschnitt hier der beste ist, besonders für langfristige Investoren, sondern der 200er. Das heißt, der Durchschnittspreis der letzten 200 Tage. Dementsprechend, wenn wir hier „200“ eintippen, dann sieht die Linie natürlich noch mal komplett anders aus. Immer wenn wir über dieser Linie sind, dann sind wir rein technisch gesehen laut einigen Marktteilnehmern in einem Bullenmarkt. Und wenn wir runter sind, sind wir in einem Bärenmarkt. Und wenn wir bei Nvidia zurückgehen, meinetwegen, wir können hier wirklich weit zurückgehen – gehen wir tatsächlich mal zurück bis ins Jahr, ich denke, 2016 – noch weit da macht wirklich nicht mal mehr Sinn. Jede Berührung von diesen Moving Averages wäre hier tatsächlich eine super Kaufgelegenheit gewesen. Lass uns hier 2014 anfangen. Hier berührt die Aktie: hier, hier und hier. Das heißt, überall hier hätte man wunderbar einsteigen können.
Hier wäre die Aktie runtergebrochen. Dementsprechend wäre man nicht mehr reingestiegen. Man hätte gewartet, bis man über den Preis ist. Und man hätte wieder gewartet. Und auch hier hätte man wieder einsteigen können. Und man hätte große Moves mitgenommen. Danach hätte man den nächsten Einstieg hier bekommen. Man hätte einen riesengroßen Move mitgenommen. Sieh dir mal an, wie weit das Ding hier tatsächlich gestiegen wäre. Das heißt, von 2016 bis – bis, bis hier oben, bis tatsächlich 2018 – wäre man hier tatsächlich mitgeritten auf der Welle. Das sind tatsächlich hier – lass mich nicht lügen – eine Verzehnfachung. Und man würde aussteigen, sobald die Aktie unter diesen Durchschnitt steigt. Dementsprechend hätte man die Aktie gehalten, bis sie sich verneunfacht hätte. Hier geht die Aktie unter diesen Moving Average, und hier hätte man tatsächlich danach verkauft. Und sieh dir mal an: Man hätte hier tatsächlich den Bärenmarkt ausweichen können. Das heißt, man hätte hier diesen Move nach unten nicht mitgemacht. Man hätte es vermeiden können, hier diesen Drawdown von 50 % zu haben.
Und wo wäre man eingestiegen? Natürlich wieder hier irgendwo, sobald die Aktie wieder über diesen Average gewesen ist. Und man hätte das mitgeritten. Und zwar bis hier. Und hier hätte man erneut einsteigen können und war im Corona-Tief. Man fährt hier nach oben. Und du siehst, man hätte immer wieder und wieder neue Einstiege bekommen. Und zwar bis hierher. Und hier hätte man tatsächlich die Aktie danach wieder verkauft.
Aber wenn du dir ansiehst, was du dir hier wieder erspart hättest: Du hättest dir wirklich einen fetten Bärenmarkt erspart. Hier von der Spitze bis ganz unten – das sind mal eben –70 %. Natürlich wärst du erst irgendwo hier ausgestiegen. Dementsprechend wären es immer noch –50 %, die wir uns gespart hätten. Also der Drawdown wäre natürlich viel, viel kleiner. Und wo wäre man wieder eingestiegen? Man wäre natürlich wieder hier reingestiegen.
Dementsprechend siehst du, nach dem Einsteigen hätte man mal eben wieder eine richtig fette Performance mit hingelegt, von einer Vervierfachung. Also bei der Nvidia-Aktie hätte der 200-Tage-Gleitende Durchschnitt wahnsinnig gut funktioniert. Und das funktioniert natürlich auch im Wochenchart. Gehen wir mal auf den Wochenchart, dann wird hier noch was klar. Laut dem Wochenchart hätte man Nvidia überhaupt nie verkaufen müssen. Das heißt, man hätte 2015 Nvidia schon kaufen können. Und wo wären die Kaufgelegenheiten gewesen? Hier: 2018 hätte man einige gehabt, 2020 hätte man eine Kaufgelegenheit gehabt, hier 2022, und hier noch mal 2022. Und du siehst, wie wahnsinnig gut das bei Nvidia als langfristiger Investor funktioniert hätte. Das wäre eine Versiebenfachung der Aktie, wenn du 2020 am 200-Tage-Gleitenden Durchschnitt eingestiegen wärst, im Wochenchart.
Du siehst Nvidia im Wochenchart in einem ewigen Bullenmarkt – zumindest bis jetzt. Wie das weitergeht, weiß ich natürlich nicht. Wie schon gesagt: Solche parabolen Anstiege – für gewöhnlich gibt es da auch irgendwann mal eine Korrektur. Aber niemals würde man hier tatsächlich auf fallende Kurse setzen. Denn solange sich eine solche Aktie so stark und so gut bewegt, macht man das einfach nicht. Da würde man tatsächlich eher noch zurückgehen auf kleinere Moving Averages und wieder auf Einstiege warten, tatsächlich.
Dementsprechend ist das der gleitende Durchschnitt. Der 200-Tage-Gleitende Durchschnitt ist der wichtigste. Ich hatte dir ja gesagt, dass drei eigentlich ganz cool sind, und zwar der 20er, der 50er und der 200er. Und es gibt tatsächlich verschiedene Dinge, die du dir hier zugleich einblenden lassen kannst.
Sieh dir mal das da an: Wenn wir noch mal auf „Indikatoren“ klicken – nein, Moment, erstmal wollen wir den hier rauslöschen, damit er uns nicht irritiert, und wir löschen auch diese Zeichnungen raus. Jetzt noch mal „Indikatoren“. Und wenn wir das da eingeben – „SMAs“ – dann sehen wir hier verschiedene. Denn wir haben innerhalb von einem einzigen Indikator natürlich verschiedene Moving Averages.
Das heißt, hier der Zehner, der 50er, der Hunderter und der 200er – das ist generell auch ein relativ guter. Aber du kannst dich hier natürlich etwas genauer umsehen, welcher Moving Average für dich der perfekte ist.
Ich mag den da: „Simple Moving Averages“ 50, 100 und 200. Das heißt, wir klicken auf den. Und diese finde ich persönlich sehr, sehr gut, sehr, sehr übersichtlich, weil sie auch sehr, sehr fett eingezeichnet sind. Das heißt, bei denen sieht man einfach etwas mehr, wenn man so blind ist wie ich. Hier siehst du jetzt wirklich viele, viele nützliche Informationen. Generell, solange eine Aktie über all diesen Moving Averages ist, also über allen dreien, das ist immer ein bullisches Zeichen. Wenn sie unter allen dreien ist, ist das ein sehr, sehr bärisches Zeichen.
Wechseln wir mal auf einen Wert, der etwas weniger extrem ist, den S&P 500. Hier siehst du eigentlich nun dasselbe. Wir sind im Weekly Chart vom S&P 500. Und sobald der S&P 500 tatsächlich hier die violette Linie angedippt hätte – das ist hier der 200-Tage-Gleitende Durchschnitt im Weekly –, wäre das auch immer ein perfekter Einstieg gewesen in den S&P 500.
Und du siehst auch folgendes: Solange der S&P 500 über der roten und gelben Linie ist, steigt der S&P 500 für gewöhnlich auch relativ stark an. Man kann hier tatsächlich erwarten, dass man oft solche starken Anstiege hat, wie du sie hier wieder und wieder gesehen hast. Auch hier eine Phase, die wirklich lange angehalten hat. Das heißt, es ist natürlich generell ein sehr, sehr gutes Zeichen, solange diese Moving Averages tatsächlich unterhalb des Preises sind.
Und ich muss noch was sagen: Früher oder später berührt jede Aktie mit der Zeit wieder einen solchen Moving Average. Das heißt, es kann sich auch ab und zu auszahlen, hier etwas zu warten. Gerade wenn man solche parabolen Anstiege hat – nein, ich sage nicht, man soll ewig warten. Meistens ist der beste Zeitpunkt zu starten jetzt. Aber generell, du siehst es immer wieder und wieder: Hier kann man wirklich der Historie weit, weit zurückfolgen. Es wird immer wieder passieren, dass wir diese Moving Averages berühren. Und für gewöhnlich ist das auch ein relativ guter Zeitpunkt. Und man hat tatsächlich hier mit großer Sicherheit, wenn man unter allen Moving Averages ist, also gelb, rot und violett, hier ist man jetzt eindeutig drunter, dann hat man hier recht große Chancen, dass auch ein relativ großer Bärenmarkt folgen könnte. Das muss nicht sein. Das kann aber sein. In der Vergangenheit hier siehst du, dass es sehr, sehr oft genauso passiert ist.
Dementsprechend, genau das sind die Moving Averages. Und die Moving Averages solltest du dir einblenden.
In diesem Video hast du gelernt, was die Moving Averages sind. Nimm den Simple Moving Average, den durchschnittlichen Kurs der letzten Tage. Je nachdem, welches Tagesintervall du verwendest, wird einfach der Durchschnittspreis ausgerechnet, und das Ganze wird dir per Linie angezeigt. Für gewöhnlich ist es ein gutes Zeichen, wenn Aktien über den gleitenden Durchschnitten sind. Der wichtigste gleitende Durchschnitt für uns als langfristige Investoren ist der 200-Tage-Durchschnitt. Preise oberhalb dieses Durchschnitts sind gut, da man davon ausgehen kann – sollte, „muss“ ist übertrieben –, aber man geht davon aus, dass die Preise steigen. Preise unter diesen Kursen hier – da sollte man etwas vorsichtiger sein, da die Preise sehr stark fallen können, natürlich noch weiterhin, besonders bei Einzelaktien.
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Ich habe hier jetzt kein enormes Beispiel rausgenommen, aber du hast Teladoc schon gesehen. Du weißt natürlich noch, wie stark Teladoc nach unten ging. Teladoc war dementsprechend natürlich auch immer unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Dementsprechend hätte man Teladoc hier auch niemals gekauft. Das ist hier ein Konzept. Dieses Konzept solltest du dir hinter die Ohren schreiben: Wenn eine Aktie fällt und fällt und fällt und fällt und unter allen Durchschnitten ist, dann kauft man sie für gewöhnlich nicht.
Also etwas zum Mitnehmen: Verwende zumindest den 200-Tage-Gleitenden Durchschnitt. Und für gewöhnlich kommt jede Aktie früher oder später zu diesen Durchschnitten irgendwann mal wieder zurück, weil das alles in Zyklen läuft. Irgendwann kommt alles zum Durchschnitt. Alles, was senkrecht steigt, kommt irgendwann auch wieder zurück. Das ist das generelle Konzept.
Im nächsten Video zeige ich noch einen Indikator. Ich denke, mehr Indikatoren brauchen wir nicht. Gleitende Durchschnitte. Und in der nächsten Lektion zeige ich dir etwas, das wahnsinnig praktisch sein kann. Also, wir sehen uns im nächsten Video.