Zum Inhalt springen

Warum du nichts verstehst, wenn du langsam liest

aus AufEinWort, der freien Forschung

Über diese Seite Werk


Gründet auf dem Werk „KI-Revolution“ Arnold Oberleiter
25. Oktober 2024 n. Chr. hrsg.  
AI mit Arnie
Speedreading & KI
Überarbeitung Liste Werke von Klaus Feldmann 
Abschrift
9. Januar 2025 n. Chr. erst.  
21:32 Uhr Ausgabe 00
Ausgabe 00
veröffentlicht
geprüft
↑ Meine Geschichte - Leseschwäche zu täglich ein Buch
→ Warum du nichts verstehst, wenn du langsam liest
↓ Bei welchen Texten solltest du schnell lesen?
Seite wegen json-Fehler PagePorperty neu angelegt 20250109
Lies nicht langsam.mp4

📽️ 2 Lies nicht langsam (5:09)

🎓 Warum du nichts verstehst, wenn du langsam liest

Im letzten Video habe ich dir erklärt, dass ich Dummkopf nicht verstehe, was ich lese, wenn ich mit dem Finger zeige. Ich will dir in dieser Lektion zeigen, warum das so ist, warum das bei den allermeisten Menschen so ist und warum du aufhören solltest, mit dem Finger zu zeigen, wenn du das denn immer noch machst.

Sieh dir mal an, was wir hier jetzt machen. Wenn wir genauso diesen Text lesen, wie ich ihn dir schon gesagt habe: "Natascha war aufgeregt, heute war der große Tag, der jährliche Schulausflug zum Strand stand an", und so weiter. Wenn du alles liest, alles mit dem Finger zeigst und dich auf die einzelnen Wörter konzentrierst, und dich weniger auf die gesamten Sätze auf den gesamten Kontext konzentrierst, dann schaltet dein Gehirn ab, weil es gelangweilt ist.

Dein Gehirn kennt nur zwei Schalter: Dein Gehirn kennt den Schalter "ein" und den Schalter "aus". Und wenn dein Gehirn auf "aus" ist, dann bist du tot. Dein Gehirn kennt nur 100% Leistung. Dein Gehirn braucht Arbeit. Wenn du lest wie eine Schildkröte, wenn du jedes einzelne Wort für sich liest, dann ist dein Gehirn unterfordert. Und was macht es, wenn es unterfordert ist? Es denkt andere Dinge. Es fängt sich an zu denken: "Was könnte ich morgen machen? Was esse ich heute zu Abend? Warum ist es so heiß? Wie sieht eigentlich mein Finger aus, wenn ich lese? Das ist schon wieder etwas Komisches, ich sollte mir mal die Nägeln schneiden", und so weiter.

In der Schule ging es mir so, dass ich permanent meinen Finger angesehen habe. Ich sah die Wörter nicht mehr richtig gut. Ich habe mich ständig darauf konzentriert, dass ich jedes einzelne Wort richtig lese. Ich habe immer dran gedacht, ob ich wohl langsam genug lese, ob ich wohl schön genug lese, ob der Lehrer versteht, was ich meine. Ich habe mich nur darauf konzentriert, keine Wörter auszulassen. Und meine Gedanken sind immer und immer wieder abgeschweift, und ich habe vom Text nichts verstanden.

Also, das Gehirn wird unterfordert, wenn du zu langsam liest. Und das gilt im Übrigen auch bei Videos und Podcasts. Ich höre meine Podcasts und die Videos meistens auf zweifacher Geschwindigkeit. Wenn Personen langsam sprechen, sogar oft bis auf dreifache Geschwindigkeit. Dafür gibt es eine coole Chrome-Extension, die ich dir später noch zeige. Aber die allermeisten Programme lassen sowieso schon integriert eine Wiedergabegeschwindigkeit zu, die doppelt so schnell ist. Also, wenn ich für dich zu langsam spreche, dann stell natürlich auch mich auf die doppelte Geschwindigkeit.

Das rate ich generell immer zu Beginn in allen Kursen. Das ist mir wirklich wichtig. Wenn du denkst, ich spreche nicht zu langsam, dann hör mir natürlich auf der normalen Geschwindigkeit zu. Auch das muss man lernen. Ich würde dir empfehlen, dass du das anfängst, langsam zu integrieren. Steigere die Geschwindigkeit langsam, immer und immer höher. Aber wenn du dich irgendwann im Kurs ertappst, wie deine Gedanken abschweifen, dann könnte es sein, dass ich für dich zu langsam spreche. Dann kannst du die Geschwindigkeit des Kurses ganz, ganz einfach erhöhen.

Das ist einfach der Grund, warum so langsames Lesen nicht funktioniert: Dein Gehirn wird unterfordert. Du kannst nicht jedes einzelne Wort lesen und danach davon ausgehen, dass dein Gehirn zu 100% ausgelastet ist. Du kannst das Gehirn nicht nur zu 50% auslasten. Denn wenn du das machst, dann wird dein Gehirn andere Denkprozesse im Hintergrund laufen lassen. Es wird sich immer denken: "Warum sieht mein Finger so komisch aus? Müssen Katzen wohl auch irgendwann mal lesen lernen?", und so weiter.

Du kommst auf die komischsten Gedanken. Und wenn du dich mal dabei ertappst, dann versuch ganz einfach, schneller zu lesen. Du musst dein Gehirn wirklich fordern. Mach Pause, wenn du es nicht mehr schaffst. Aber du willst ganz einfach nicht in die Situation kommen, dass du ganz, ganz langsam liest und du kommst irgendwann an einen Punkt, wo du nur noch daran denkst, was du jetzt anziehen solltest, und weißt nicht mehr, was du gelesen hast. Das ist wirklich, wirklich suboptimal.

Also, noch mal ganz kurz zusammengefasst: In dieser Lektion hast du gelernt, dass dein Gehirn unterfordert wird, wenn du zu langsam liest. Und auch, wenn du Videos und Podcasts zu langsam hörst. Erhöhe die Geschwindigkeit. Erhöhe die Lesegeschwindigkeit. Erhöhe die Geschwindigkeit von Videos und Podcasts. Denn dein Gehirn kennt nicht 50%. Dein Gehirn ist entweder eingeschaltet oder tot.