Werk:AamW1/KUML/24. Der andere Weg.
§. 24. Der andere Weg.
Es gehet schwerer her, wenn man aus der Wort-Erklärung die Erklärung der Sache finden soll: in welchem Falle man von nöthen hat, von allem demjenigen deutliche Begriffe zu suchen, was in der Wort-Erklärung enthalten ist, und sich auf alles zu besinnen, was man sonst von diesen Dingen erkannt hat. Als wenn in der Astronomie gesagt wird, die Mondfinsterniß sey eine Beraubung des Lichts im Voll-Monde; so hat man zu überlegen, was man von dem Lichte und dem Monde weiß. Wenn man sich nun erinnert, daß das Licht nach geraden Linien fortgehet, und zur Zeit des Vollmonds, da eine Finsterniß geschiehet, die Erde zwischen der Sonne und dem Monde stehet, und das Licht, welches in den Mond fallen soll, auffänget; so wird man ohne Mühe erkennen, daß die Mondfinsterniß entstehe, wenn der Mond in den Schatten der Erde kommt. Nemlich hier wird aus demjenigen, was in der Wort-Erklärung angenommen wird, vermittelst anderer erkannten Wahrheiten durch Vernunftschlüsse herausgebracht, wie sie möglich ist, auf eben die Art und Weise, wie man in dem Beweise eines Lehrsatzes, durch Vernunftschlüsse aus dem, was man von ihr annimmt, vermittelst dessen, was man vorhin erkannt, herausbringet, was in dem Satze unter der angenommenen Bedingung der Sache dargeleget wird.
§. 24. Der andere Weg.
Es geht schwerer her, wenn man aus der Worterklärung die Erklärung der Sache finden soll: in welchem Falle man von nöten hat, von allem demjenigen deutliche Begriffe zu suchen, was in der Worterklärung enthalten ist, und sich auf alles zu besinnen, was man sonst von diesen Dingen erkannt hat. Als wenn in der Astronomie gesagt wird, die Mondfinsterniß sei eine Beraubung des Lichts im Vollmond; so hat man zu überlegen, was man von dem Licht und dem Mond weiß. Wenn man sich nun erinnert, daß das Licht nach geraden Linien fortgeht, und zur Zeit des Vollmond, da eine Finsterniß geschieht, die Erde zwischen der Sonne und dem Mond steht, und das Licht, welches in den Mond fallen soll, auffängt; so wird man ohne Mühe erkennen, daß die Mondfinsterniß entstehe, wenn der Mond in den Schatten der Erde kommt. Nemlich hier wird aus demjenigen, was in der Worterklärung angenommen wird, vermittelst anderer erkannten Wahrheiten durch Vernunftschlüsse herausgebracht, wie sie möglich ist, auf eben die Art und Weise, wie man in dem Beweis eines Lehrsatz, durch Vernunftschlüsse aus dem, was man von ihr annimmt, vermittelst dessen, was man vorhin erkannt, herausbringt, was in dem Satz unter der angenommenen Bedingung der Sache dargeleget wird.