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Werk:Angaben zu Faust Eine Tragödie zweiter Teil

aus AufEinWort, der freien Forschung


Übersetzung Urtext Wikipedia Faust, Part Two

Faust: Der Tragödie zweiten Teil in fünf Akten. ist der zweite Teil des tragischen Theaterstücks Faust von Johann Wolfgang von Goethe. Es erschien 1832, im Todesjahr Goethes. Wegen der Komplexität seiner Form und des Inhalts wird es in der Regel nicht an deutschen Schulen gelesen, der erste Teil jedoch häufig.

Nur ein Teil von Faust I steht in direktem Zusammenhang mit der Sage von Johann Faust, die spätestens Anfang des 16. Jahrhunderts datiert (und damit Marlowes Stück vorausgeht). Die Nebenhandlung "Gretchen", obwohl mittlerweile die bekannteste Episode der Faust-Sage, war Goethes eigene Erfindung. Bei Faust II enthielt die Legende (zumindest in einer Goethe-Erfassung des 18. Jahrhunderts) bereits Fausts Heirat mit Helena und eine Begegnung mit einem Kaiser. Aber sicherlich geht Goethe in beiden Teilen sehr frei mit dem legendären Stoff um.

Akt I

  • Anmutige Gegend. Faust, auf Blumenrasen gebettet, müde, unruhig, schlafsuchend. Dämmerung. Geisterkreis, schwebende Bewegungen, anmutige kleine Figuren.

Der erste Akt beginnt mit einem Appell von Ariel, Faust zu vergeben und die Sorgen seines Leidens zu lindern.

  • Halle des Throns. Staatsrat in Erwartung des Kaisers. Trompeten. Diener aller Art, schön gekleidet, treten vor. Der Kaiser bestieg den Thron, rechts von ihm der Astrologe.

Im ersten Akt rettet Mephistopheles (in der Rolle eines Narren) die kaiserlichen Finanzen des Kaisers – und damit das Heilige Römische Reich –, indem er die Verwendung von Papiergeld anstelle von Gold einführt, um die Ausgaben (und die wirtschaftliche Erholung) zu fördern.

  • Geräumiges Zimmer mit Seitenkammern, dekoriert und gekleidet für die Maskerade.

Dies ist der mit Abstand umfangreichste Abschnitt des ersten Aktes, der den Florentiner Karneval aus der Perspektive Goethes beschreibt, vor allem basierend aufAntonio Francesco Grazzinis Tutti i trionfi (1559) – einer Sammlung zeitgenössischer „Lieder und Hardlifts“. Eine Parade florentinischer Honoratioren, darunter Dante und Gianni Schicchi, zieht vorbei.

  • Lustgarten, Morgensonne. Faust, Mephistopheles, anständig, unauffällig, wie es Brauch ist, angezogen und beide Knie entblößt.

Der "Daumenkaiser" (um einen teuflischen Begriff von Mephistopheles zu verwenden) beschreibt, wie sehr ihm die jüngsten Feierlichkeiten gefallen haben, und wünscht sich mehr "dergleichen Scherze" (5988). Der Kaiser erscheint und segnet das neu eingeführte Papiergeld von Mephisto, das mit Bildern von Simon Magus geschmückt ist. Der Imperator beginnt, seine Bedeutung zu verstehen und zu vergeuden, ebenso wie seine Berater. Goethe persifliert hier die Einführung von Papiergeld während der Französischen Revolution, wobei verschiedene Berater möglicherweise Danton, Sieyès und andere Personen vertreten.

  • Dunkle Galerie. Faust. Mephistopheles.

Faust betritt das „Reich der Mütter“ – verschiedentlich beschrieben als die Tiefen der Psyche oder des Mutterleibs –, um zur Freude des Kaisers die „Idealform“ der Schönheit zurückzubringen. In diesem Fall sind die Idealformen Helena von Troja und ihr Geliebter Paris. Faust ruft ihre Geister aus dem Hades, aber der Kaiser und die männlichen Mitglieder seines Hofes kritisieren das Aussehen von Paris, während die Frauen des Hofes das Aussehen von Helen kritisieren. Faust verliebt sich in Helen. In einem Anfall von Eifersucht auf Paris, der nun Helen entführt, zerstört Faust die Illusion und die Tat endet in Dunkelheit und Tumult.

Akt II

Mephistopheles transportiert den bewusstlosen Faust in sein altes Arbeitszimmer. Mephistopheles, der wieder Fausts Gewand anzieht, nimmt sein Gespräch mit dem Neuling wieder auf, der jetzt ein zynischer Baccalaurus ist. Der Homunkulus, ein künstlicher Mensch, der von Wagner, Fausts ehemaligem Famulus, in einem alchemistischen Verfahren geschaffen wurde, führt Faust und Mephistopheles in die "Klassische Walpurgisnacht", wo sie auf Götter und Ungeheuer aus dergriechischen Antike treffen. Faust, immer noch auf der Suche nach Helen, wird von der Sybil Manto in die Unterwelt geführt. Mephistopheles trifft unterdessen die Phorkyads oder Phorkydes (ein anderer Name für die Graeae), drei scheußliche Hexen, die sich einen Zahn und ein Auge teilen, und verkleidet sich als einer von ihnen. Geleitet vom Meeresgott Proteus wird der Homunkulus in den Prozess der vollständigen Menschwerdung eingeleitet, doch seine Glasflasche zerbricht und er stirbt.

Akt III

Der dritte Akt beginnt mit Helenas Ankunft im Palast des Menelaos in Sparta, begleitet von Frauen, die wie im klassischen Drama den Chor bilden. Der scheußliche Phorkyas erscheint am Herd und warnt Helen, dass Menelaos beabsichtigt, sie und ihre Diener zu opfern. Bestürzt über dieses neue Wissen fleht Helen Phorkyas an, sie zu retten. Phorkyas transportiert Helen und den Chor zu Fausts Festung, wo sich Helen und Faust ihre Liebe erklären. Nachdem Faust die Armee von Menelaos besiegt hat, verkündet Faust die pastorale Schönheit der arkadischen Landschaft.

Die Szene ändert sich in Zeit und Raum: eine Reihe von felsigen Höhlen, mit einem schattigen Hain, der sich bis zum Fuß der Felsen erstreckt. Phorkyas, jetzt der Diener von Faust und Helen, erklärt dem frisch erwachten Chor, dass Faust und Helen in der letzten Pause einen temperamentvollen Sohn namens Euphorion bekommen haben, der alle mit seiner Schönheit und seiner Begabung für Musik bezaubert. Der wilde Euphorion, der in seiner Flucht immer kühner wird, stürzt in den Tod (in Anspielung auf Ikarus), woraufhin die traurige Helena im Nebel zum Hades verschwindet (in Anspielung auf die Legende des Orpheus). Der Chor der Frauen, der es nicht wünscht, sich seiner Herrin in der Unterwelt anzuschließen, kehren zur Natur zurück, die sie in Lobgesängen preisen. Am Ende des Akts stellt sich Phorkyas als verkleideter Mephistopheles heraus.

Akt IV

Im vierten Akt wird Faust aus Arkadien auf einen Berggipfel in Deutschland verschleppt. Als er eine Wolke beobachtet, die sich in zwei Teile teilt, erkennt er im einen Teil Helen und im anderen Gretchen. Die Wolke mit der Gestalt von Helen bewegt sich nach Osten, während die Wolke von Gretchen himmelwärts aufsteigt. Dann gesellt sich Mephistopheles, der seine griechische Erscheinung hinter sich gelassen hat, wieder zu Faust. Mephistopheles entfacht einen geognostischen Streit über die Entstehung der Erdoberfläche und insbesondere der Bergregion dieser Szene. Danach gibt Faust als seinen neuen höheren Zweck an, dass er neues Land zurückerobern will. Hinter seinem Wunsch steht die Idee, die Elemente zu beherrschen oder sich sogar der Natur zu unterwerfen. In der Folge konzentriert sich Faust auf die Kontrolle des Meeres, dem er durch Dämme und Entwässerungsgräben neues Terrain erobert. Doch zwischen dem Kaiser und einem rivalisierenden Kaiser bricht ein Krieg aus, wodurch Fausts Pläne durchkreuzt werden. Mephistopheles stellt die drei mächtigen Männer (deutsch: Die drey Gewaltigen) bestehend aus "Raufebold", "Habebald", "Haltefest" vor, die helfen sollen, die Revolte zu unterdrücken und Fausts ehrgeiziges Projekt umzusetzen . Mit Hilfe der drei Mächtigen erringt Faust den Sieg für den Kaiser. Die drei mächtigen Männer offenbaren als Plünderer dubiose Verhaltensweisen, die einen langen Schatten auf ihre zukünftigen Dienste werfen. Als Belohnung für seinen Militärdienst bekommt Faust einen Bezirk am Strand zu verwalten.

Akt V

Seit dem Ende des vorigen Aktes ist eine unbestimmte Zeit vergangen, und Faust ist nun ein alter, aber mächtiger Mann, der vom König bevorzugt wird. Mit Deichen und Dämmen, um das Meer zurückzudrängen, hat Faust auf dem neu gewonnenen Land eine Burg gebaut. Beim Anblick der Hütte eines alten Bauernehepaares (Baucis und Philemon) und einer nahegelegenen Kapelle wird Faust irritiert, dass ihm diese beiden Bauten nicht gehören, und befiehlt, sie entfernen zu lassen. Mephistopheles überinterpretiert Fausts Befehle, indem er das alte Ehepaar ermordet. Die Personifikation der Sorge haucht Faust in die Augen, und er erblindet. Als er seine Pläne enthüllt, das Leben seiner Untertanen zu verbessern, vielleicht aus Schuldgefühlen motiviert, erkennt er den Moment der reinen Glückseligkeit, den er verlängern möchte, und fällt tot um. Mephistopheles glaubt, Faust habe seine Wette verloren und versucht, seine Seele zu beanspruchen. Plötzlich erscheinen Engel und lassen Rosenblätter auf die Dämonen fallen, die vor den brennenden Blütenblättern fliehen. Mephistopheles dagegen hält stand und begehrt unter dem aphrodisierenden Einfluss der Rosen nach den Engeln, die sich inzwischen mit Fausts Seele durchziehen.

The scene abruptly changes to a wilderness inhabited by holy anchorites: "Mountain-gorges, Forest, Rock, Desert". Pater Profundus discloses the parable of nature, which is a harbinger of divine love. The angels bearing Faust's soul appear in heaven. After the enraptured Doctor Marianus extols the Eternal Feminine, the virgin Mary, Mater Gloriosa, appears from on high. Three biblical holy women, Magna Peccatrix (the Great Sinneress, Luke 7:36), Mulier Samaritana (the Samaritan woman, John 4), and Maria Aegyptiaca (Acta Sanctorum), plead for Faust's soul, while Una Paenitentium (previously Gretchen), also pleading for grace, offers to lead the reborn Faust into the higher spheres of heaven. Mater Gloriosa grants her wish.

Die Szene wechselt abrupt in eine von heiligen Anachoreten bewohnte Wildnis: "Bergschluchten, Wald, Felsen, Wüste". Pater Profundus enthüllt das Gleichnis von der Natur, das ein Erstreben der göttlichen Liebe ist. Im Himmel erscheinen die Engel, die Fausts Seele tragen. Nachdem der entzückte Doktor Marianus das Ewige Weibliche rühmt, erscheint die Jungfrau Maria, Mater Gloriosa, von oben. Drei biblische heilige Frauen, Magna Peccatrix (die Große Sünderin, Lukas 7,36), Mulier Samaritana (die Samariterin, Johannes 4) und Maria Aegyptiaca (Acta Sanctorum), plädieren für Fausts Seele, während Una Paenitentium (vormals Gretchen) auch um Gnade bittend, bietet er an, den wiedergeborenen Faust in die höheren Sphären des Himmels zu führen. Mater Gloriosa erfüllt ihren Wunsch.

Der Chorus Mysticus (mysticus = mit den Mysterien verwandt) beendet das Drama:

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird's Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist's getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.

Neben den christlichen Motiven verweist die Schlussszene auf eine Einweihung in die alten Mysterien der Isis, in der die Eingeweihten die Mysterien der Göttin Isis durch die "Epopteia" erlernten. Die "Epopteia" ist ein sowohl nonverbaler als auch "unbeschreiblicher" (12108) Vorgang, der mit dem Sehsinn verbunden ist. Dementsprechend will Faust das Geheimnis der Mater Gloriosa sehen:

Höchste Herrscherin der Welt!
Lasse mich, im blauen,
Ausgespannten Himmelszelt
Dein Geheimniß schauen. (11997–12000)

Darüber hinaus bezeichnet Faust die Mater Gloriosa als "die Königin des Himmels" (11995) und "Göttin" (12100) wie in Apuleius' "Der goldene Esel" (eine wichtige Textquelle für den zeitgenössischen Zugang zu antiken Mysterien); der Protagonist beschwört mit diesen Titeln die Göttin Isis. Mit dem Titel "Göttin", der einen großen Kontrast zum katholischen und protestantischen Glauben bildet, zeigt Apuleius Isis als "Mutter aller Natur ... " deren einzige Göttlichkeit in verschiedenen Formen, mit verschiedenen Riten, unter vielen Namen von der ganzen Welt verehrt wird."

Im Gesamtzusammenhang der Geschichte vervollständigt diese Schlußszene der Mysterieneinweihung durch Isis eine Motivreihe, die in Faust I mit dem ersten Auftreten von Doktor Faust begann. Hier sehen wir das beliebte Motiv einer verschleierten Isis, die auch als Göttin und Mutter der Natur identifiziert wurde:

Geheimnißvoll am lichten Tag
Läßt sich Natur des Schleyers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben. (672–675)

Goethes Aussagen zu Faust II

Im Zusammenhang mit Akt III

Ich zweifelte niemals, daß die Leser, für die ich eigentlich schrieb, den Hauptsinn dieser Darstellung sogleich fassen würden. Es ist Zeit, daß der leidenschaftliche Zwiespalt zwischen Classikern und Romantikern sich endlich versöhne. Daß wir uns bilden ist die Hauptforderung; woher wir uns bilden wäre gleichgültig, wenn wir uns nicht an falschen Mustern zu verbilden fürchten müßten. Ist es doch eine weitere und reinere Umsicht in und über griechische und römische Literatur, der wir die Befreyung aus mönchischer Barbarey zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert verdanken! Lernen wir nicht aus dieser hohen Stelle alles in seinem wahren, ethisch – ästhetischen Werthe schätzen, das Älteste wie das Neuste!

– Goethe's Brief anAn Carl Jacob Ludwig Iken September 27, 1827

Vielmehr im Kontext von Akt III:

"Doch ... es spricht die Sinne an, und auf der Bühne würde das Auge befriedigen: mehr hatte ich nicht vor. Lasst die Zuschauerschar das Spektakel genießen; die höhere Bedeutung wird dem Eingeweihten nicht entgehen, wie es getan hat" das war bei der 'Zauberflöte' der Fall, und noch andere Dinge."

– Conversations with Goethe by Johann Peter Eckermann January 25, 1827 (translated by John Oxenford)

Im Kontext von Akt IV "Die Mütter! Mütter! nein, es klingt so seltsam." (6216–6217):

„Ich kann dir nichts mehr verraten […] außer dass ich in Plutarch gefunden habe, dass im antiken Griechenland die Mütter als Gottheiten erwähnt wurden. Das ist alles, was ich anderen verdanke, der Rest ist meine eigene Erfindung. Nehmen Sie das Manuskript mit nach Hause, studieren Sie es sorgfältig und sehen Sie, was Sie daraus machen können."

– Conversations with Goethe by Johann Peter Eckermann January 10, 1830 (translated by John Oxenford)

„Aber im zweiten Teil ist kaum etwas vom Subjektiven; hier sieht man eine höhere, breitere, klarere, leidenschaftslosere Welt, und wer sich nicht umgesehen und etwas erlebt hat, wird nicht wissen, was er damit anfangen soll es."

– Conversations with Goethe by Johann Peter Eckermann February 17, 1831 (translated by John Oxenford)

Siehe auch

Einzelnachweise