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Werk:Compendium/10

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Non tamen sunt penitus abstracta; nam imaginatio coloris licet nihil habeat qualitatis coloris, tamen non caret omni connotatione, quae sentitur. Nihil enim potest imaginari, quod neque moveatur neque quiescat et quod non sit quantum, scilicet aut magnum aut parvum, licet sit sine terminatione tali, quae in sensibilibus reperitur. Nihil enim adeo parvum esse potest, cuius medietatem imaginatio non attingat, aut adeo magnum, cuius duplum non imaginetur. In omnibus autem perfectis animalibus ad signa illa phantastica, quae sunt signa signorum sensuum, pervenitur, ut notitia non careat sibi opportuna. Solus vero homo signum quaerit ab omni materiali connotatione absolutum penitusque formale, simplicem formam rei, quae dat esse, repraesentans. Quod quidem signum, sicut est remotissimum quoad res sensibiles, est tamen propinquissimum quoad intellectuales.

Sie sind aber nicht völlig abstrakt; denn wenn auch die Vorstellung von der Farbe nichts von der Qualität der Farbe an sich hat, so entbehrt das, was wahrgenommen wird, dennoch nicht der Zusammengehörigkeit mit ihr. Man kann sich nämlich nichts vorstellen, das sich weder bewegte noch ruhte und keine Ausdehnung hätte, d. h. groß oder klein wäre, auch wenn es nicht von jener Begrenzung ist, die sich im Sinnlichen findet. Nichts kann so klein sein, daß die Vorstellung es nicht vermöchte, sich seine Hälfte vorzustellen, oder so groß, daß man sich nicht die doppelte Größe einbilden könnte. In allen vollständigen Lebewesen gelangt man zu jenen Phantasie-Zeichen, welche die Zeichen der Zeichen der Sinne sind, so daß dem Erkennen die für es geeigneten Anhaltspunkte nicht fehlen. Nur der Mensch sucht ein Zeichen, das von jeder stofflichen Zusammengehörigkeit frei, zur Gänze formal ist und das die einfache Gestalt der Sache, die ihr das Sein gibt, darstellt. Und wiewohl dieses Zeichen entfernt ist in bezug auf die sinnlichen Dinge, so ist es gleichwohl sehr nahe in bezug auf die vernunfthaften.◀▷