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Werk:Compendium/18

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Quae omnia consideranti ea, quae in mechanicis et liberalibus artibus atque moralibus scientiis per hominem reperta sunt, patescunt. Nam solus homo repperit, qualiter defectum lucis ardenti candela suppleat, ut videat, et deficientem visum beryllis iuvet et arte perspectiva errorem circa visum corrigat, cruditatem cibi decoctione gustui aptet, foetores fumis odoriferis pellat, frigori vestibus et igne atque domo, tarditati vecturis et navibus, defensioni armis, memoriae scriptura arteque memorandi succurrat. Quae omnia et plura talia animal brutum ignorat. Habet se enim homo ut homo ad brutum ut doctus homo ad indoctum. Doctus enim litteras alphabeti videt et similiter indoctus; sed doctus ex varia illarum combinatione syllabas atque ex syllabis dictiones et de illis orationes componit, quod indoctus facere nequit ob defectum artis, quae ab exercitato intellectu acquisita docto inest. Componere igitur et dividere species naturales et ex illis facere intellectuales et artificiales species et signa notionalia homo ex vi intellectuali habet, qua bruta excellit et doctus homo indoctum, quia habet exercitatum et reformatum intellectum.

Jemandem, der dies alles betrachtet, wird offenbar, was in den mechanischen und freien Künsten und in der Ethik vom Menschen entdeckt wurde. Denn allein der Mensch hat entdeckt, wie eine brennende Kerze das Fehlen des Lichtes ausgleicht, so daß er sieht, und wie man bei schlechtem Sehen durch eine Brille abhilft, wie man optische Täuschungen durch die Kunst der Perspektive korrigiert, wie man rohe Speise dem Geschmack durch das Kochen anpaßt, üble Gerüche durch duftendes Räucherwerk vertreibt, die Kälte durch Kleider, Feuer und ein Haus, die Langsamkeit durch Fahrzeuge und Schiffe, die Verteidigung durch Waffen, das Gedächtnis durch Schriften und die Kunst der Erinnerung unterstützt. Von alledem und noch viel mehr hat das unvernünftige Tier keine Ahnung. Der Mensch verhält sich als Mensch zum Tier wie ein gelehrter Mensch zu einem ungelehrten. Die Buchstaben des Alphabetes sehen ein Gelehrter und ein Ungelehrter. Aber der Gelehrte setzt aus ihren verschiedenen Kombinationen Silben, aus den Silben Worte und aus den Worten Sätze zusammen, während der Ungebildete nicht fähig ist, das zu tun, weil ihm die Kunst fehlt, welche der Gelehrte sich durch Übung des Verstandes erworben hat und die ihm innewohnt. Aus der Kraft der Vernunft hat der Mensch die Fähigkeit, die natürlichen Eigengestalten zusammenzusetzen und zu trennen und aus ihnen vernunfthafte und künstliche Eigengestalten und Erkenntnis-Zeichen zu machen. Darin übertrifft er die Tiere; und ein gelehrter Mann übertrifft einen ungelehrten, da seine Vernunft geübt und gebildet ist.◀▷