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Werk:Compendium/3

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Res igitur, ut cadit in notitia, in signis deprehenditur. Oportet igitur, ut varios cognoscendi modos in variis signis quaeras. Nam cum nullum signum adeo sufficienter modum essendi designet, sicut designari potest, si meliori modo, quo fieri potest, ad cognitionem perveniri debet, per varia signa hoc fieri necesse est, ut ex illis melius notitia haberi queat, sicut melius ex quinque sensibilibus signis sensibilis res cognoscitur quam ex uno aut duobus. Requirit autem perfectum esse alicuius rei, ut cognoscere possit, puta cum perfectum animal sine nutrimento vivere nequeat, necesse est, quod cibum suum cognoscat. Qui cum non reperiatur in omni loco, habebit animal necessario modum se movendi de loco ad locum et quaerendi. Ad quae sequitur, quod habeat sensus omnes, ut convenientem cibum visu, auditu, odoratu, gustu tactuque attingat.

Soll ein Ding bemerkt werden, so muß es in Zeichen aufgenommen werden. Daher ist es nötig, daß du die verschiedenen Weisen der Erkenntnis in verschiedenen Zeichen suchst. Da kein Zeichen die Seinsweise so ausreichend bezeichnet, wie sie bezeichnet werden kann, wenn man in der bestmöglichen Weise zur Erkenntnis gelangen soll, muß dies durch verschiedene Zeichen geschehen, damit man aus diesen eine bessere Kenntnis gewinnen kann; so wie man aus fünf sichtbaren Zeichen ein sinnlich-sichtbares Ding besser erkennt als aus einem oder zwei. Das vollständige Sein eines Dinges erfordert aber, daß es erkennen kann. Da zum Beispiel ein vollständiges Lebewesen nicht ohne Nahrung zu leben vermag, ist es erforderlich, daß es seine Nahrung erkennt. Da diese sich nicht an jedem Ort findet, muß das Lebewesen solcherart sein, daß es sich von Ort zu Ort bewegen und die Nahrung suchen kann. Daraus folgt, daß es alle Sinne hat, um die ihm zukommende Nahrung durch Sehen, Hören, Geruch, Geschmack und Berührung zu erfassen.◀▷