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Werk:Compendium/33

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Propinquius tamen in imaginatione, quia non in specie qualitatis, sed quantitatis aequalitas imaginabilis est. Et haec species propinquiorem habet aequalitatis similitudinem. In intellectu vero non per similitudinem speciebus qualitatis aut quantitatis involutam, sed simplicem et puram intelligibilem speciem seu nudam similitudinem aequalitas attingitur. Et videtur aequalitas ipsa una, quae est omnium rerum essendi et cognoscendi forma in varia similitudine varie apparens. Et eius singularem apparitionem, quam rem singularem appellamus, in eius splendore humana mens naturaliter in se ipsa intuetur tamquam viva et intelligens eius apparitio. Non est enim humana mens nisi signum coaequalitatis illius quasi prima apparitio cognitionis, quam propheta «lumen vultus»[1] dei «super nos signatum»[2] appellat.

Näher aber ist die Gleichheit in der Einbildung, weil sie nicht in der Eigengestalt der Qualität, sondern der Quantität einbildbar ist. Und diese Eigengestalt hat eine der Gleichheit näherkommende Ähnlichkeit. In der Vernunft aber wird die Gleichheit nicht mittels der in die Eigengestalten von Quantität und Qualität verwickelten Ähnlichkeit, sondern mittels der einfachen und reinen vernunfthaften Eigengestalt oder reinen Ähnlichkeit erreicht. Und die Gleichheit erscheint als eine, welche die Gestalt des Seins und Erkennens aller Dinge ist, die in mannigfacher Ähnlichkeit mannigfach erscheint. Und ihre einzelne Erscheinung, die wir das Einzelding nennen, schaut in ihrem Glanz der menschliche Geist von Natur aus in sich selbst – gleichsam als ihre lebendige und vernünftig-verstehende Erscheinung. Der menschliche Geist ist ja nichts anderes als das Zeichen der Gleichheit mit ihm, gleichsam das erste Erscheinen der Erkenntnis, das der Prophet das Angesicht Gottes nennt, welches in uns eingeprägt ist.◀▷

  1. ↑ cf. Ps. 4,7.
  2. ↑ cf. Ps. 4,7.