Zum Inhalt springen

Werk:Compendium/4

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Et quoniam animalia eiusdem speciei se mutuo fovent et iuvant, ut melius vivant, oportet, ut speciem suam cognoscant et se mutuo, quantum perfectio speciei deposcit, audiant et intelligant. Gallus enim alia voce convocat gallinas, dum invenit pastum, et alia de milvo, quem ex umbra praesentem percipit, eas avisat, ut fugiant. Et quia nobiliori animali est maior cognitio necessaria, ut bene sit, hinc hominem inter cuncta maximam notitiam habere oportet. Nam sine artibus mechanicis et liberalibus atque moralibus scientiis virtutibusque theologicis bene et feliciter non subsistit. Cum igitur homini cognitio plus ceteris sit necessaria, hinc «omnes homines natura scire desiderant». Quibus traditio doctrinae convenit, ut indoctus a doctiori informetur. Quae cum non nisi per signa fieri possit, ad cognitionem signorum descendamus.

Weil sich die Tiere derselben Eigengestalt, um besser leben zu können, gegenseitig unterstützen und helfen, müssen sie diese ihre Eigengestalt erkennen und sich je nach dem, wie es deren Vollendung erfordert, gegenseitig hören und verstehen. Mit einem bestimmten Ruf ruft der Hahn die Hennen, wenn er Futter gefunden hat, und mit einem anderen warnt er sie, daß sie vor dem Falken, den er im Schatten lauern sah, fliehen. Und da, je edler das Tier ist, eine um so größere Erkenntnis dazu erforderlich ist, daß es sich wohlbefinde, muß der Mensch die größte Kenntnis von allen haben. Denn ohne die Technik, die freien Künste, die Ethik und die theologischen Tugenden hat er keinen Bestand in Glück und Wohlbefinden. Da also die Erkenntnis für den Menschen notwendiger ist als für alle übrigen Lebewesen, verlangen alle Menschen von Natur aus zu wissen. Dabei kommt ihnen die Überlieferung des Wissens zu Hilfe, so daß der Ungelehrte und Nichtwissende vom Gelehrten belehrt wird. Da dies nun nicht ohne Zeichen geschehen kann, wenden wir uns der Erkenntnis der Zeichen zu.◀▷