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Werk:Compendium/41

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Anima igitur sensitiva, quae vivificat diaphanum, est adeo spiritualis, quod splendorem splendoris sentit in suo diaphano purissimo. Sentit enim diaphani eius superficiem penitus incoloratam in similitudine  tingi, et se convertens ad obiectum, unde splendor venit, medio illius splendoris, quem in superficie corporis sui diaphani sentit, obiectum cognoscit. Unde, cum non fiat visio, nisi videns attendat ad splendorem seu intentionem – praetereuntes enim, si non sumus attenti, non videmus –, patet quod visio ex intentione coloris et attentione videntis oritur.

Die sinnenhafte Seele, die den Widerschein belebt, ist so sehr geistig, daß sie den Glanz des Glanzes in ihrem allerreinsten Durch-Scheinen wahrnimmt. Sie stellt fest, daß die gänzlich farblose Oberfläche des Durchscheinenden in der Ähnlichkeit gefärbt wird, und indem sie sich dem Gegenstand zuwendet, von dem der Glanz herkommt, nimmt sie mittels jenes Glanzes, den sie in der Oberfläche des Körpers ihrer Durchsichtigkeit empfindet, den Gegenstand wahr. Da keine Schau zustande kommt, wenn der Sehende nicht auf den auf ihn hingerichteten Glanz achtet – denn Vorübergehende nehmen wir nicht wahr, wenn wir nicht aufmerksam sind –, ist offenbar, daß die Schau aus der Hinkehr der Farbe und der Zukehr des Schauenden entsteht.◀▷