Nichts (im Dasein Seiendes) Einsehbares wird (sinnlich) so eingesehen, wie es ist
Quoniam unitatem unitatem esse est ipsam praecise atque, uti est, esse, satis tibi atque clarissime constat unitatem esse ipsam identitatem incommunicabilem, inexplicabilem atque, uti est, inattingibilem. Sicut enim omne ens in propria sua entitate est, uti est, ita in alia aliter. Hoc facile, si advertis, apprehendes. Circulus enim, ut ens rationis est, in sua propria rationali entitate, uti est, attingitur. Dum enim concipis figuram, a cuius centro ad circumferentiam omnes lineae sunt aequales, in hac quidem ratione circulum, uti ens est rationis, attingis, sed extra ipsam rationem propriam, uti sensibilis est, sicut in alio est, ita et aliter est. Non est igitur possibile circulum, uti in ratione est, extra rationem esse. Sensibilis igitur circulus in alteritate unitatem rationalis circuli participat. Quapropter praecisio illa, uti circulus est, incommunicabilis remanet. Nam non nisi in alteritate multiplicatur. Non est enim dabilis sensibilis circulus, ubi a centro lineae ad circumferentiam ductae praecise sint aequales, immo nulla alteri per omnia, uti est, aequalis dari poterit. Non est ergo circulus, qui videtur, adeo praecisus, quin praecisior eo semper esse posset. Et quamvis, uti est, non se aliter quam uti est, communicet, in alio tamen non potest nisi aliter participari. Non est igitur, uti est, imparticipabile suo defectu, sed quia in alio participatur, hinc et aliter.
Weil die Tatsache, daß die Einheit Einheit ist, bedeutet, daß sie genau ist und so ist, wie sie ist, steht für dich zur Genüge und in aller Deutlichkeit fest, daß die Einheit die nicht mitteilbare, die nicht entfaltbare und, so wie sie ist, nicht erreichbare Selbigkeit ist. Denn wie jedes Seiende in seiner eigenen Seiendheit so ist, wie es ist, so ist es in einer anderen anders. Das ist leicht zu verstehen, wenn man folgendes beachtet:
Der Kreis als ein Verstandesding wird nur in seiner ihm eigentümlichen verständigen Seiendheit so erreicht, wie er ist. Wenn du die Figur begreifst, bei der alle Linien vom Mittelpunkt zum Umfang gleich lang sind, dann erreichst du in diesem Wesenssinn den Kreis als Verstandesding; außerhalb des eigenen Wesenssinneserreichst du ihn jedoch als sinnlichen Kreis. Sowie er in einem andern ist, ist er auch in anderer Weise. Darum kann der Kreis außerhalb des Verstandessinnes nicht in der gleichen Weise sein wie in ihm. Der sinnliche Kreis hat in der Andersheit an der Einheit des verständigen Kreises teil.
Darum bleibt jene Genauigkeit des Kreises nicht mitteilbar; er wird ja nur in der Andersheit vervielfältigt. Es kann kein sinnlicher Kreis gegeben werden, bei dem die Linien vom Mittelpunkt zum Umkreis genau gleich lang sind; vielmehr kann keine einzige gegeben werden, die einer anderen in allem gleich wäre. Also gibt es keinen so genauen Kreis, daß er nicht immer noch viel genauer als dieser sein könnte. Und obwohl er sich so, wie er ist, nicht anders als er ist, im Anderen mitteilt, kann er doch nur in der Weise der Andersheit partizipiert werden. Er ist also nicht aus eigenem Verschulden des Mitteilens unfähig, sondern darum, weil er in einem Anderen und darum in anderen Weise partizipiert wird.
Assis hic totus, ut ad coniecturarum varietatem subintres. Nullum enim intelligibile, uti est, te intelligere posse conspicis, si intellectum tuum aliam quandam rem esse admittis quam in|telligibile ipsum; solum enim intelligibile ipsum in proprio suo intellectu, cuius ens exsistit, uti est, intelligitur, in aliis autem omnibus aliter. Non igitur attingitur aliquid, uti est, nisi in propria veritate, per quam est. In solo igitur divino intellectu, per quem omne ens exsistit, veritas rerum omnium, uti est, attingitur, in aliis intellectibus aliter atque varie. Neque intellectus rei, uti est, in alio attingibilis est, sicut circulus, uti est in hoc sensibili pavimento, alibi nisi aliter fieri nequit. Identitas igitur inexplicabilis varie differenter in alteritate explicatur, atque ipsa varietas concordanter in unitate identitatis complicatur. Visio enim in variis videntibus differenter participatur, et visibilium varietas in unitate visus concordanter complicatur, sicut et videntium diversitas in unitate visionis absolutae concorditer continetur. Et quoniam divina ipsa mens omnium est absolutissima praecisio, ipsam omnes creatae mentes in alteritate variationis differenter participare contingit illa ipsa ineffabili mente imparticipabili perdurante, condicione participantium hoc agente.
Hier mußt du dich ganz konzentrieren, um zu der Mannigfaltigkeit der Mut-Maßungen zu gelangen. Du siehst, daß du nichts Vernünftig-Erkennbares so erkennen kannst, wie es ist, wenn du zugibst, daß dein vernünftiges Denken gewissermaßen eine andere Sache ist als das Vernünftig-Denkbare. Denn dieses wird nur in seinem eigenen Denken, als dessen Seiendes es existiert, so eingesehen, wie es ist, in allem anderen aber anders. Man erreicht also nichts so, wie es ist, außer in seiner ihm eigenen Wahrheit, durch die es ist. Nur im göttlichen Denken, durch das alles Seiende besteht, läßt sich die Wahrheit aller Dinge, so wie sie sind, erfassen; in jedem anderen Denken anders und verschieden.
Auch ist der Denk-Gehalt einer Sache, so wie er ist, in einem anderen nicht erfaßbar: wie auch der Kreis, so wie er auf diesem sichtbaren Estrich ist, anderswo nur anders sein kann.
Die nicht ausfaltbare Selbigkeit wird in verschiedener und unterschiedlicher Weise in der Andersheit ausgefaltet und die Verschiedenheit selbst einträchtig in der Einheit der Selbigkeit eingefaltet. Die Schau wird nämlich in den verschiedenen Sehenden unterschiedlich partizipiert und die Verschiedenheit des Sichtbaren in der Einheit des Sehens einträchtig eingefaltet. Ebenso wird auch die Verschiedenheit der Sehenden in der Einheit der Schau absolut einträchtig zusammengehalten. Und weil der göttliche Geist selbst die absolute Genauigkeit von allem ist, trifft es zu, daß alle geschaffenen Geister an ihm in der Andersheit der Verschiedenheit unterschiedlich teilhaben, während jener unsagbare Geist selbst in nicht partizipierbarer Begründung des Partizipierenden beständig bleibt und dies bewirkt.
Non sunt autem mentes ipsae in se divini luminis radium capientes, quasi participationem ipsam natura praevenerint, sed participatio intellectualis incommunicabilis ipsius actualissimae lucis earum quiditas exsistit. Actualitas igitur intelligentiae nostrae in participatione divini intellectus exsistit. Quoniam autem actualissima illa virtus non nisi in varietate alteritatis accipi potest, quae potius in quadam concurrentia potentiae concipitur, hinc participantes mentes in ipsa alteritate actualissimi intellectus quasi in actu illo, qui, ad divinum intellectum relatus, alteritas sive potentia exsistit, participare contingit. Potius igitur omnis nostra intelligentia ex participatione actualitatis divinae in potentiali varietate consistit. Posse enim intelligere actu veritatem ipsam, uti est, ita creatis convenit mentibus, sicut deo nostro proprium est actum illum esse varie in creatis ipsis mentibus in potentia participatum. Quanto igitur intelligentia deiformior, tanto eius potentia actui, uti est, propinquior; quanto vero ipsa fuerit obscurior, tanto distantior. Quapropter in propinqua, remota atque remotissima potentia varie differenter participatur. Nec est inaccessibilis illa summitas ita aggredienda, quasi in ipsam accedi non possit, nec aggressa credi debet actu apprehensa, sed potius, ut accedi possit semper quidem propinquius ipsa semper, uti est, inattingibili remanente. Tempus enim ad aevum ita pergit, cui numquam, quamvis accesserit continue, poterit adaequari.
Der Geist empfängt den Strahl des göttlichen Lichtes nicht so in sich, als ginge er von Natur aus dieser Teilhabe voraus; vielmehr stellt die Teilhabe an dem vernunfthaften, nicht mitteilbaren, völlig wirklichen Licht seine Washeit vor. Das Wirklichsein unserer Vernunft-Einsicht besteht also in der Teilhabe am göttlichen Vernunft-Denken. Weil aber diese ganz wirkliche Kraft nur in der Verschiedenheit der Andersheit empfangen werden kann, die eher in einer Art Zusammenlaufen der Möglichkeit begriffen wird, darum trifft es zu, daß die partizipierenden Geister in der Andersheit des ganz wirklichen Vernunft-Denkens, gleichsam an jener Bewegung, die auf das göttliche Denken bezogen als Andersheit oder Möglichkeit besteht, teilhaben.
Also besteht alle unsere Vernunft-Einsicht eher auf Grund der Teilhabe am göttlichen Wirklichsein in möglicher Verschiedenheit. Die Wahrheit, so wie sie ist, wirklich einsehen zu können, kommt den geschaffenen Geistern in dem Maße zu, wie es unserem Gott eigen ist, jene Wirklichkeit zu sein, die in verschiedener Weise in den geschaffenen Geistern als Möglichkeit partizipiert wird. Je gottförmiger also die Vernunft-Einsicht ist, desto näher ist ihre Möglichkeit der Wirklichkeits-Bewegung, so wie sie ist; je mehr sie aber verdunkelt ist, um so weiter ist sie entfernt.
Darum wird sie in naher, entfernter und ganz entfernter Möglichkeit verschieden und unterschiedlich partizipiert. Jener Gipfelpunkt ist weder unzugänglich – man muß sich ihm so nähern, als ob man ihn nicht erreichen könne – noch darf man, wenn man sich ihm genähert hat, glauben, daß man ihn wirklich erreicht hat; sondern eher, daß man ihm immer näher kommen kann, während er doch immer so, wie er ist, unerreichbar bleibt. Die Zeit nähert sich der Dauer so, daß sie sich ihr, auch wenn sie sich ihr immer mehr näherte, niemals angleichen könnte.
Vides nunc assertiones positivas sapientum esse coniecturas. Nam dum tu, pater, clarissimis tuis oculis faciem pontificis summi, sanctissimi domini nostri Eugenii papae quarti, coram conspicis, de ipsa positivam assertionem concipis, quam praecisam secundum oculum affirmas. Dum autem ad radicem illam, unde discretio sensus emanat, te convertis – ad rationem dico –, intelligis sensum visus participare vim discretivam in alteritate organice contracta. Ob quam causam defectum casus a praecisione intueris, quoniam faciem ipsam non, uti est, sed in alteritate secundum angulum tui oculi, ab omnibus viventium oculis differentem, contemplaras. Coniectura igitur est positiva assertio, in alteritate veritatem, uti est, participans. Quemadmodum vero sensus in unitate rationis suam alteritatem experitur et assertiones sensibiles ab unitate praecisionis absolvendo coniecturas facit, ita ratio in radicali unitate sua, in ipso scilicet intelligentiae lumine, suam alteritatem et casum a praecisione in coniecturam invenit, sic et intelligentia ipsa, ut propinqua potentia, in unitate divina se suo quidem clarissimo modo gaudet coniectari.
Du siehst nun, daß auch die positiven Aussagen der Weisen Mut-Maßungen sind. Wenn du, Vater, mit deinen klaren Augen das Antlitz des höchsten Priesters, unseres heiligsten Herrn, des Papstes Eugen IV., betrachtest, empfängst du eine positive Wahrnehmung von ihm, die du dem Auge entsprechend als genau bezeichnest. Wendest du dich aber jenem Strahl zu, von dem die Sonderung des Sinnes ausgeht, das heißt dem Verstandessinn,dann siehst du ein, daß der Gesichtssinn an der Unterscheidungskraft in organisch verschränkter Andersheit teilhat. Demzufolge erkennst du den Fehlabstand von der Genauigkeit, da du das Antlitz nicht so erblickst, wie es ist, sondern in der Andersheit deinem Gesichtswinkel entsprechend, der von dem aller anderen Lebewesen unterschieden ist.
Eine Mut-Maßung ist also eine positive Aussage, die in Andersheit an der Wahrheit, so wie sie ist, teilhat. Wie der Sinn in der Einheit des Verstandes seine Andersheit erfährt und, indem er sinnliche Aussagen von der Einheit der Genauigkeit ablöst, Mut-Maßungen anstellt, so entdeckt der Verstandessinn in seiner Wurzeleinheit, nämlich im Licht der Vernunft-Einsicht, seine Andersheit und das Abweichen von der Genauigkeit und gelangt zur Mut-Maßung. Ebenso freut sich auch die Vernunft-Einsicht als die nächste Möglichkeit, in der göttlichen Einheit nach ihrer hervorragenden Weise zu mut-maßen.
Haec tenens participationis coniecturam hac via efficiat. Omne enim participabile, cum non nisi in alteritate participetur, in quaternitate participari necesse erit. Pergit enim unitas a se in alteritatem | et quaternario subsistit. Omne, quod in alio participatur, nec maxime nec minime nec aequaliter poterit recipi. Ipsa etiam unitatis simplicitas, cum non, uti est simplex, sed aliter participetur, in quadam, ut ita dixerim, compositione aut casu ab ea ipsa simplicitate, hoc est in simplicitatis alteritate, participatur. Non igitur participatur simplicitas secundum partem, cum sit simplicitas, sed modo, quo participabile est simplex secundum se totum. Quoniam autem incommunicabilis est maxime, minime atque aequaliter ipsa unitatis simplicitas – ita enim, uti est, participaretur per coincidentiam, ut in Docta ignorantia aperitur –, hinc in quadam quaternitate a maximitate, minimitate atque aequalitate cadente participari necesse est. Non igitur participatur unitas, ut est complicans simplicitas nec ut est alterata explicatio, sed ut alterabilis eius participabilitas explicatoria quasi modus quidam virtutis ipsius complicativae imparticipabilis unitatis per quandam coincidentiam intelligitur.
Daran festhaltend gelangt man auf diesem Wege über die Teilhabe zu Mut-Maßungen. Da alles Partizipierbare nur in der Andersheit partizipiert werden kann, muß es in der Vierheit partizipiert werden. Die Einheit nämlich dringt von sich in die Andersheit vor und gibt durch die Vierheit allem seinen Bestand, das im Anderen partizipiert wird. Sie kann weder am meisten, noch am wenigsten, noch in gleicher Weise aufgenommen werden. Da die Einfachheit der Einheit nicht so einfach, wie sie ist, sondern anders partizipiert wird, geschieht dies sozusagen in einer gewissen Zusammensetzung oder einem Abweichen von der Einfachheit, das heißt, sie wird in der Andersheit der Einfachheit partizipiert. Die Einfachheit wird nicht dem Teile entsprechend partizipiert, da sie eben die Einfachheit ist; sondern vielmehr in der Weise, in der das Partizipierbare gemäß seiner selbst ganz ist. Weil aber die Einfachheit der Einheit in größter, kleinster und gleicher Weise nicht mitgeteilt werden kann – so nämlich, wie sie ist, mußte sie mittels der Koinzidenz partizipiert werden, wie dies in der Docta ignorantia dargelegt wurde –, muß sie von der Größe, der Kleinheit und von der Gleichheit abweichend in einer Art Vierheit partizipiert werden.
Die Einheit wird also nicht partizipiert als einfaltende Einfachheit und nicht als ins Anderssein übergegangene Ausfaltung, sondern als ihre entfaltende und änderbare Partizipierbarkeit. Als eine gewisse Art der Kraft der Einheit, die einfaltend nicht partizipiert werden kann, wird sie vermittels bestimmter Koinzidenz eingesehen.
Dico enim secundum subiectam configurationem: a, unitas simplex, complicans, imparticipabilis est, uti est. Est et imparticipabilis in modo b aut c, scilicet maxime aut minime seu secundum gradum altiorem aut inferiorem virtutis eius. Est et imparticipabilis in modo d, e, f, hoc est maxime, minime aut aequaliter seu secundum gradum altiorem, inferiorem aut medium. Nec est participabilis ut in g, h, i, k, quasi in quattuor quibusdam simplicibus distinctis essendi modis, superiori scilicet, inferiori et duobus mediis, aut maxime aut minime aut magis maxime aut magis minime. Si enim ita distincte quidem quasi secundum quasdam virtutis eius partes participaretur, non eo perfectiori modo, quo ipsa totalitas simplicis unitatis eius participari posset, participaretur, sed defectuose. Non est igitur participabilis secundum aliquem ipsius distinctum gradum, cum simplicitas indistinctibilis sit. Nec est participabilis, ut quattuor illa sunt tria regressive, puta ut g, h, i, k censeantur a sua quaternaria alteritate retracta in ternariam d, e, f, nec ut adhuc magis unita censeantur in binaria b, c, sed ut in ipsa unitate a quasi quadrifaria virtus in unitate substantiae subsistens consideratur. Ibi enim tantum unitas imparticipabilis cum participabilitate coincidit, ita quidem, ut omnia quaecumque differenter participantia non nisi in alteritate quaternaria unitatem aliter imparticipabilem attingere queant. Haec in infra dicendis clariora fient.
Ich spreche gemäß der unten angeführten Darstellung: A ist die einfache, einfaltende, nicht partizipierbare Einheit, so wie sie ist; sie ist auch unteilbar in der Art von B und C, nämlich in größter und kleinster Weise, oder entsprechend einem höheren oder geringeren Grad ihrer Kraft. Sie ist auch nicht partizipierbar in der Art von D, E, F, das heißt am größten, am kleinsten und in Gleichheit oder dem höheren oder tieferen oder mittleren Grad entsprechend; ebenfalls nicht partizipierbar ist sie in G, H, I, K gleichsam als in den vier einfachen, unterschiedlichen Seinsweisen, nämlich in der höheren, der geringeren und den zwei mittleren, oder in der größten, der kleinsten, der größeren und der kleineren Weise. Wenn sie nämlich ebenso unterschiedlich wie gemäß gewisser Teile ihrer Kraft partizipiert würde, dann würde sie nicht in jener relativ vollkommenen Weise partizipiert, in der die Ganzheit der einfachen Einheit partizipiert werden könnte, sondern in mangelhafter Weise. Sie ist also nicht partizipierbar gemäß irgendeinem von ihr unterschiedenen Grad, da die Einfachheit ununterscheidbar ist; sie ist auch nicht in der Weise partizipierbar, wie jene vier im Zurückschreiten drei sind, wie z. B. G, H, I, K, die aus ihrer vierfachen Andersheit in eine Dreiheit, D, E, F, zurückgezogen werden. Sie ist auch nicht so, wie diese in der Zweiheit B, C, geeinter erscheinen, sondern so, daß in der Einheit A eine gleichsam vierfältige Kraft in der Einheit des Grundbestandes bestehend, betrachtet wird. Hier allein trifft nämlich die nicht mitteilbare Einheit mit der Mitteilbarkeit zusammen und zwar so, daß alle wie immer auch verschieden Partizipierenden die im Anderssein nicht partizipierbare Einheit nur in der vierfachen Andersheit partizipieren können. Das wird in dem, was noch zu sagen ist, klarer werden.
Magna vis coniecturalis artis tibi hac via panditur, si hunc denarium explicatorium complicatorie notaveris. Ars enim brevissima est, qua veritas ipsa indagatur. Quae etsi tribus lineis scribi possit in suae unitatis simplicis complicatione, tamen sine alteritate modorum nec communicari poterit nec participari. Hinc de eiusdem reiteratione mihi ignoscere velis.
Wenn du diesen sich entfaltenden Zehner komplikativ begreifst, eröffnet sich dir auf diesem Weg die große Kraft der Kunst der Mut-Maßungen. Die Kunst nämlich, mit der die Wahrheit selbst aufgespürt wird, ist sehr kurz; obwohl sie in der Einfaltung ihrer einfachen Einheit mit drei Linien geschrieben werden kann, so kann sie dennoch ohne die Andersheit der Seins-Weisen weder mitgeteilt, noch partizipiert werden; darum magst du mir eine Wiederholung desselben Gedankens erlassen.