Capitulum XIII De ter trinis ter distinctionibus (Die drei mal drei mal drei Unterscheidungen)
Arbitror non vana coniectura quemlibet ex iam dictis mundis universi in se numeri seriem continere, ut quisque suo modo sit perfectus, quamvis universi numeri primi atque supremi caeli in aliorum proportione simplicissimi atque formalissimi sint, ac si decem simplices digitales in mille sint gradatim extensi; numeri autem secundi caeli hac moderatione servata, magis grossi minusque lucidi et formales, quasi articulares denarii gradatim in millesimum usque festinent; infimi vero, multa tenebra adumbrati, materialiores, ut proportio unitatis eius sit ad primam ut centum ad unum et ad secundam ut centum ad decem.
Eine weitere Mut-Maßung hat mich zu der Meinung geführt, daß jede einzelne der genannten Welten des Gesamt in sich die Reihe der Zahlen enthält und darum auf ihre Weise vollkommen ist, obwohl alle Zahlen des ersten und obersten Himmels im Verhältnis zu den anderen ganz einfache und reine Gestalten sind, genauso wie die zehn einfachen Fingerzahlen, die schrittweise zu 1000 ausgedehnt sind. Die Zahlen des zweiten Himmels bewahren zwar diese Maßeinheit, sind aber dichter und weniger licht- und gestalthaft; sie gehen gleichsam als Einzelglieder des Zehners schrittweise in den Tausender über. Die Zahlen des untersten Himmels sind von tiefer, stofflicher Finsternis umschattet, so daß der Verhältnisbezug ihrer Einheit sich zu der ersten verhält wie 100 zu 1 und zur zweiten wie 100 zu 10.
Qua habitudine ponderata cuiuslibet iam ante ostensi mundi vides per trinas numerales progressiones orbem triniter distingui, ut sic in universo sint graduales novem unitates a prima simplicissima descendentes. Ad hoc autem, ut quaternaria perficiatur distinctio, quae sola complementum inquisitionum exsistit, coniecturari cogimur progressiones, qua una pergit unitas in aliam, quaterne disiunctim numerandas, ut sic in quolibet mundo ter trinas distinctiones finaliter annotemus, et sic in universo ad solidum ternarii pertingemus, ut subscripta tibi pandet figura. |
Wenn man das erwogene Verhalten jeder der drei geschilderten Welten betrachtet, erkennt man, daß der Weltkreis durch einen dreifachen Zahlenfortschritt dreifach unterschieden wird, so daß sich im Gesamt neun Einheiten befinden, die schrittweise von der ersten, einfachsten Einheit herabsteigen. Um aber diese Unterscheidung, die allein die Erfüllung der Forschungen bedeutet, vierfach zu vollenden, sind wir gezwungen, Fortschritte zu mut-maßen, durch welche die eine Einheit in die andere übergeht und welche vierfach getrennt zu zählen sind, so daß wir in jeder Welt in Hinblick auf die Grenze dreimal dreifache Unterscheidungen bemerken und so im Gesamt zur Kubus-Gänze des Dreiers gelangen, wie die unterstehende Figur dir zeigen wird. (Vgl. p. 74.)
Werk:De coniecturis/De ter trinis ter distinctionibus