Werk:De ven. sap./104
104▷Consequenter, cum videam bonum esse magnum posseque fieri magis bonum, quando datur unum bonum magis bonum alio: ideo [1] bonum, quod est ita bonum, quod magis bonum eo esse non potest, cum sit ipsum possest, ex statim praemissis est causa magnitudinis. Ita pulchrum, quod non potest esse magis pulchrum, est causa magnitudinis. Et sic verum, quod non potest esse magis verum, est causa magnitudinis. Ita sapiens, quod non potest esse magis sapiens, [2] est causa magnitudinis; et sic consequenter de omnibus decem laudabilibus.
Et pari modo magnum, quod est ita bonum, quod non potest esse melius, est causa bonitatis. Et pulchrum, quod est ita bonum, quod <non> potest esse melius, est causa bonitatis; et sic consequenter. .
Video igitur ipsum possest causam bonitatis, magnitudinis, pulchritudinis, veritatis, sapientiae, delectationis, perfectionis, | [3] claritatis, aequitatis et sufficientiae. Et terminus ipsius posse fieri novem ipsorum ostendit possest causam decimi. Nam terminus posse fieri [4] magnitudinis ipsius bonitatis, pulchritudinis, veritatis et reliquorum ostendit possest causam magnitudinis. Et terminus posse fieri bonitatis ipsius magnitudinis, pulchritudinis, veritatis et aliorum ostendit possest causam bonitatis. Sic consequenter semper novem ostendunt possest causam decimi.
Übs. Sg.
Aus dem Gesagten ergeben sich eine Reihe von Folgerungen. Ich sehe, daß das Gute Größe besitzt und daß es in seiner Gutheit gesteigert werden kann, zeigt sich doch das eine Gut als wertvoller denn das andere. Demnach ist das Gut, welches so gut ist, daß es ein größeres Gut als es nicht geben kann, weil es das KönnenSein selbst ist, die Ursache der Größe. Das ergibt sich aus dem eben Gesagten. Ebenso ist das Schöne, das die größtmögliche Schönheit besitzt, die Ursache der Größe. So ist auch das Wahre, das den größtmöglichen Grad von Wahrheit besitzt, die Ursache der Größe. Ebenso ist das Weise, daß die größtmögliche Weisheit besitzt, die Ursache der Größe. Und ebenso verhält es sich folgerichtig mit allen zehn Preiswürdigen.
In gleicher Weise ist das Große, welches so gut ist, daß es nicht besser sein kann, die Ursache der Gutheit. Ferner ist das Schöne, welches so gut ist, daß es nicht besser sein kann, die Ursache der Gutheit und so weiter.
Ich erschaue somit das Können-Sein als Ursache der Gutheit, der Größe, der Schönheit, der Wahrheit, der Weisheit, des Ergötzens, der Vollkommenheit, der Klarheit, der Gerechtigkeit und der Angemessenheit. Und die Grenze des Werden-Könnens bei neun von ihnen erweist das Können-Sein als Ursache des zehnten. Denn die Grenze des Werden-Könnens der Größe der Gutheit, der Schönheit, der Wahrheit und der übrigen Preiswürdigen erweist das Können-Sein als Ursache der Größe. Die Grenze des Werden-Könnens der Gutheit der Größe, der Schönheit, der Wahrheit und der anderen erweist das Können-Sein als Ursache der Gutheit. So erweisen stets neun Preiswür- dige das Können-Sein als Ursache der zehnten.
Übs. Dp.
Da ich sehe, daß das Gute groß ist und daß es noch besser werden kann, wenn ein Gutes gegeben wird, das besser ist als ein anderes, so ist folglich dasjenige Gute, das so gut ist, daß nichts besser sein kann, der Grund der Größe, da es das Können-Ist selbst ist, wie aus dem soeben Dargelegten hervorgeht. So ist das Schöne, das nicht schöner sein kann, der Grund der Größe, so ist das Wahre, das nicht wahrer sein kann, der Grund der Größe, das Weise, das nicht weiser sein kann, der Grund der Größe, und so verhält es sich mit allen zehn Lobpreisungen. Gleicherweise ist das Große, das so gut ist, daß es nicht besser sein kann, und das Schöne, das so gut ist, daß es nicht besser sein kann, der Grund des Guten usw.
So sehe ich, daß das Können-Ist, der Grund des Guten, der Größe, Schönheit, Wahrheit, Weisheit, Freude, Vollkommenheit, Klarheit, Gelassenheit und Hinlänglichkeit ist. Die Zielgrenze des Werden-Könnens der neun andern zeigt stets das Können-Ist als Grund des zehnten. Denn die Zielgrenze des Werden-Könnens der Größe selbst, der Güte, Schönheit, Wahrheit usw., zeigt das Können-Ist als Grund der Größe. Und die Zielgrenze des Werden-Könnens des Guten, der Schönheit, Größe, Wahrheit und der andern zeigt das Können-Ist als Grund des Guten. So zeigen stets die neun das Können-Ist als Grund des zehnten.