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Werk:De ven. sap./119

aus AufEinWort, der freien Forschung

119▷Et posse fieri calidum est initiatum et sine fine, et aliqua calida sunt, in quibus completur posse fieri, et durant semper. Aliqua sequuntur illa et instabilia sunt, et calor in ipsis deficit. Et quamvis quidam illud calidum, quod est omne quod calidum esse potest, [1] nominent hunc sensibilem ignem ardentem, non est tamen ille, cum omnis calor cuiuscumque sensibilis ignis non sit finis omnis posse fieri calidum, cum omnis caliditas sensibilis maior esse posset. Sed id quod dicimus ignem, est igneum – secundum Platonem – aut ignitum, et non tantum ignitum quantum igniri posset. Praecedit [2] igitur per se ignis omne ignibile et ignitum, quorum est causa, et est ante omnem sensibilem ignem penitus invisibilis et incognitus; quare primae causae similitudo, ut Dionysius late hoc explanat. Quod ille sanctus vidit, qui aiebat quod deus esset ignis consumens.

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Übs. Sg.

Das Warm-werden-Können hat einen Anfang und kein Ende. Es gibt einige warme Dinge, in denen das Werden-Können erfüllt wird. Sie dauern immer. Andere folgen diesen Dingen nach und sind unbeständig, die Wärme in ihnen kommt zum Erliegen. Obgleich nun einige als das Warme, welches alles das ist, was das Warme sein kann, dieses sinnlich wahrnehmbare brennende Feuer bezeichnen, so ist doch festzuhalten: es ist nicht dies Feuer, denn keine Wärme irgendeines sinnlich wahrnehmbaren Feuers ist der Endpunkt alles Warm-werden-Könnens, da jede sinnlich gegebene Wärme noch größer sein kann. Vielmehr ist das, was wir Feuer nennen, ein Feuerartiges – wie Platon sagt – oder in Feuer Geratenes, und zwar ist es nicht so sehr in Feuer geraten, wie es nur immer in Feuer geraten könnte. Es geht darum das Feuer an sich allem Entflammbaren und in Feuer Geratenen voraus. Es ist ihre Ursache, und es ist vor allem sinnlich wahrnehmbaren Feuer selbst völlig unsichtbar und unbekannt. Es ist deshalb eine Ahnlichkeit der ersten Ursache, wie das Dionysius[3] ausführlich darlegt. Jener Heilige (der Apostel Paulus) sah diesen Sachverhalt, wenn er erklärte, Gott sei verzehrendes Feuer.

Übs. Dp.

Das Warm-Werden-Können hat also begonnen und hat kein Ende und so gibt es unaufhörlich irgend etwas Warmes, in welchen das Werden-Können erfüllt wird und welches immer währt.

Andere folgen diesen. Sie sind unbeständig und die Wärme schwindet in ihnen. Und obwohl gewisse Gelehrte das sinnliche Feuer als jenes Warme, das alles ist, was Warmes sein kann, bezeichnen, so ist es doch nicht dieses, denn jegliche Wärme eines jeden sinnlichen Feuers ist nicht Ziel und Grenze jedes Warm-Werden-Könnens, weil jede sinnliche Wärme größer sein kann. Das aber, was wir Feuer nennen, ist nach Plato nur das Feuerartige oder Feurige und nicht so feurig, wie es feurig werden kann.

Es geht also das Feuer, das dies durch sich ist, allem Feuerartigen und Feurigen, deren Grund es ist, voraus. Es ist vor jedem sinnlichen Feuer, völlig unsichtbar und unbekannt. Aus diesem Grund ist es Gleichnis der ersten Ursache, wie Dionysius dies ausführlich darlegt. Das sah auch jener Heilige, der sagt, Gott sei ein verzehrendes Feuer.


  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑