Werk:De ven. sap./124
124▷Laudant non immerito cuncti magnum Platonem, qui de sole ad sapientiam per similitudinem ascendit. Ita et magnus Dionysius, qui de igne ad deum et de sole ad creatorem per proprietatum similitudines quas enarrat ascendit. Ita et Gregorius Theologus in [1] Sermonibus theologicis contra Eunomianos faciendum suadet, quia in speculo et aenigmate in hoc mundo, ut divinus Paulus refert, ascendi oportet, ubi partim scimus et partim prophetamus.
Per haec arbitror mearum venationum rudem et non plene depuratum conceptum, quantum mihi possibile fuit, explicasse, omnia [2] submittens melius haec alta speculanti.
Ende von De venatione sapientiae.
Übs. Sg.
Es preisen alle nicht ohne Grund den großen Platon,[3] der von der Sonne im Ähnlichkeitsvergleich aufsteigt zur Weisheit. So verfährt auch der große Dionysius,[4] der vom Feuer zu Gott und von der Sonne zum Schöpfer aufsteigt mit Hilfe der Ahn- lichkeitsbezeichnungen der Eigenschaften, die er aufzählt. Zum gleichen Verfahren rät auch der Theologe Gregorius[5] in den Theologischen Reden gegen die Eunomianer. In dieser Welt, wo wir teils wissen, teils prophezeien, muß man, wie der heilige Paulus sagt,[6] im Spiegel und Gleichnis aufsteigen.
Mit diesen Ausführungen glaube ich, den noch rohen und keineswegs geklärten Begriff, das Ergebnis meiner Jagdzüge, nach meinen Kräften dargelegt zu haben, und unterbreite alles dem, der besser als ich diese erhabenen Geheimnisse zu schauen vermag.
Übs. Dp.
Nicht zu Unrecht loben alle den großen Plato, der mit Hilfe der Ähnlichkeit von der Sonne zur Weisheit aufstieg. Ebenso geht auch der große Dionysius vor, der vom Feuer zu Gott und von der Sonne zum Schöpfer mit Hilfe der Ähnlichkeit der Bedeutungsgehalte, die er aufzählt, emporsteigt. Dasselbe rät auch Gregor der Theologe in seinen theologischen Reden gegen die Eunomianer. In dieser Welt, wo wir teils wissen und teils ahnen, müssen wir notwendigerweise in Bild und Gleichnis, wie der heilige Paulus schreibt, emporsteigen.
Damit glaube ich, die ungeformten und nicht ganz gereinigten Grundgedanken meiner Jagden, soweit es mir möglich war, entfaltet zu haben und überlasse alles Weitere dem, der es besser vermag, diese tiefen und erhabenen Dinge zu betrachten.