Werk:De ven. sap./36
36▷Sunt in hoc campo delectabilissimae venationes, quia possest est actu omne posse. Omne igitur quod sequitur posse fieri, ut fiat actu, non est actu, nisi imitetur actum possest, qui est actus aeternus, non factus, secundum quem omne quod actu fit, necesse est fieri.[1] Nam cum posse fieri et esse actu differant, et aeternitas, quae deus, illam differentiam praecedat, respicis in aeternitate, in qua posse fieri et actu esse non differunt, omnia quae facta sunt et fieri possunt, actu; et ibi ipsa aeternitatem esse vides. Unde omne quod factum est aut fiet, posse fieri creatum, necessario etiam sequitur actum[2] suum, qui est aeternitas.
Übs. Sg.
Auf diesem Felde gibt es höchst ergötzliche Jagden, da das Können-Sein alles Können in Verwirklichung ist. Alles also, was auf das Werden-Können folgt, so daß es wirklich wird, ist nur aktuell wirklich, wenn es die Wirklichkeit des Können-Seins nachahmt, die ewige und ungewordene Wirklichkeit ist, gemäß der alles, was wirklich wird, mit Notwendigkeit wird. Da nämlich das Werden-Können und das Wirklich-Sein verschieden sind und da die Ewigkeit, die Gott ist, jener Verschiedenheit vorgeordnet ist, deshalb findet man in der Ewigkeit, in der zwischen Werden-Können und Wirklich-Sein kein Unterschied besteht, alles, was geworden ist und was wirklich werden kann, in Wirklichkeit und sieht, daß es dort identisch ist mit der Ewigkeit. Deshalb folgt auch alles, was geworden ist oder werden wird, das geschaffene Werden-Können, notwendigerweise seiner Wirklichkeit, welche die Ewigkeit ist.
Übs. Dp.
In diesem Gebiet sind sehr erfreuliche Jagdzüge möglich, weil das Können-Ist als Wirklichkeit jedes Können ist. Alles nämlich, das dem Werden-Können folgt, so daß es wirklich wird, ist nur insoweit wirklich, als es die Wirklichkeit des Können-Ists nachahmt. Dieses ist die ewige, ungewordene Wirklichkeit, der folgend alles, das wirklich wird, werden muß. Denn da das Werden-Können und das Wirklich-Sein sich unterscheiden und die Ewigkeit, die Gott ist, diesem Unterschied vorangeht, erblickt man in dieser Ewigkeit – in der Werden-Können und Wirklich-Sein sich nicht voneinander unterscheiden – alles, was geworden ist und werden kann, als Wirklichkeit und sieht, daß es dort selbst die Ewigkeit ist. Daher folgt alles, was geworden ist oder wird, notwendigerweise dem geschaffenen Werden-Können und auch seiner Wirklichkeit, die die Ewigkeit ist.