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Werk:De ven. sap./40

aus AufEinWort, der freien Forschung

40▷Campum autem, ubi est venatio iocundissima eius, quod se et omnia diffinit, nomino non aliud. Ipsum enim non aliud se et omnia diffinit. Nam cum interrogo: ‘Quid est non aliud?’ convenientissime respondetur: ‘Non aliud est non aliud quam non[1] aliud.’ Et cum quaero: ‘Quid est igitur aliud?’, bene respondetur ipsum aliud esse non aliud quam aliud. Et sic mundus est non aliud quam mundus; et ita de omnibus, quae nominari possunt.

Vides nunc aeternum illud antiquissimum in eo campo dulcissima venatione quaeri posse. Nam cum sit sui ipsius et omnium aliorum[2] diffinitio, non reperitur in alio aliquo clarius quam in li non aliud. Attingis enim in eo campo antiquissimum trinum et unum, qui et sui ipsius diffinitio. Nam non aliud est non aliud quam non aliud. Miratur de hoc secreto intellectus, quando attente advertit trinitatem, sine qua deus se ipsum non diffinit, esse unitatem, quia diffinitio[3] diffinitum. Deus igitur trinus et unus est diffinitio se et omnia diffiniens. Reperit igitur intellectus deum non esse aliud ab alio, quia ipsum aliud diffinit. Sublato enim li non aliud non manet li aliud. Oportet enim aliud, si esse debet, esse non aliud quam aliud; alias esset aliud quam aliud, et ita non esset. Non aliud igitur cum[4] sit ante aliud, non potest fieri aliud et est actu omne, quod simpliciter esse potest.


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Übs. Sg.

Das Feld aber, wo die ergötzlichste Jagd nach dem möglich ist, das sich und alles begrifflich bestimmt, nenne ich das Nicht-Andere. Das Nicht-Andere ist die begriffliche Bestimmung für sich und für alles. Wenn ich frage: »Was ist das Nicht-Andere?«, so erwidert man mir ganz zutreffend: »Das Nicht-Andere ist nichts anderes als das Nicht-Andere.« Und wenn ich frage: »Was ist nun das andere?«, so erwidert man richtig, daß das andere nichts anderes sei als das andere. So ist die Welt nichts anderes als die Welt; ebenso bei allen Dingen, die man nennen kann.

Du bemerkst nun, daß jenes uralte Ewige auf diesem Feld in einer höchst ansprechenden Jagd gesucht werden kann. Da es die begriffliche Bestimmung seiner selbst und aller anderen Gegenstände ist, so findet es sich in keinem anderen Felde deutlicher als in dem des Nicht-Anderen. Du berührst auf diesem Felde den uralten Dreieinigen, der auch Wesensbestimmung seiner selbst ist. Das Nicht-Andere ist ia nichts anderes als das Nicht-Andere. Der Geist gerät in Erstaunen über dieses Geheimnis, wenn er aufmerksam wird darauf, daß die Dreifaltigkeit, ohne die Gott sich nicht selbst im Wesen bestimmt, Einheit ist, da die Begriffsbestimmung identisch ist mit ihrem Gegenstand. Der dreifaltige und eine Gott ist also die Begriffsbestimmung, die sich und alles begrifflich bestimmt. Der Geist entdeckt, daß Gott nichts anderes gegenüber einem anderen ist, da er das andere selbst begrifflich bestimmt. Hebe das Nicht-Andere auf und es bleibt auch das andere nicht. Wenn das andere Sein haben soll, so darf es nämlich nichts anderes sein als das andere; anderenfalls wäre es etwas anderes als das andere und wäre auf diese Weise eben nicht. Da das Nicht-Andere also Seinsvorrang hat vor dem anderen, so kann es nicht zum anderen werden und ist all das in Wirklichkeit, was schlechthin Sein haben kann.

Übs. Dp.

Das Feld aber, auf dem die angenehmste Jagd nach dem stattfindet, das sich und alles definiert, nenne ich das Nicht-Andere. Dieses Nicht-Andere definiert sich und alles.

Wenn ich zum Beispiel frage, was das Nicht-Andere ist, dann ist die angemessenste Antwort: Das Nicht-Andere ist nichts Anderes als das Nicht-Andere. Und wenn ich frage, was nun das Andere ist, antwortet man vernünftigerweise: Das Andere ist nichts Anderes als das Andere. Ebenso ist die Erde nichts Anderes als die Erde; und dasselbe gilt von allem, das benannt werden kann.

Du siehst nun, das jenes Uralt-Ewige in diesem Gebiet in sehr ergötzlicher Jagd gesucht werden kann. Denn da es die Definition seiner selbst und alles andern ist, wird es in keinem andern klarer als im Nicht-Andern gefunden.

Du berührst nämlich auf diesem Feld das Uralt-Drei- und Eine, das auch die Definition seiner selbst ist. Denn das Nicht-Andere ist nichts Anderes als das Nicht-Andere.Mit Bewunderung blickt der Geist auf dieses Geheimnis, wenn er mit aufmerksamer Hingabe erkennt, daß die Dreiheit, ohne die sich Gott selbst nicht definiert, Einheit ist, weil die Definition zugleich das Definierte, Gott also als Drei-Einiger die sich und alles definierende Definition ist.

Der vernünftige Geist erfährt nämlich, daß Gott nicht etwas Anderes vom Andern ist, da er selbst das Andere bestimmt und begrenzt. Nimmt man nämlich das Nicht-Andere weg, dann bleibt auch das Andere nicht bestehen. Es ist notwendig, daß das Andere, wenn es sein soll, nichts anderes ist als das Andere. Ansonsten wäre es anders als das Andere und so überhaupt nicht. Da das Nicht-Andere also vor dem Andern ist, kann es kein Anderes werden und ist in Wirklichkeit alles, was überhaupt sein kann.

  1. ↑ Z.5
  2. ↑ Z.10
  3. ↑ Z.15
  4. ↑ Z.20