Werk:De ven. sap./43
43▷Sunt igitur illa in diffinitione diffinitio et in diffinito diffinitum. Cum igitur diffinio mundum non aliud esse quam mundum, haec omnia, quae praemisi, video in diffinitione illa diffinitionem esse, quae de his omnibus verificatur, et in mundo diffinito mundum esse.[1] Bonitas igitur, magnitudo, veritas, pulchritudo, sapientia, perfectio, claritas et sufficientia in mundo diffinito mundus sunt, in terra diffinita terra. Sicut in deo diffinito deus et sicut in li non aliud sunt non aliud, sic in li aliud aliud. Quando igitur in sole, qui est quid aliud, sunt sol, tunc sunt sol, qui est aliud (scilicet sol) dictum.[2] Sicut igitur in deo non sunt aliud quam non aliud simpliciter, sic in sole non sunt aliud quam aliud sic dictum. Bonitas igitur solis non est ipsum non aliud simpliciter, sed ipsum non aliud solare, quoniam in sole sol est; ita in omnibus.
Übs. Sg.
Diese Eigenschaften sind also in jener Begriffsbestimmung die Begriffsbestimmung und mi begrifflichen Bestimmten das begrifflich Bestimmte. Wenn ich also die Welt als nichts anderes als die Welt bestimme, so sehe ich, daß die vorher erwähnten Dinge alle in jener Begriffsbestimmung die Begriffsbestimmung sind, die von ihnen allen in einem wahren Urteil ausgesagt wird, und daß sie in der so definierten Welt die Welt sind. Gutheit, Größe, Wahrheit, Schönheit, Weisheit, Vollkommenheit, Klarheit und Angemessenheit sind in der so- bestimmten Welt Welt, bei der so- bestimmten Erde Erde. Wie sie im Wesen Gottes Gott und wie sie im Nicht-Andern das Nicht-Andere sind, so sind sie im ande- ren das andere. Wenn sie also in der Sonne, die ein anderes ist,die Sonne sind, dann sind sie Sonne, die ein anderes, eben Sonne heißt. Wie sie in Gott nichts anderes sind als einfachhin das Nicht-Andere, so sind sie in der Sonne nichts anderes als das so-be- zeichnete andere. Die Gutheit der Sonne ist nicht einfachhin das Nicht-Andere, sondern das sonnenhafte Nicht-Andere, da es in der Sonne eben Sonne ist; ebenso verhält es sich mit allen Dingen.
Übs. Dp.
Denn das alles ist in der Definition die Definition und im Definierten das Definierte. Wenn ich definiere, daß die Welt nichts anderes ist als die Welt, dann sehe ich, daß alles, was ich vorausgeschickt habe, in der definierten Welt die Welt, und in jener Definition die Definition ist, die aus diesem allem ihre Wahrheit erhält.
Die Güte also, die Größe, Wahrheit, Schönheit, Weisheit, Vollkommenheit, Durchsichtigkeit und Hinlänglichkeit sind in der definierten Welt die Welt, in der definierten Erde die Erde. Ebenso sind sie im definierten Gott Gott und im Nicht-Andern das Nicht-Andere, wie auch im Andern das Andere. Wenn sie also in der Sonne, die ein Anderes ist, Sonne sind, dann sind sie Sonne, die ein Anderes, nämlich Sonne, genannt wird. Wie sie daher in Gott nichts anderes sind als das Nicht-Andere auf einfache Weise, so sind sie in der Sonne nichts anderes als das Andere, das Sonne genannt wird. Die Güte der Sonne ist also nicht das Nicht-Andere schlechthin, sondern das sonnenhafte Nicht-Andere, weil dieses in der Sonne Sonne ist. Und so ist es mit allem.