Werk:De ven. sap./51
51▷Cum hunc lucis campum peragrassem, statim se campus laudis dei amoenissimus ostendit. Nam cum haec, quae in campo lucis [1] venatus fui – de quibus decem praedicta, scilicet bonitatem, magnitudinem, veritatem et reliqua – in mentis escario reconderam, repperi illa omnia et plura dei in laudis campo plantata. Et dixi: «Cum hic floridus laetusque campus non producat nisi illa decem et similia, sunt igitur ipsa decem laudes dei.» Et intra me conspiciens attendi, [2] quomodo intellectus affirmans diffinitionem se et omnia diffinientem esse bonam, magnam, veram et reliqua, laudem eius exprimere conatur. Laudavit enim illam diffinitionem, quae deus est, quia bona, quia magna, quia vera, et ita consequenter. Quid igitur sunt illa decem nisi laus dei? Quid laudatur per illa nisi laus illa, quae [3] deus? Nonne haec omnia laudantur? Bonitas laudatur, magnitudo laudatur, veritas laudatur, et singula sequentia. Haec igitur decem et alia quae per omnem intellectu vigentem laudantur, in dei laudem sumuntur et bene de ipso dicuntur, quia ipse est fons laudis.
Übs. Sg.
Als ich dieses Feld des Lichts durchwandert hatte, zeigte sich sogleich das Feld des Lobes Gottes in voller Lieblichkeit. Nach- dem ich meine Jagdbeute auf dem Felde des Lichts - darunter die zehn vorgenannten Werte: Gutheit, Größe, Wahrheit usw. – in der Speisekammer des Geistes geborgen hatte, fand ich sie alle und noch mehr auf dem Felde des Lobes Gottes angebaut. Ich sprach: »Wenn dieses blumenübersäte, üppige Feld nur jene zehn Werte und ähnliche trägt, so handelt es sich bei ihnen um zehn Lobpreisungen Gottes.« Ich wandte den Blick in mein eigenes Innere und bemerkte, daß der Geist mit der Aussage, die Wesensbestimmung, die sich und alles bestimmt, sei gut, groß, wahr usw., deren Lob Ausdruck zu verleihen sucht. Er pries doch jene Wesensbestimmung, die Gott ist, weil sie gut, groß, wahr usw. ist. Was sind also jene zehn anderes als das Lob Gottes? Was sonst wird durch sie lobpreisend verkündet als der Lobpreis, der Gott ist? Werden sie nicht alle gepriesen? Die Gutheit preist man, die Größe preist man, die Wahrheit preist man und jedes einzelne von den folgenden. Diese zehn und noch andere Werte, die jeder lobpreist, der über Geisteskraft verfügt, werden zum Lob Gottes verwendet und mit Recht von ihm ausgesagt; ist er doch die Quelle des Lobes.
Übs. Dp.
Nachdem ich dieses Feld des Lichtes durchwandert hatte, zeigte sich sogleich das liebliche Feld des Gotteslobes. Denn als ich alles, was ich im Feld des Lichtes erbeutet habe – es wurden jene oben erwähnten zehn erbeutet, nämlich Güte, Größe, Wahrheit usw. –, in der Vorratskammer des Geistes geborgen hatte, fand ich, daß sie alle und noch mehr im Feld des Gotteslobes eingepflanzt sind, und sagte mir: Da dieses blühende und frohe Feld nur diese zehn und ihnen Ähnliches hervorbringt, sind diese sonach das Lob Gottes.
Und in mich hineinblickend bemerkte ich, wie der vernünftige Geist, der die sich und alles definierende Definition gut, groß, wahr usw. nennt, versucht, deren Lob auszudrücken. Er lobt nämlich jene Definition, die Gott ist. Denn sie ist gut, groß, wahr usw. Was also sind jene zehn anders als das Lob Gottes? Was wird durch sie gelobt, wenn nicht jenes Lob, das Gott ist? Werden nicht diese alle gelobt? Das Gutsein wird gelobt, die Größe, die Wahrheit usw. Diese zehn und andere, die von jedem, der im Besitz seiner geistigen Kraft ist, gelobt werden, sind im Gotteslob zusammengefaßt und werden zu seinem Lob gesagt, weil er selbst die Quelle des Lobes ist.