Werk:De ven. sap./80
80▷Campus prope nexum, quem terminum appello, plenus desideratis praedis, venationi aptissimus, maximus et interminus est, quia [1] magnitudinis eius non est finis. Non enim habet nec principium nec finem; sed principia, media et fines omnium terminabilium in se habet, sicut radix omnipotentiae in sua virtute omnia continens cuncta explicat universaque determinat. Consistunt singula in sua praecisione, ut non sint aliud quam id quod sunt. Sed [2] interminus terminus omnium finibilium finis est et omnium praecisionum praecisio et terminus. Terminus, qui est omne quod esse potest, est ante omnem terminum eorum quae fieri possunt. Determinat igitur cuncta diffinitque singula. Est enim terminus ipsius posse fieri utique interminus, omnia in se determinate, quae fieri possunt, [3] ante habens; terminus igitur omnium rerum et omnium scientiarum.
Übs. Sg.
Das der Verbindung zunächst liegende Feld, das ich Grenze heiße, ist voll von ersehnter Beute; sehr geeignet für die Jagd, von gewaltiger Ausdehnung und ohne Grenzen, denn es gibt keine Grenze seiner Größe. Es hat ja weder Anfang noch Ende; dagegen birgt es in sich Ursprung, Mitte und Ziel aller begrenzbaren Dinge, so wie die Wurzel der Allmacht in ihrer Kraft alles enthält, jegliches entfaltet, sämtliches umgrenzt. Die einzelnen Dinge bestehen in ihrer genauen Bestimmtheit, derzufolge sie nichts anderes sind als das, was sie sind. Doch die grenzenlose Grenze ist Abgrenzung aller abgrenzbaren Dinge und aller genauen Bestimmungen genaue Bestimmung und Grenze. Die Grenze, die alles ist, was sie sein kann, ist vor aller Grenze der Dinge, die werden können. Sie begrenzt folglich alles und bestimmt jedes einzelne in seinem Wesen. Die Grenze des Wer- den-Könnens ist nämlich völlig grenzenlos und besitzt im vor- aus in umgrenzter Form alle Dinge, die werden können. Sie ist darum die Grenze aller Dinge und alles Wissens.
Übs. Dp.
Das Feld, das nahe bei dem der Verknüpfung liegt, und welches ich Ziel-Grenze nenne, ist voll der ersehnten Beute und ausgezeichnet für unsere Jagd geeignet. Es ist sehr groß und ohne Begrenzung, weil seine Größe kein Ende hat. Es hat keinen Anfang und kein Ende, aber es enthält Anfang, Mitte und Ende alles Begrenzbaren, wie der Ursprung der Allmacht in seiner Kraft jedes enthält, alles entfaltet und das Gesamte bestimmt.
Es bestehen die Einzel-Dinge in ihrer Eigentümlichkeit, so daß sie nichts anderes sind, als das, was sie sind. Aber die unbegrenzte Ziel-Grenze ist das Ende alles Beendbaren und die Eigentümlichkeitsbestimmung alles Eigentümlichen.
Die Ziel-Grenze, die alles ist, was sein kann, liegt vor jeder Bestimmung dessen, was werden kann. Sie bestimmt daher das All und begrenzt das Einzelne. Sie ist die vollkommen unbegrenzte Ziel-Grenze des Werden-Könnens, die alles, was werden kann, im voraus auf bestimmte Weise in sich trägt. Sie ist also Ziel und Grenze eines jeden Dinges und alles Wissens.